Die Original-Bastard-Operator-Geschichten von 2000
Autor: Simon Travaglia
Übersetzer: Thomas Weidauer


Der B.O.F.H. kehrt aus dem Totenreich zurück ...

Es ist noch dunkel, als ich mir mit einer "Ersatz"-Magnetkarte Zutritt zu meinem
künftigen EX-Arbeitsplatz verschaffe und nach einer kurzen Phase des
vorgetäuschten Todes ins Büro schlendere ...
Es gibt nichts besseres als den eigenen inszenierten Tod, um wieder Spaß am Leben
zu haben ...
Als ich leise ins Büro schleiche, bemerke ich den PJ, Gott schütze ihn, in dessen
Augen sich tatsächlich ein paar Tränen schleichen, als er meine Sachen
zusammenräumt und in einer einfachen Pappschachtel verstaut - zu denen sich noch
ein paar weitere ´Sachen´ gesellen, als ich die Schublade zuschlage, in der seine
Hand steckt.
"Ich habe ihnen doch wieder und wieder gesagt, daß mein Eigentum tabu ist!" rufe
ich.
"A ... aber ... sie sind ... sie sind ..." stammelt er und zieht behutsam seine Finger aus
der Schublade.
"... lebendig und gesund?" vollende ich.
"Aber .... was ist mit ..."
"Arty Murray?" helfe ich erneut aus. "Als ich ihn zuletzt sah, fiel er durch einen
glitschigen Abwasserkanal nach unten und landete in der Hauptabwasserleitung des
Hauses. Möglicherweise ist er in die Themse gespült worden ... Das ist eben ein
schmutziges Geschäft ..."
"Wie konnten sie ...?"
"Unversehrt entkommen? Nun, meine Chancen standen nicht gut, doch eine Schlinge
aus Ethernet-Kabel (welches aus dem Kabelschacht zu entfernen ich ihnen schon
vor mehr als einem JAHR aufgetragen hatte) war seltsamerweise in den
Abwasserschacht gestopft, wo ich es theoretisch niemals finden würde ..."
Der PJ schaut schuldig zur Seite, als ich fortfahre ...
"Die Schlinge legte sich um eines meiner Beine, als ich abstürzte und verursachte
weitaus weniger Verletzungen als ein fortgesetzter Sturz in die Tiefe. Aber machen
sie sich keine Sorgen, für den Lohnausfall während meiner langen Abwesenheit (zum
Zwecke der Gesundung) wird die Firma aufkommen müssen, wie auch für die extrem
hohen Rechnungen meiner Ärzte J. Beam und J. Daniels."
"OhIchfreuemichjasodaßsiewiederhiersind!" freut er sich mit der Selbstbeherrschung
eines Microsoft-Fans, der sich im Schlafzimmer seines großen Meisters in
Gatesland wiederfindet. "Die Dinge haben sich furchtbar entwickelt!"
"Furchtbar?" frage ich.
"Die IT-Abteilung wurde umstrukturiert, sie haben uns den Erbsenzählern
unterstellt. Und zusätzlich haben sie eine Ausgabensperre über uns verhängt."
"Also ist eigentlich alles normal, oder?"
"DAS GLAUBE ICH NICHT!" ruft der Chef triumphieren, als er das Büro mit all dem
Stolz und der Selbstsicherheit eines stattlichen Tieres mit großen Stoßzähnen betritt.
Nach zehn Eimern Bier.
"Wieso?" frage ich höflich.
"Weil sie hier nicht mehr ARBEITEN!" ruft er fröhlich und zeigt auf die Klauseln in
meinem Arbeitsvertrag, die sich auf unentschuldigtes Fehlen beziehen.
"Natürlich arbeite ich nicht mehr hier - es war schön, ALS ich hier arbeitete. Aber
jetzt habe ich mich auf einer grüneren, saftigeren Weide niedergelassen. Nebenbei,
gibt es irgendwelche Jahr 2000-Probleme?"
"Es ist ein Alptraum!" gibt der PJ zu. "Sie sagen es - sogar die Technik, die erst
sechs Monate alt ist."
"Ausgezeichnet! Also war meine Arbeit nicht umsonst."
"Sie haben unsere Systeme sabotiert!" empört sich der Chef.
"Natürlich nicht. Sie sagten, daß unsere Systeme auf Jahr 2000-Beschwerden
vorbereitet sein sollen."
Ich sagte, sie sollen beschwerde-FREI laufen!"
"Nein, sie sagten ausdrücklich, daß sie auf Beschwerden VORBEREITET sein
sollen. Ich weiß es, denn ich habe mir eine Kopie gemacht."
"A ..." stammelt der Chef, der offenbar einen großen Teil seines Vokabulars
vergessen hat.
"Fragen sie nicht mich nach IHREN Gründen! Und wenn sie glauben, die jetzige
Situation sei SCHLECHT, dann warten sie auf den 29. Februar - einige Programme
dürften sich in Viren verwandeln!"
"Das werden sie reparieren müssen!" ruft er.
"Bedaure, ich arbeite nicht mehr hier."
"Doch, das tun sie!"
"Ich kann nicht, ich bin tot - wie sie es in ihrer E-Mail an die Lohnbuchhaltung vor
ein paar Monaten schrieben."
"Wie haben ..." beginnt der Chef, doch beantwortet seine Frage gleich
selbst - offenbar stand er doch etwas zu lange nicht mehr unter meinem Einfluß,
doch das wird sich bis zum 29. Februar klären ...
Es ist wohl unnötig zu sagen, daß von da an die Unterhaltung an Niveau verlor und
damit endete, daß die Wachleute mir den Weg zur Straße zeigten, wobei sie mir
vorher noch meine Magnetkarte abnahmen. (Nun bleiben nur noch drei übrig, deren
Wert ungeahnte Höhen erreichen dürfte, nachdem die Kartenleser für den Rest des
Tages im Lösch-Modus arbeiten.)
Also betrete ich den Arbeitsmarkt und finde auch innerhalb weniger Stunden eine
passende Arbeitsstelle. Ein paar Stunden später hole ich meinen Anzug aus der
Abstellkammer und nehme an einem Vorstellungsgespräch teil.
Das Gespräch entwickelt sich gut - ich sage ihnen, was sie hören wollen, lache über
ihre IT-Witze, die so alt sind, daß sie in Blindenschrift auf der Rückseite einer alten
UNIVAC stehen könnten, und beeindrucke sie durch meine weitläufigen
Computerkenntnisse.
Eckelerregend, ich weiß, aber es mußte sein.
"Nur noch eine Frage", melde ich mich zu Wort. "Wie halten sie es mit der
Einführung neuer Technologien?"
"Wir glauben an das Wachstum und an den Fortschritt. Und mit ihnen können wir
eine Führungsposition einnehmen. Natürlich wird das unsere Ausgaben ein wenig
erhöhen und für sie bedeuten, daß sie manchmal herumreisen müssen, um die für uns
passende Lösung zu finden, doch diesen Preis muß man zahlen, wenn man die
Konkurrenz schlagen will."
"Geld und Reisen, mein liebstes Wortpaar ... Schneller als man ´Ich bin im Team!´
sagen kann, bin ich im Team.
...
"Und hier ist ihr Arbeitsplatzrechner - ein kostspieliges Ding, aber etwas
schnelleres und aktuelleres gibt es kaum, glaube ich."
"Das ist ein Digital VT1000 ´X´-Terminal! Die werden gar nicht mehr hergestellt!"
"Ja, sie werden gerade überarbeitet, um weiterhin ihren Technologievorsprung halten
zu können, hat uns unser Berater erklärt."
"Aber das ist ein Monochrom-Monitor!"
"Ja, zu schnell für Farben, hat er gesagt."
Einen schnellen Blick in den Rechnerraum (voller VAX-, Sparc 1- und ein paar
NEXT-Rechner) und ein Gespräch von Mann zu Mann später ist er darüber im
Bilde, welchem Betrug sie zum Opfer gefallen sind.
"Was sollen wir unternehmen?"
"Nun, es gibt viel Arbeit. Das werde ich nicht allein schaffen können. Wir werden
einen IT-Manager brauchen ..."
...
"Yep?" meldet sich der PJ knapp und unfreundlich. (Ich bin so stolz auf ihn, daß er
ein so gute Schüler ist.)
"Hallo, hier ist die günstige Gelegenheit, die an ihre Tür klopft. Und sagen sie es
auch dem Chef. Ich hörte da etwas von einer freien Position, für die er sich
interessieren könnte - vor dem Ende des Februars."
Es ist wie in der alten Zeit - und ich sitze wieder am Steuer ...


Gesucht: Bastard Operatoren zur Besetzung der Nutzer-Betreuung ...

Der PJ hat sich zu mir an meinem neuen Arbeitsplatz gesellt, nachdem man den ihn
wegen "technischer Differenzen" "gehenließ". Offenbar dachte er, der Laptop des
Geschäftsführers würde den Sturz durch das Fenster des Beratungszimmers der
Geschäftsleitung überleben, was alle anderen nicht glaubten.
Tatsächlich irrte sich der PJ nicht ... dank der ´unerwarteten´ Anwesenheit eins
ärgerlichen Wachmannes, der die Fensterbretter nach einem anonymen Anruf auf
potentielle Selbstmörder absuchte und den Laptop auffing.
Und so sitzen wir beide nun in einem Kennenlern-Treffen, bei dem uns unsere neuen
Kollegen vorgestellt werden.
Und was für ein bunter Strauß sie sind. Da gibt es ein paar altertümliche
Code-Hacker, die aussehen, als hätten zum Entwicklerteam des Atoms gehört,
einen Schraubenzieher-Magier, der bei Unfällen mit Stromschlägen schon mehr Volt
eingefangen hat als ein Todeskandidat, der erfolgreich auf dem elektrischen Stuhl
saß, und drei kriecherische Typen, die einfach Berater sein MÜSSEN.
"Wo sind die Leute von der Nutzer-Betreuung?" fühle ich mich verpflichtet zu
fragen, als die Besprechung loszugehen scheint und ich mit dem PJ ein paar Wetten
darüber abgeschlossen habe, wer nun wer ist.
"Oh, es gibt keine Nutzer-Betreuung in DIESEM Sinne", erklärt der Berater
Nummer 1. "Da gibt es uns drei Applikations-Integratoren", (der PJ reicht mir fünf
Pfund herüber), "die Hardware-Betreuung", (und weitere fünf Pfund, als er auf den
Volt-Mann zeigt), "und unsere Programmier-Ingenieure", (zehn Pfund für das
Hattrick). "Und alles, was WIR nicht lösen können, leiten wir an den
System-Betreuer weiter. Die System-Betreuer, SIE!"
Also müssen wir wohl mit vielen Fragen über Schnürsenkel, Ein/Aus-Schalter und
das Leben ganz allgemeinen rechnen.
"Es gibt also keine Nutzer-Betreuung?"
"Nein. Die Leute rufen sie an. Das hat bisher immer hervorragend funktioniert",
erklärt unser neuer Abteilungsleiter, der den Raum ganz im Trend der Zeit mit
Verspätung betritt, seinen persönlichen Disorganizer in der Hand.
"Dann brauchen wir Telefone."
"Es gibt Telefone in ihrem Büro."
"Nein, da sind keine. Nur ein paar Schreibtische und Stühle." antworte ich.
"Und Computer", erwidert der Abteilungs-Chef und meint damit offenbar den
Anker-Ersatz, den der PJ und ich am Morgen aus dem Nachbargebäude abgeworfen
haben, um es mit der Straße zu verbinden.
Nach den Telefonen ...
"Computer?" fragt der PJ unschuldig.
"Ja, das Neueste vom Neuesten, das wir erst vor einem Jahr von unserem
Lieferanten bekamen. Angeschlossen sind sie an die USV neben ihrem
Schreibtisch."
"USV?" erwidere ich mit engelhafter Unschuld.
"Sind sie sicher, daß sie über das richtige Büro sprechen?" fragt einer der Berater,
der die Situation lösen will.
"Natürlich, mein Name stand an der Tür!" antworte ich.
Zehn Minuten (und einen Massenauflauf in unserem Büro) später ist es offiziell. Wir
wurden ausgeraubt!!!
Die Diebe haben sich offenbar am Wachdienst vorbeigeschlichen und alte Technik
gestohlen, die Telefone, ein paar sehr schwere USVs (So schwer, daß wir zweimal
Verschnaufpausen einlegen mußten.) und das Buch mit der Besucherliste.
Es ist wirklich unglaublich.
"Diese Hunde!" ruft der PJ pathetisch und versucht, etwas positives aus der
Tragödie zu machen. "Sie haben meinen Walkman mitgenommen!"
"Machen sie sich darüber keine Sorgen", kommentiert der Abteilungsleiter. "Die
Versicherung der Firma deckt Verluste persönlichen Eigentums ab."
"Großer Gott! Ich hoffe, sie haben nicht noch meinen ... tragbaren DVD-Spieler und
die Sammlung neuer Filme mitgenommen!!!" jammere ich, als ich das offene Tor
sehe ... "Oh NEIN!"
Ein paar skeptische Blicke werden auf mich geworfen, aber diesmal habe ich eine
plausible Entschuldigung. "Damit wollte ich mich selbst für die neue Arbeitsstelle
belohnen!"
Der PJ ist empört (weil er jetzt nicht mehr weitermachen kann ... das wäre mehr als
verdächtig), aber es sieht so aus, als werde meine Erfindung akzep ...
"Haben sie die Quittungen noch?" fragt unser hilfreicher Berater Nummer 1 kurz
bevor ihm eine schwere Festplatte auf den Fuß fällt, die etwas unsicher
ausbalanciert auf der Tischkante gelegen hat - wie man das von schweren alten
Festplatten erwarten kann.
Und als wäre das nicht schon genug, stolpert der PJ auch noch über ein Bücherregal,
als er Hilfe leisten will und stattdessen eine Ohnmacht auslöst.
"Ach du liebe Zeit", murmelt der PJ entschuldigend.
Berater Nummer 2 und 3 bieten Erste Hilfe an, indem sie über Schock und ähnliches
reden ... das ist sehr nützlich, als Berater Nummer 2 in Kontakt mit einer
Büroklammer kommt, die es irgendwie geschafft hat, ihre beiden Enden in die
Steckdose an der Wand zu schmuggeln ...
... weniger nützlich sind die Tips, als Berater Nummer 3 die Starre als Parkinsonsche
Krankheit fehldiagnostiziert und versuchte Nummer 2 in einen Stuhl zu helfen ...
Kein schlechtes Ergebnis für den ersten Arbeitstag ...
Alle überlebten (leider) .... mit Ausnahme eines uralten Programmier-Ingenieurs, der
still in seiner Ecke saß ... oder, um es zu präzisieren, still und leise tot war ... es ist
nicht einfach, bei diesen Leuten die Unterschiede festzustellen ...
Dabei gehörte er gar nicht zu uns ... er hatte an einer früheren Beratung
teilgenommen und war unbemerkt auf seinem Stuhl verstorben. Offenbar hat ihn
niemand vermißt ...
"Und habe sie Erfahrung mit Windows?" frage ich.
"3.1 - ja. Und ich habe Windows 95 ein- oder zweimal benutzt."
NÄCHSTER!
"Ein Nutzer hat ein Browser-Problem. Welches ist die erste Frage, die sie ihm
stellen würden?" will der PJ wissen.
"Welches Magazin er liest?"
NÄCHSTER!
"Eine Nutzerin hat gerade ihr Passwort für Windows NT geändert und kann sich nun
nicht mehr anmelden. Könnte es daran liegen, daß sie die Feststelltaste betätigt
hatte, bevor sie das neue Passwort festlegte?" frage ich und gebe dabei gleich einen
Hinweis auf die korrekte Antwort.
"Nein, wahrscheinlich war es ein Hackerangriff. Nein, bestimmt ist es ein Virus!"
...
"Wie ist es gelaufen?" fragt der Abteilungsleiter am Ende des Tages.
"Nun, sie sind alle so .... ... ... so gleich", erwidert der PJ.
"Und was haben sie gemacht?"
"Das, was wir immer in solchen Situationen tun."
"Nicht den mit dem größten ...."
"Nein, wir haben Zettel mit Namen aus einem Hut gezogen. Sie beginnen nächste
Woche."
Und das gilt auch für den Krieg ...


Der B.O.F.H. enttarnt den Drucker-Zerstörer

Es läuft wieder alles wie gewohnt an meinem neuen Arbeitsplatz - und zwar so
schlecht wie erwartet. Die Rechner und das Netzwerk sind so alt, daß sie sich für
eine Pensionierung (und einige Behinderungen) qualifiziert haben.
Die neue Besetzung der Nutzer-Betreuung erfüllt all unsere Erwartungen und neigt
dazu, alle Anrufer, die eine etwas schwierigere Frage stellen, mit einem
Computer-Fachbegriff an uns weiterzuleiten.
Es wird also Zeit für etwas Umschulung. Und in der Zwischenzeit sind ein paar
Anrufe zu beantworten.
"Hallo, ist dort die Netzwerk-Betreuung?!" will eine Stimme wissen.
"Ja, wie kann ich ihnen helfen?" frage ich so freundlich wie es geht.
"Der verdammte Drucker im dritten Stockwerk ist schon wieder ausgefallen."
"Was meinen sie mit ´ausgefallen´?"
"Er druckt nicht. Er druckt NIE! Sie reparieren ihn und eine Stunde später ist er
wieder kaputt!"
"Aha. Um welchen Drucker geht es genau?"
"Den grauen."
"Ja, aber welcher Drucker ist das?"
"Der Drucker, der unter dem Fenster steht."
"In Ordnung, nehmen sie einfach an, ich sei neu hier und habe KEINE Ahnung,
worüber sie sprechen. Wissen sie, wie der Drucker im Netzwerk heißt oder um
welchen Typ es sich handelt?"
"Es ist ein Laserwriter II."
>Raketentechnik-Alarm<
"Nein, ich meinte, welchen .... ... ach, vergessen sie es. Fällt er immer aus?"
"Ja, IMMER nach der Reparatur."
"Richtig. In diesem Fall gehen sie bitte in den Drucker-Raum, stemmen sie ihn hoch
und lassen sie ihn auf den Boden fallen."
"Verzeihung?"
"Werfen sie ihn auf den Boden. Das Gerät basiert auf einer Canon-Maschine und die
sind sehr robust. Am besten stellen sie sich auf den Tisch und werfen den Drucker
dann herunter. Zwei- oder dreimal sollte ausreichen. Dann sagen sie, er sei
heruntergefallen oder etwas ähnliches."
"Das kann nicht ihr Ernst sein!"
"Sehen sie, der Drucker hat ungefähr 5 Squillionen Seiten gedruckt und leidet nun
unter elektrischer Arthritis. Er wird solange nicht ersetzt werden, wie er noch
repariert werden kann. Wenn ich etwas repariere, wird er früher oder später wieder
ausfallen, oder?"
"Ich schätze, sie haben ..."
"Natürlich sage ich die Wahrheit, ich bin der Netzwerk-Betreuer. ABER wenn sie
dem Gerät eine gewisse Gravitäts-Wartung verpassen, dann wird der Drucker dabei
so ruiniert, daß er nicht mehr repariert werden kann, und sie bekommen einen
schönen neuen Drucker - möglicherweise sogar einen Farbdrucker, damit sie Miss
Kournikova in all ihrer ..."
"Woher wissen sie ...." keucht er.
(Ein völliger Anfänger.)
"... natürlichen Schönheit sehen können. Und er wird auch so schnell drucken, daß sie
nicht mehr bis nach Dienstschluß warten müssen, um die Bilder auszudrucken!"
"Ich ...."
"Sie sehen, worum es mir geht? Natürlich tun sie das."
"Aber sie werden ..."
"Nichts tun. Sagen sie einfach, der Drucker hätte nicht richtig auf dem Tisch
gestanden. Damit ihre Aussage glaubwürdig wirkt, müssen sie dafür sorgen, daß
einige ihrer Kollegen erklären, sie seien ein wenig zu pedantisch und könnten
Unordnung nicht ausstehen. Nichts schlimmes, aber sie stehen hinterher gut da!"
"Aber man wird sagen, daß ich mit Vorsatz gehandelt habe!"
"Biiiettteee! Wer würde denn annehmen, sie hätten einen Vorsatz gehabt? Man muß
doch verrückt sein, wenn man das glaubt. Natürlich wird man ein wenig
nachforschen, aber, wie ich schon sagte, das könnte ernsthaft nur ein Verrückter
behaupten. Aber vergessen sie nicht zu erwähnen, daß sie Ordnung lieben und der
Drucker etwas schief auf dem Tisch stand, sonst könnte es wirklich etwas
verdächtig klingen, wenn sie sagen, sie hätten ihn nur zurechtrücken wollen ..."
"Sie glauben, daß das funktionieren könnte?"
"Ich *WEISS*, daß es funktioniert!"
"Warum tun sie das dann nicht?"
"Ich habe schon einen Farbdrucker, und er druckt auch Hochglanzbilder. Mit dem,
was ich ihnen gesagt habe, und dem Beschichter in der vierten Etage können sie sich
sogar wasserfeste Bilder für ihr ..."
"Ich werde es tun!"
"Ausgezeichnet - und denken sie immer an ihre Ordnungsliebe."
"Ja!"
Ich lege auf und rufe den Wachdienst an - wie in alten Zeiten.
"Hallo."
"Hallo", rede ich los. "Simon, Netzwerk-Betreuung. Ich habe herausgefunden, wer
all die Drucker im Haus zerstört. Er hat mich angerufen und mit seinen Taten
geprahlt. Ich konnte den Anruf in die dritte Etage zurückverfolgen, ich glaube, er will
sich über die Drucker dort hermachen!"
"Darum werde ich mich sofort kümmert!" antwortet der Wachmann, wirft den Hörer
auf die Gabel und rast zweifellos mit Höchstgeschwindigkeit zum Lift.
Ich sorge dafür, daß ich rechtzeitig vor Ort bin, um das große Finale nicht zu
verpassen, als mein Anrufer einen Schlagstock in die Leiste gerammt bekommt und
einen schnellen Ausflug in die Sicherheits-Zentrale unternimmt.
"Er war immer sehr unzufrieden mit dem Drucker", erklärt mir das freundliche alte
Mütterchen am Einlaß etwas später. "Aber ich hätte nicht gedacht, daß es dazu
kommen wird. Er leidet unter dem kranken Zwang, Drucker zu zerstören, müssen sie
wissen!"
"Das ist traurig, nicht wahr?" antworte ich und lasse mitleidig meine Magnetkarte
aufblitzen. "Wo war doch gleich sein Büro? Ich sorge lieber dafür, daß sein PC
gesperrt wird."
Sie erklärt mir, wie ich seinen Arbeitsplatz finde, und ich schlage etwas Zeit damit
tot, daß ich seine Dateien lösche. Mit Ausnahme der Kournikova-Bilder natürlich,
die ich in unser öffentliches Verzeichnis verschiebe, wo sie sich zu all dem anderen
guten Material gesellen. Und um noch ein paar Nägel in seinen Sarg einzuschlagen,
lösche ich auch ein paar Dateien auf dem Server seiner Abteilung, auf die er Zugriff
hat, und schalte dann den Rechner ab.
...
"Klingt für mich wie ein typischer ´Unterprivilegierter Nutzer-Komplex´. Wir hatten
schon einige solcher Fälle." erkläre ich dem Chef am Telefon. "Irgendwann ändern
sie sich plötzlich und versuchen, das System von innen heraus zu unterwandern."
"Furchtbar", stimmt der Chef zu. "Aber ist das ein Einzelfall?"
"Das ist schwer zu sagen", murmle ich und verteile etwas hitzeempfindlichen
Klebstoff auf der Rückseite eines weiteren Blattes Papier und suche nach dem
Zufallsprinzip einen Drucker aus. "Wirklich schwer zu sagen ..."


Der B.O.F.H. geht nach Hollywood ...

Ich bin nicht besonders gut gelaunt - aber das ist ja nicht besonders neu, oder?
Ich hatte vor, mich für einen Auffrischungskurs in Erster Hilfe anzumelden (in
meinem Beruf ist es immer besser, wenn man auf der sicheren Seite steht -
schließlich kann man nie wissen, wie sich die Dinge entwickeln), mußte aber leider
herausfinden, daß ich mich nicht anmelden kann, weil ohnehin schon zu viele
Mitarbeiter einen Kurs in Erster Hilfe gemacht haben.
Also werde ich darauf warten müssen, daß einer der derzeitigen Helfer die Firma
verläßt, um zwei bezahlte Arbeitstage in der Kneipe verbringen zu können - ups, ich
meinte natürlich die Erweiterung meiner Erste Hilfe-Kenntnisse ...
Nun gut, Geduld ist eine Tugend, und alles guten Dinge finden ihren Weg zu dem, der
wartet. UND - man gewinnt und verliert, was ich auch dem PJ erkläre, als wir
Strohhalme ziehen, um herauszufinden, wer seine Hand in der Tür einklemmen muß,
damit wir sehen, wer zur Zeit ein Zertifikat zum Leisten Erster Hilfe hat ...
"Bastard!" kommentiert der PJ, der traurige Verlierer, als ich die Reste eines
abgebrochenen Strohhalms in den Mülleimer schmuggle, wo er sie nicht finden kann.
Geschieht ihm recht, wenn er nicht professionell genug ist zum Schummeln.
Doch dann sehe ich die anderen Reste eines abgebrochenen Stohhalms im
Mülleimer ...
Ich will den PJ gerade wegen seines mangelnden Sportsgeistes schelten, als der
Chef mit Höchstgeschwindigkeit hereinstürmt (zehn Fuß in vierzehn Tagen), um die
ausgedruckten Seiten zu diskutieren, die er im Ausgabeschacht des Druckers
gefunden hat.
Das erinnert mich daran, daß ich am Morgen an einem Manuskript für einen Film mit
dem Titel ´Ein paar gute Chips´ gearbeitet habe, in dem Jack Nicholson mich spielen
soll, Demi Moore die Rolle der schönen Unbekannten und Tom Hanks den Chef.
(Ursprünglich hatte ich an Tom Cruise gedacht, aber das wäre wohl doch eine
Fehlbesetzung.)
"Was ist das?" fragt der Chef und reicht mir einen Stapel Papier. Ich blättere zum
Ende meines Lieblingsabschnittes ...
B.O.F.H.: "Sie wollen Antworten?"
Chef: "Ich glaube, ich habe ein Recht darauf!"
B.O.F.H.: "SIE WOLLEN ANTWORTEN?"
Chef: "Ich will die Wahrheit!"
B.O.F.H.: "SIE KÖNNEN DIE WAHRHEIT NICHT VERKRAFTEN! Sehen sie,
Prozesse werden von einem System mit begrenzten Ressourcen ausgeführt.
Ressourcen, die von Menschen kontrolliert werden, die Erfahrung als
Systemadministrator haben! Wer soll sich um das System kümmern? Sie? Oder etwa
der Mann aus der Nutzer-Betreuung, der soviel geifert, daß er mit einem Lätzchen
herumläuft?
Ich habe mehr Verantwortung als sie sich vorstellen können.
Sie jammern wegen beendeter Programme und verfluchen den Administrator
dafür - genießen sie diesen Luxus! Genießen sie das Privileg, nicht zu wissen, was
ich weiß - daß beendete Programme, so tragisch das auch ist, Ressourcen schonen.
Und meine Existenz - auch wenn sie sie einiges kostet und sie den Sinn nicht
erkennen können - schützt eben Ressourcen!
Sie wollen die Wahrheit gar nicht wissen, weil ich dann Worte benutzen müßte, die
sie niemals verstehen könnten. Sie WOLLEN, daß ich mich um die Systeme
kümmere? Nein, sie BRAUCHEN mich für die Systeme!
Wir benutzen Worte wie "E/A Wartezeit", "Seitenfehler" oder "CPU-Zeit" als
Fundament eines Lebens, das wir der Beseitigung von Nutzer-Problemen gewidmet
haben. Sie benutzen sie bei Beratungen mit anderen Managern dazu, um fachliche
Kompetenz vorzuheucheln.
Ich habe weder die Zeit noch die Neigung mein Handeln einer Person zu erklären,
die das Netzwerk, für dessen Funktionieren ich sorge, nur benutzt und dann WISSEN
will, auf welche Art und Weise ich es pflege. Wenden sie sich doch an die
Nutzer-Betreuung. Die ist für sie da!
Oder lesen sie ein Linux-Handbuch für Administratoren und beobachten sie die
Performance-Monitore. Wie auch immer, es interessiert mich nicht, worauf sie
glauben, einen Anspruch zu haben!"
Chef: "Haben sie den Datenbank-Server abgeschossen?"
B.O.F.H.: "Ich habe meine Arbeit gemacht - ich habe dafür gesorgt, daß das
Netzwerk funktioniert und genügend Ressourcen zur Verfügung stehen!"
Chef: "Haben sie den Datanbank-Server abgeschossen?!"
B.O.F.H.: "SIE HABEN VERDAMMT RECHT! DAS HABE ICH GETAN!"
...
Nachdem ich die Seite angeschaut habe, beantworte ich die Frage des Chefs.
"Das ist ein Ausdruck eines Filmmanuskripts. Einer der Angestellten muß es
ausgedruckt haben."
Ich werfe es in den Mülleimer, damit er nicht auf die Idee kommt es zurückzufordern
und gehe dann in die Offensive.
"War das schon alles, was sie wissen wollten?"
"Nein, nein. Es hat sich offenbar jemand darüber beschwert, daß sie ein Band mit
Daten, das ihnen anvertraut wurde, gelöscht haben mit der Begründung, das sei eine
Maßnahme zum Schutz vor Viren ..."
"Und haben wir einen Virus auf dem Band gefunden?"
"Natürlich nicht - das Band war ja gelöscht!"
"Klingt nach einem guten Virenschutz, oder?"
"Sie können doch nicht die Daten der Leute löschen, wenn sie ..."
"Wir haben die Daten nicht gelöscht. Das Band war leer, als wir es bekamen", sage
ich, um seine Erregung zu mildern.
"Und was ist mit dem zweiten Band, daß sie geprüft haben, bevor sie es ihnen
brachten?"
"Es gab kein zwei ..." beginne ich, doch dann bemerke ich, daß der PJ sich auffallend
interessiert mit den Deckenplatten beschäftigt.
"Es gab keine weiteren Daten auf diesen Bändern. Nur die Namen, aber sonst
nichts."
"Ich werde es ihnen zeigen!" mischt sich der PJ schließlich ein und schiebt den Chef in
den Rechnerraum, um ihm die Bandschränke zu zeigen.
Kaum eine Minute später ist er zurück ... allein.
"OhmeinGott!" keucht er. "Es hat einen furchtbaren Unfall gegeben. Ein Schrank
voller Bänder ist umgefallen und hat den Chef unter sich begraben!"
Mission erfüllt.
Wenige Sekunden später sind all die Erste Hilfe-Profis der Abteilung im
Recher-Raum versammelt, um über die beste Behandlungsmethode für die
eingequetschen Füße des Chefs zu diskutieren.
...
"Seltsam, daß das Feuerlöschgas aktiviert wurde", wundert sich der PJ später, als
wir in der Kneipe über die Kündigungen zweier Helfer sprechen.
"Ja, wirklich tragisch. Übrigens - wollen sie ein Erste Hilfe-Zertifikat?"
"Was muß ich dafür tun?"
"Nun, für den Anfang sollte ein weiteres Bier für mich ausreichen ..."


Der B.O.F.H. bestellt einen himmlischen Quake-PC ...

Ich probiere Quake 3 auf meinem neuen Rechner (also das Exemplar, das mir der
Chef überlassen hat, als er einen neuen Rechner bekam) aus und muß feststellen,
daß er so langsam ist, daß die Figuren auf dem Bildschirm beinahe einschlafen. Also
trenne ich den Prozessorlüfter von der Stromzufuhr und warte darauf, das der
Rechner den verdienten Tod stirbt.
Natürlich, es handelt sich um einen durchaus brauchbaren Arbeitsplatz-PC (nur ein
paar Monate alt, allerdings ist seine Farbe nicht mehr modern), so daß ich mich
eigentlich nicht beschweren sollte.
"Das ist der schlimmste Müll, mit dem ich jemals arbeiten mußte!" beschwere ich
mich natürlich trotzdem beim Chef. "Die Grafikdarstellung ist einfach schrecklich!"
"Sie betreuen das Netzwerk - wozu brauchen sie da gute Gafiken?" antwortet er in
einer Stimmung, die man wohl als mürrisch bezeichnen kann.
"Für den SNMP-Monitor zum Beispiel. Gerade habe ich nämlich zwei
Datenbank-Server neu gestartet, weil ich dachte, die Farbe ihrer Icons auf dem
Monitor hätte sich von orange zu braun geändert!"
"Wann war das?!" fragt der Chef, der sich sofort Sorgen wegen der Flut der
Beschwerden macht, die ganz sicher auf seinem Anrufbeantworter auf ihn warten.
"Sobald ich in mein Büro zurückkehre. Möglicherweise ..."
"Ist das eine Drohung?!?"
"Natürlich nicht. Wir drohen nicht! Wir machen Versprechungen, ja, aber keine
Drohungen."
Als der Chef sieht, in welche Richtung die Unterhaltung entwickelt, schaltet er in
den Spendier-Modus um ....
"Und was würde sie denn aufheitern?"
"Ein paar 3D-Grafikkarten wären ganz gut", sage ich und beschreibe ihm ein paar 32
Megabyte-Karten, die geradezu darum BITTEN, ein wildes Gemetzel anzeigen zu
dürfen.
"Hmmm, dann füllen sie einen Bestellschein aus und ich unterschreibe ihn dann."
...
Mein siebter Sinn (Aufspüren von Tricksereien) schlägt Alarm. Offenbar will er mich
aus irgendwelchen Gründen so schnell wie möglich loswerden. Es wird Zeit, die
Initiative zu ergreifen.
"Nun, da gäbe es nur noch ein Problem. Diese Grafikkarten sind nicht zur
ASIJMU-Technologie kompatibel, auf der unsere Rechner basieren."
"ASIJMU?"
"Asymmetrische Sychronisat..."
*DUMMY-MODUS EIN*
"Was wird es kosten?" unterbricht er mich, bevor ich mir einen zur Abkürzung
passenden Standard ausdenken kann.
"Ein Rechner, der kompatibel ist? Da kämen ein gut zwei Tausender zusammen."
"ZWEITAUSEND PFUND!" keucht er.
"Aber es IST eine zukunftssichere Technologie!" antworte ich defensiv. "Und,
nebenbei, ich könnte dem PJ meinen alten Rechner überlassen, damit er sich
glücklich fühlt ..."
Zum Schluß gibt der Chef auf. Und das bestimmt nicht nur, weil er Angst davor hat,
daß ich auf seine Seite des Schreibtischs komme und all die Browserfenster mit den
Pornoseiten sehe. (Eine Reflektion in seinen Brillengläsern.)
"Also haben sie vielleicht ein Bestellformular?" frage ich und bin mir sicher, daß die
Browserfenster schließen und seinen guten Willen schneller verlieren würde als
OS/2 seine Bedeutung, wenn ich ihn jetzt ohne ein unterschriebenes Formular
verlasse.
"Nein, aber die Sekretärin hat ein paar für sie."
Eine gute Antwort, doch nicht gut genug. Zeit, den Druck etwas zu erhöhen ...
"Drucken sie sich doch einfach noch eins aus, bevor sie es vergessen", schlage ich
ihm vor und gehe auf seinen Monitor UND den Drucker zu, in dessen
Ausgabeschacht ein paar Blätter liegen, die anscheinend gerade gedruckt wurden.
"AH! Ich wußte es doch", platzt er heraus und öffnet eine Schublade seines
Schreibtischs. "Hier habe ich doch noch ein Formular."
Er wartet ungeduldig, während ich das Formular so ungenau ausfülle, daß ich damit
selbst einen Fernseher kaufen könnte.
Als ich seine Unterschrift habe, verziehe ich mich schnell ...
... und rufe einen dieser Händler an, die immer wie Geier im Western auf ein Opfer
lauern, um ihm zu sagen, was wir wollen.
Und dann geht es los. Dieses Ritual, das an einen Autokauf erinnert ...
"Wofür brauchen sie den Rechner denn?"
Das ist der erste Weg, mir WIRKLICH auf die Nerven zu gehen. Der Verkäufer, der
seinen Posten vor drei Wochen bekommen hat, entschließt sich, meine Bestellung zu
ignorieren, um mir einen Computer zu verkaufen, den ER will, wobei er mit
Fachworten um sich wirft, um seine mangelnden Kenntnisse zu kaschieren ...
"DHCP-Server", rufe ich genervt ins Telefon. (Aber noch immer nicht genervt genug,
um ´Exchange-Server´ zu sagen, um wenigstens Mitleid zu ernten.)
"Dafür brauchen sie doch nicht die bestellte Grafikkarte!"
"Doch, die brauche ich! Digital High Convergence-Peripherie-Geräte sind von einer
guten grafischen Präsentation abhängig", antworte ich und laufe zu kreativer
Hochform auf.
"Digital High Convergence-Peripherie? Ich dachte, sie meinten Dynamic Hos ..."
"Ein alter Hut. Das hier ist der neueste Schrei."
"Also werden sie viel Festplattenplatz brauchen?"
"Natürlich."
"Gut, aber brauchen sie wirklich ein so kleines Gehäuse - wie wäre es mit einem
Tower-Gehäuse, in dem viel Platz für weitere Laufwerke ist? Für nur zwanzig Pfund
Aufpreis?"
"Ich brauche keine zusätzlichen Laufwerke, sondern nur die beiden 72
Gigabyte-Festplatten, die ich bestellt habe."
"Und wie wäre es mit einem Dual-Prozessor-System - ich könnte ihnen ein
großarti ..."
"Ich brauche keine Dual-Prozessoren."
"Und eine RAID-Karte - schützen sie ihre Daten mit ..."
"Wenn ich RAID gewollt hätte, hätte ich eine solche Karte bestellt. Erinnern sie sich
überhaupt an die Bestellung?"
Und so weiter und so fort bis wir endlich den Rechner zusammengestellt haben, den
ich vor dem Gespräch mittels Fax bei ihm bestellt habe ...
...
Zwei Wochen später trifft der Rechner ein. Ein Tower-Gehäuse mit drei
Extra-Festplatten, einer RAID-Karte zu einem Preis, dessen Höhe wohl schwer zu
schlagen sein dürfte. Ich rufe also den Händler an, und er stimmt nach einigen faulen
Ausreden (´Wir haben ihnen versehentlich den falschen Rechner geschickt - aber
sie können sich noch anders entscheiden.´) schließlich zu, den bestellten PC zu
liefern.
Zwei Tage später kommt mein Rechner endlich an - etwas zur selben Zeit ruft mich
der Verkäufer an und will wissen, wo all die Innereien des Rechners seien, den er mir
zuerst geschickt hatte.
"War der Karton geöffnet?" frage ich.
"Nein, er war noch originalversiegelt", gibt er zu.
"Dann muß es sich wohl um einen Fehler beim Zusammenbau handeln."
"Ja, damit könnten sie Recht haben ..."
"Selbstverständlich! Könnten sie mir noch einen Gefallen tun?"
"Uh, ja."
"Könnten sie mir sagen, wo ich Treiber für RAID-Karten bekommen, wie sie sie mit
ihren Geräten ausliefern?"
Eigene Erlebnisse sind großartiger Lehrmeister.
Wie ich.


Der B.O.F.H. meistert die Kunst kreativer Rechnungsstellung ...

Wir werden in den nächsten Tagen einen Besucher in unserem Büro haben, der das
Hauptprogramm für die Finanzverwaltung aktualisieren soll, das die Firma nutzt.
Und, ich habe es ja geahnt, sein Stundensatz (Ich stolperte zufällig darüber, als
seine Aktentasche umfiel, in deren Verschluß ich eine Büroklammer geklemmt
hatte.) ist so hoch, daß selbst MEINEN trainierten Augen die Tränen kommen - und
ich bin ja auch nicht ungeübt in den Kunstsparten Erpressung und allgemeiner
Diebstahl.
Natürlich versucht er es dadurch zu verbergen, daß er TAGESSÄTZE berechnet, um
naive Menchen (den Chef, den Abteilungsleiter, die Vertragsabteilung), die das
Gefühl vermitteln, man bekomme in den 7.5 Stunden sehr viel mehr fürs Geld. Gut,
eigentlich sind es 4.5, wenn wir ehrlich sind und Essens- und Getränkepausen sowie
die Zeitungslektüre abziehen.
Wie auch immer, es ist schon so, wie man sagt: Man wird für das bezahlt, was man
weiß, und nicht für das, was man tut ...
"Sie wollen also sagen, daß er extrem überbezahlt wird?" fragt der PJ, als ich ihm
diese Fakten erzähle.
"Wie kommen sie denn darauf?"
"Weil er weiß, wie er sie alle übers Ohr hauen kann!"
"Nun, er ist nicht so ein Multitalent wie wir - seine Stärke ist zweifellos das
Finanzprogramm und dessen Installation."
"Und wieso liest er dann so aufmerksam die Dokumentation für die Aktualisierung?"
"Das ist eine hochkomplexe Materie, es gibt hunderte Prozeduren, die im Vorfeld der
Aktualisierung abgeschlossen werden müssen", erinnere ich ihn. "Er wird ganz
einfach die Prüflisten durchgehen. Welches Kapitel liest er jetzt?"
"Die Einleitung - mit dem Titel ´Wie benutzte ich diese Dokumentation´."
"Nun, möglicherweise ..."
"Er liest schon seit einer Stunde darin ..."
"Ah."
"Ah?"
"Ah. Das bedeutet, daß wir es mit einem ´Lies es und wende es an´-Aktualisierer zu
zun haben."
"´Lies es und wende es an´?"
"Er ist einer von der alten Schule, die immer erst prüfen, ob die Stromversorgung
funktioniert."
"Er wird die Kabel prüfen?"
"Machen sie sich nicht lächerlich - das ist gefährlich! Ich werde sie damit
beauftragen, das zu tun!"
"Oh. Und was hat das nun zu bedeuten?"
"Das bedeutet, daß ich glaube, er wird den Anleitungstext überfliegen, sich
versichern, daß wir eine komplette Sicherungskopie der Daten haben und dann blind
die Aktualisierung beginnen, wobei er alle Voreinstellungen übernehmen wird. Und
das alles in der SICHERHEIT, daß er die Daten wiederherstellen kann, wenn das
nötig wird."
"Ah."
"Genau. Und wenn es funktioniert, wird er zufrieden herauskommen. Geht dagegen
etwas schief, wird er behaupten, es gäbe ´einige Inkompatibilitäten zwischen unserer
Software und dem Aktualisierungsprogramm´, und wir führen eine Rücksicherung
durch."
"Rücksicherung?"
"Ja, das ist eine harmlose Art zu sagen, daß die ganze Arbeit umsonst war und die
Beweise dafür durch die Sicherungskopie beseitigt werden sollen."
"Hat man ihnen schon einmal gesagt, daß sie ziemlich zynisch sein können?"
"Könnte schon sein, aber die waren nur verbittert ..."
Unser Gespräch wird Sekunden später durch das erneute Auftauchen der bewußten
Person unterbrochen, die mit der Anleitung und einem Stift zum Markieren von
Texten erscheint.
"Ah, ich wollte nur fragen, ob sie eine komplette Sicherungskopie des Systems
haben."
"Aber natürlich!" lüge ich und gebe den Bändern einen Stoß, so daß sie im Mülleimer
landen, als er den Raum verläßt.
... einige Stunden später ...
"Ich befürchte, wir brauchen eine Rücksicherung."
"Oh, wieso denn das?"
"Offenbar gibt es eine Inkompatibilität zwischen ihrer Programmversion und der
Version, die das Aktualisierungsprogramm erwartet." murmelt er.
Die Nadel meines Lügendetektors schlägt für einen Augenblick über die Grenze der
Skala aus.
"Aber sicher doch", rufe ich und greife ein Band von dem Stapel mit den Bändern, die
nicht mehr lesbar sind.
... 10 Minuten später ...
"Ich fürchte, daß das Band Fehler hat und nicht mehr lesbar ist." stelle ich fest.
"Ich ...." keucht er. "Haben sie es denn nicht überprüft?"
"Aber selbstverständlich", antworte ich und ignoriere erfolgreich den Klang meines
Lügendetektors. "Ich vermute, daß es dieser Prüfvorgang war, der dem Kamel das
Rückgrat gebrochen hat - bildlich gesprochen!"
"Können sie denn GAR KEINE Daten wiederherstellen?"
"Nein, die Lesefehler konzentrieren sich auf den Anfang des Bandes - wie das
häufig bei dem meistgenutzten Bereich magnetischer Speichermedien der Fall ist."
plappere ich.
"Oh, mein Lieber", sagt er sich nur halbherzig entschuldigend. "Unsere Vereinbarung
über Haftungsausschluß sieht eindeutig vor, daß wir nicht verantw ..."
"Haftungsausschluß?"
"Ja, als Teil unseres Vertrages lassen wir unsere Kunden ein Dokument über einen
Haftungsausschluß unterzeichnen, falls es Schwierigkeiten mit den Aktualisierungen
geben sollte. Ich habe es in meiner Aktenta ... Hmmm, es müßte irgendwo hier
sein ...."
"Oh, sagen sie jetzt nicht, sie hätten keine unterzeichnete Urkunde über den
Haftungsausschluß. Und ich WETTE, daß sie einen Vertrag mit ihrer Firma haben,
der IHRE FIRMA von der Haftung für ihre Handlungen freistellt?"
"I ..."
"Was bedeutet, daß sie *persönlich* von unserer Firma verantwortlich gemacht
werden für die Ausfälle ..."
"I ..."
"Es sei denn, natürlich ... Aber andererseits ..."
"Es sei denn - was?!?!?!"
"Nun, es sei denn sie würden die Daten aus den ruinierten Tabellen selbst wieder in
die Datenbank eingeben, bevor die Erbsenzähler am Morgen kommen ...."
"Aber die zerstörte Tabelle hat über 200.000 Zeilen!"
"Ja, und es würde Ewigkeiten dauern. Es sei denn, sie würden es schaffen, die
Sekretärinnen zu bestechen ... Unsere Schreibabteilung könnte es für sie tun ...."
"WIRKLICH?!?!" stößt er hervor.
"Ich weiß nicht - klingt teuer!" mischt der PJ sich rechtzeitig ein. "Es ist ihre
Entscheidung, ich weiß nicht, ein paar Tausender."
"Ich habe zweitausen Pfund!" greift er nach dem rettenden Strohhalm.
"Ah, das dürfte DREItausend Pfund kosten - schließlich müssen mein Assistens,
ich und der Chef der Schreibabteilung die Sache decken."
"Nehmen sie einen Sche ..."
"BARGELD. Wenn sie sich beeilen, könnten sie es noch bekommen, bevor die
Banken schließen und die Sekretärinnen verschwinden."
Er braucht nur zehn Minuten, um wie eine Rakete aus dem Gebäude zu rasen und
das nötige Geld zu holen, um die Transaktion zu tätigen. Ich versichere ihm, daß die
Sekretärinnen ihr Bestes geben und arbeiten werden, bis sie es geschafft
haben - oder sie würden die Schuld auf sich nehmen - was seinen Kummer sichtlich
mindert.
Als er verschwunden ist, reiche ich dem PJ seinen Anteil (500 Pfund), wobei ich
seinen Protest ignoriere.
"Haben SIE die Festplatte heute früh gespiegelt?" frage ich ihn, während ich die
Aktualisierung lösche und mit ein paar wohlplazierten Tastaturanschlägen die
ursprünglichen Daten wiederherstelle. "Waren SIE es, der die Vereinarung über den
Haftungsausschluß aus seiner Aktentasche holte? Ich glaube nicht! Sie haben ihre
Belohnung für ihre beiden Einfälle in dieser Angelegenheit bekommen - ihren
Einwurf mit den Kosten zum richtigen Zeitpunkt ..."
"Und?"
"Und die Idee, mir ein paar Biere zu spendieren!"
"Natürlich!"


Der B.O.F.H. bekämpft die Niedergeschlagenheit ...

"Warten sie bitte einen Augenblick, bis ich die Antwort auf diese Frage aus meinem
HINTERN herausgeholt habe!" faucht der PJ ins Telefon, an dessen anderen Ende
ein armer, ahnungsloser Nutzer sitzt ...
... der diese Behandlung zweifellos verdient hat.
Wie auch immer, das Verhalten des PJs ist etwas auffälliger als sonst, so daß ich
mich entschließe, die Situation durch meine ´Ruhig, ruhig´-Strategie zu entschärfen,
und frage, worum es eigentlich geht.
"Sie glühen ja mehr als ein 486 DX bei einem Megahertz ohne Wasserkühlung - was
geht ihnen denn auf Nerven?" rufe ich, als er den Hörer auf die Gabel geworfen hat.
(´Ruhig, ruhig´ bedeutet, daß man grausam sein muß, um wirklich zu helfen.)
Natürlich ist es wieder einmal Liebeskummer, der den armen Kerl peinigt. Offenbar
bevorzugt seine letzte große Liebe die Gesellschaft anderer Schwachköpfe. Nein,
nicht die VIELER Schwachköpfe, sondern die Gesellschaft nur eines anderen
Schwachkopfes ...
... aus unserem Haus.
"Nun, sie wissen ja, was ich immer sage ...." antworte ich, als er mir die traurige
Geschichte schließlich erzählt hat.
"Das plötzliche Herunterfahren aller Server muß nicht gerechtfertigt werden?"
"Ja, aber NEIN, daran dachte ich eigentlich nicht, sondern ...."
"Ein Schwachkopf, dessen Passwort bald jeder kennt?"
"Ah, nein, ich dachte mehr an ..."
"Einen Netzwerkausfall, der Bänder für Sicherungskopien spart?"
"NEIN! Ich sage immer ´Vergebung und Vergessen!´."
"Nein, sagen sie nicht!! Das sagen sie NIEMALS!"
"Tatsächlich? Dabei könnte ich schwören, daß ....! Erinnern sie sich noch an den
Erbsenzähler, der sich in der Schlange in der Kantine vor mich gedrängelt hat?"
"Der Kerl, dem sie entgegenstolperten und den wirklich heißen Gulasch ins Gesicht
gekippt haben?"
"Ein Unfall, der gar nichts bedeutet ..."
"Und der einen brennenden Rechner fand, als er an seinen Arbeitsplatz
zurückkehrte ...."
"Ein Lüfterproblem, das völlig bedeutungslos ist ...."
"... und dessen gasgefederter Arbeitsstuhl völlig entladen war."
"Das war ein völlig normaler Gasverlust, wie er in pneumatischen Geräten
vorkommt ..."
"Und das verunstaltete Bild mit seiner Familie?"
"Jetzt WARTEN SIE ABER EINMAL EINE MINUTE! Das Bild war verunstaltet,
bevor ich in den Raum kam! Natürlich, seine Familie sieht so aus, doch meine
Veränderung sorgte dafür, daß die Ähnlichkeit mit Gorillas nicht mehr so
offensichtlich war."
"Und das nennen sie ´Vergebung und Vergessen´, oder?"
"Natürlich. Ihm wurde vergeben - und ich hatte die Sache vergessen, bis sie die
Erinnerung daran wieder hochbrachten."
"Ich glaube nicht, daß es das ist, was die Menschen darunter wirklich verstehen."
"Aber Rache ist ein integraler Bestandteil des Vergebens und des Vergessens! Wie
soll man vergeben, wenn man noch einen Groll in sich hat? Dieser Erbsenzähler hat
nun ein ganz normales Nutzer/System-Manager-Verhältnis zu mir!"
"Und wieso haben sie sein Datenverzeichnis auf dem Server gelöscht?"
"Weil wir eine normale Nutzer/System-Manager-Beziehung haben! Wie auch
immer, er hat angerufen und sich darüber beschwert, daß sein Platz auf dem Server
knapp wurde, was meine Reaktion geradezu HERAUSGEFORDERT hat!"
Der PJ begreift, daß diese Unterhaltung vom Thema abkommt und will sich mit einem
Seufzer und einem verzweifelten Gesichtsausdruck davonmachen.
"Also, was MACHT dieser Schwachkopf in unserem Haus?"
"Irgendwas in der Marketing-Abteilung - mehr weiß ich nicht darüber."
"Aber doch seinen Namen?" frage ich, um seine grauen Zellen zu aktivieren.
"´Dave´, mehr weiß ich nicht."
"Gut, dann lassen sie uns kurz die Privatsphäre der Mitarbeiter-Datenbank
mißachten und sehen, wer er ist ... >Klick Klick Kclick< Also, hier haben wir DREI
Davids im Marketing - was die Auswahl ziemlich einschränkt, wenn sie mich
fragen - und >Klick Klick< ZWEI von ihnen sind älter als 50, woraus ich schließe,
daß sie nicht gerade den Vorstellungen ihrer Geliebten entsprechen dürften. Womit
wir nur noch die E-Mails von >Klick Klick< Rechner PCMKT14 testen müssen, der
>Klick Klick< irgendwie gegen Administratoren-Zugriffe gesperrt ist. Also
versuchen wir es mit seinem Anrufbeantworter ..."
"Das wird niemals funktionieren!" ruft der PJ. "Der Anrufbeantworter ist mit einer
Zahlenkombination gesichert, und nur die Leute von der Herstellerfirma können
diesen Schutz umgehen! Das ist idiotensicher!"
Wir lachen, holen uns die auf dem Server gespeicherten Aufzeichnungen seiner
Anrufe und spielen damit. Natürlich lasse ich meinen Finger auf der STOP-Taste,
falls es etwas haarig werden sollte. Sozusagen. Aber alles läuft gut und dreht sich
um die Arbeit.
"Richtig!" rufe ich und greife nach einer großen Kiste mit einem RJ45-Stecker. "Wir
müssen improvisieren. Stecken sie das in seine Netzwerk-Leitung im
Vermittlungsraum 4, Port, uh ... >Klick Klick< E31."
"Was ist das?"
"Das ist ein, ähm ... Netzwerkkarten-Tester ... *OH*, sollte er naß werden, dann
lassen sie die Hände davon!"
Eine Viertelstunde später bekommen wir einen Anruf von einem Nutzer, der über den
Brandgeruch seines Rechners klagt - wir entscheiden uns, die Sache zu prüfen und
besuchen den Nutzer.
"Er gab für etwa zwanzig Sekunden dieses hohe Quietschen von sich und blieb dann
stehen." informiert Dave uns.
"Wirklich? Möglicherweise ein Fall von intermodularer Verzerrung durch die Spitzen
im Datenstrom."
*DUMMY-MODUS EIN*
"Duh-huh. Ist er kaputt?"
"Sehr, wir werden ihn mitnehmen müssen."
"Oh, wie lange wird das dauern?"
"Ah, nur ein paar ... Ich sehe gerade ihren Stuhl - sieht aus, als wäre das Druckgas
entwichen - sie sollten .... MEIN GOTT, ist das ihre FAMILIE?!"
"W-WAS HABEN SIE MIT MEINEN FOTOS ANGESTELLT?!?"
"Mit ihren Fotos gemacht?" fragt der PJ. "Ich halte einen PC, da kann ich gar nichts
anstellen! Gleich werden sie mir vorwerfen, ich hätte in ihre Topfpflanze uriniert,
während sie unter dem Tisch die Kabel von ihrem PC getrennt haben!"
"Machen sie sich nicht lächerlich! Das waren offensichtlich die Raumpfleger!"
"Oh, mein Fehler. Trotzdem, sie können ruhig einen Kaffee trinken, während wir uns
das Gerät anschauen - lassen sie sich nicht stören ..."
Es ist irgendwie offensichtlich, daß Dave die Warnsignale nicht richtig zu deuten
vermag (die Begeisterung des PJs, die übervolle Tasse) und nimmt einen großen
Schluck ...
Als wir später in unserem Büro die Festlatte des Rechner wirklich unbrauchbar
gemacht haben und den Rechner ein paarmal dem Absturztest unterzogen haben,
macht der PJ ein paar Anrufe ...
"Uh ..." sagt er und läßt sich in seinen Sessel fallen.
"MMMmmm ..."
"Es war, äh, DOUG, nicht DAVE ..." murmelt er kleinlaut.
"Oh, mein Lieber ... trotzdem, es war doch lustig! Wie auch immer", rufe ich und
reiche ihm erneut den Netzwerkkarten-Tester. "Dann prüfen sie eben die
Netzwerkkarte von Doug!"


Eins zu Null für den B.O.F.H.

"Und was wollen sie damit erreichen?" fragt der PJ, der skeptisch einen
Projektvorschlag mustert, den der Chef nicht ohne Genuß und Begeisterung
vorbeigebracht hat.
"Der Plan sieht vor, daß unsere Arbeit und die der neuen Nutzer-Betreuung dadurch
erleichtert wird, daß wir in jeder Abteilung die fähigsten Köpfe schulen, damit sie
sich um die alltäglichen Computerprobleme kümmern können, die uns so sehr
plagen."
"Und sie glauben, daß das funktioniert?"
"Natürlich. Wie eine nicht-kopierte Look-and-Feel-Benutzeroberfläche." erklärt
der PJ zynisch.
"Also glauben sie, daß die Kandidaten sozusagen keine ganzen Kerle sind?"
"Zu 48 Prozent, höchstens." erwidere ich.
"Nun, ich dach ..."
"Sie könnten WASSER nicht aufwischen ohne vorher studiert zu haben ..."
"Ja, aber ..."
"Sie glauben, daß Firewalls in Schornsteinen benutzt werden!"
"Ja, und sie werden ..."
"Daß nur Jenny Craig Thin Clients macht ..."
"S ..."
"Die einzige Hardware, die sie jemals angefaßt haben, haben sie im Schlafzimmer
angefaßt - und selbst da gab es Fehler. Diese Nutzer glauben, Linux sei ein Freund
von Charlie Brown ... Daß >BZZZZZTTTTT<"
Der PJ, der eine mentale Endlosschleife entdeckt zu haben glaubt, startet mich mit
dem bewährten Elektro-Schocker neu. (Was er später natürlich bereuen wird.)
"Also, was werden wir ihnen beibringen?" fragt er zweifelnd.
"Die allerwichtigsten Grundlagen - wie man die Tastaturabdeckung benutzt, wie
man die FESTSTELL-Taste betätigt, wo der Netzschalter ist, wie ein
Netzwerkkabel aussieht - diese Dinge eben."
"Aha", sagt er so nachdenklich wie ich mich fühle.
...
"Kann jemand mir die wichtigste Regel für den sicheren Umgang mit Computern
nennen?" frage ich und schaue mich im Publikum um, ob einer der herbeorderten
Zuhörer eine Antwort hat. Natürlich, IMMER gibt es bei solchen Vorträgen einen
Besserwisser, der in seiner Windelzeit einen Apple ][ E programmiert und nun
tausend und eine unsinnige irrelevante nervtötende Geschichte zu erzählen hat über
die Schwächen des 6502er Befehlssatzes. Und wenn er das gerade einmal nicht tut,
dann pflegt er den Monolog des Redners durch Zitate aus dem ´Computerführer für
Pedanten´ zu korrigieren.
In Ordnung, jetzt bin ich etwas verbitterter.
"Das muß das Netzteil sein!" ruft die heutige Ausgabe des Besserwissers.
"Unheimlich viel Spannung in einem Netzteil, die auch eine Stunde nach dem
Ausschalten des PCs noch in einem Kondensator gespeichert sein kann."
Sie sehen, was ich meine?
"Nein!" rufe ich. "Aber wir kommen später auf dieses Thema zurück. Jetzt sprechen
wir über die ZWEITWICHTIGSTE Regel zur Computer-Sicherheit, bei der es um
den Schutz der Daten vor Fremden geht. Ein geschützter PC ist ein sicherer PC,
müssen sie wissen! Nun, wie sollte also ein Passwort aussehen?"
"Eine pseudozufällige Kombination aus alphanumerischen Zeichen und Symbolen,
wobei große und kleine Buchstaben gemischt auftreten sollen." plappert der
Besserwisser los, bevor die anderen die Frage überhaupt begreifen können.
Wegen des technischen Klanges der Antwort nicken einige der Zuschauer
zustimmend mit den Köpfen.
"NEIN!" rufe ich enthusiastisch und gebe der Stimmung einen Hauch von
Konspiration. "Genau das wird von ihnen ja erwartet!"
"Wer erwartet was ...?" fragt meine Nervensäge.
"Industriespione!" antworte ich und senke meine Stimme. "Glauben sie es oder
lassen sie es, aber Industriespionage existiert - selbst bei unseren dürftigen
Umsätzen. Manchmal wollen sie nur Informationen - manchmal wollen sie aber auch
unsere Abläufe unterbrechen oder zumindest stören! Weshalb zum Beispiel in der
vergangenen Woche drei Rechnungsprüfer zur Arbeit kamen und ihre Festplatten
komplett gelöscht vorfanden und alle DIMM-Chips aus ihren PCs entfernt waren!"
Ein ängstliches Stöhnen geht durch den Raum, selbst wenn 98 Prozent von ihnen
einen DIMM-Chip nicht erkennen könnten, wenn sie einen in ihrem Kaffee fänden.
"Aber sie mußten doch in das Gebäude gelangen, um die DIMMs zu stehlen, also
hätten auch die Passworte nicht geholfen", kommentiert der Besserwisser. "Sie
hätten auch die Festplatten mitnehmen können und einfach die Daten bei sich
anschauen können. Mit den neuen Geräten zur Festplattenrettung kann man sogar
Daten wiederherstellen, die vorher gelöscht wurden, selbst wenn man ein besonders
ausgeklügeltes Programmm zum Überschrei ...."
GENAU! Ich habe genug!
"Sie liegen richtig, natürlich", rufe ich dem Experiment, das sich vor mir entwickelt,
zu. "Deshalb habe ich ja immer und immerwieder eine Erhöhung des Budgets für die
Sicherheit gefordert! Wie auch immer, das ist erst einmal alles zum Thema
Sicherheit. Speicherfehler! Kann mir jemand sagen, wie man die DIMMs in diesem
PC ersetzen kann?"
Nein, es gibt keinen Preis für die richtige Antwort darauf, wer diese Frage
beantwortet, bevor ich den Satz beenden kann.
"Nun, man schaltet das Gerät ab und zieht den Stecker aus der Dose. >KLICK<
Dann öffnen wir das Gehäuse >SNICK< etwa so, nehmen es ab und schon sehen wir
die Innereien des Rechners."
"Richtig. Und nun der Austausch?"
"Ganz einfach, hier sind die DIMMs und man nimmt sie heraus, indem man
>ZZZZZZZZzzzzzzzzzzzz ...<"
"Nun, was hat er nicht beachtet?" frage ich die Zuschauer des Feuerwerks.
>ZzzzzzZZzZZZZZZZZZZZZZZZZ<
"Genau, er hat vergessen zu prüfen, ob sich in diesem Karton mit der Aufschrift
´Druckerpapier´ eine Unterbrechungsfreie Stromversorgung befindet!"
>ZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZeeeeeeerrrrrrrrrrrrrr ...<
"Und er hat übersehen, daß jemand eine aufgebogene Büroklammer in die Maschine
fallenließ, die irgendwie die Phase des Netzteils mit dem DIMM-Chip verbindet!
Wirklich ein seltsamer Zufall ..."
...
Natürlich schalte ich die USV ab, irgendwann ... Und er macht noch immer weiter!!
"Ich kann nicht glauben, daß die USV nicht geerdet war!" keucht er. "Sie muß defekt
sein - jemand sollte eine Reparat ...." >ZZZZZZZZZZEEEEEEERRRRT!<
"Ups", rufe ich, als mein kleiner Helfer ohnmächtig zu Boden fällt. "Kann mir jetzt
jemand sagen, was die wichtigste Regel für Computersicherheit ist?" frage ich.
"Man sollte ihnen nicht auf die Nerven gehen?" murmelt jemand im Hintergrund.
Und da behaupten manche, man könne den Leuten nichts mehr beibringen.


Der B.O.F.H. findet einen Brandstifter ...

"Ich bedaure, aber das kann ich kaum glauben", sage ich und schüttle ungläubig den
Kopf über diese Unterstellungen.
"Ja, so werden sie auch zitiert." sagt der Personaler und wedelt mit einem Stück
Papier, das einige Beweise für die neueste Beschwerde über den PJ und meine
grundgute Person enthalten soll.
"Nun, ich bin wirklich verblüfft."
"Ja, das sollen sie auch gesagt haben." antwortet er.
"Wer behauptet das?" will ich wissen.
"Rechnungsprüfer."
"Wer aus der Abteilung?" frage ich und weiß wirklich nicht, in welche Richtung sich
diese Unterhaltung entwickeln wird.
"Alle."
"Alle?! Wie kann jeder aus der Rechnungs-Abteilung eine Beschwerde über mich
haben!!?" rufe ich, da ich noch immer nicht weiß, worum es eigentlich geht.
"Sie sagen, daß sie absichtlich die Sprinkleranlage eingeschaltet haben, um sie zu
ärgern."
"Das ist doch grotesk - wir können das Brandschutzsystem doch gar nicht
kontrollieren. Es wird komplett ferngesteuert!" rufe ich, während ich mich zugleich
wundere, wie der PJ das geschafft haben könnte.
"Das ist mir bekannt!" erwidert unser Ankläger. "Wie auch immer, die Fachleute von
der Feuerwehr glauben, daß die optischen Sensoren durch den Rauch ausgelöst
wurden, der aus einem PC herauskam, den sie gerade gewartet hatten. Ein Rechner,
der vollgestopft war mit ölgetränktem Zeitungspapier!"
Problem gelöst. Der PJ ist dafür verantwortlich, der gern mit brennbarem Material
hantiert. Solche Methoden gehören nicht unbedingt zu meinem Arsenal, aber
trotzdem verdient er ein paar anerkennende Punkte für die Mühe.
"Ich bedaure", erwidere ich und bemühe mich, den PJ zu schützen. "Aber ich habe
noch immer keine Ahnung, weshalb sie uns dafür verantwortlich machen, da wir uns
zur Zeit gar nicht um die Arbeitsplatzrechner in der Rechnungs-Abteilung kümmern.
Diese Tätigkeit wurde ja ausgelagert und, für eine nicht unbedeutende Summe, darf
ich sagen, einem Vertragspartner übertragen."
"Ja, wir haben mit ihnen gesprochen, und sie haben erklärt, daß der Rechner
funktionierte, als er ihr Büro verließ."
"Natürlich behaupten sie das! Welcher Ingenieur würde zugeben, daß er ein Gerät
zurückgeschickt hat, weil es zu viele Fehler hatte? Das Ding hätte im Rechnerraum
IN FLAMMEN AUFGEHEN KÖNNEN und sie würden trotzdem behaupten, daß es
nur Selbsttests ausgeführt hat. Ingenieure LÜGEN! Das bringt man ihnen doch als
erstes bei!"
"Und was ist nun hiermit?" fragt mein Ankläger und präsentiert mir das Blatt Papier.
Hmmm. Etwas ist faul im Staate Dänemark, und ich spreche nicht über den Atem
eines französischen Touristen ... Der Lieferschein für den Rechner trägt die
Unterschrift des PJs. Und das ist einfach lächerlich - der PJ würde niemals seine
eigene Unterschrift benutzen. Er nimmt entweder die eines anderen (normalerweise
die des Chefs) oder setzt einen Krakel aufs Papier, der wie die Signatur von Charles
Manson aussieht.
"Das ist ganz offensichtlich eine Fälschung." antworte ich, habe aber trotzdem noch
meine Zweifel.
"Nun, ich habe zufällig ein Muster seiner Unterschrift dabei - vorgelegt VON der
Rechnungs-Abteilung - für eine Bestellung, die er neulich ausgefüllt hat. Und wenn
sie sich diese anschauen, nun, dann stimmen die Unterschriften perfekt überein."
"Ja, es gibt Kopierpapier." antworte ich und vergleiche die beiden Signaturen. "Aber
stimmt es sie nicht nachdenklich, daß die beiden Unterschriften PERFEKT
übereinstimmen?"
"Nein, das beweist nur, daß er nicht sehr vorsichtig ist!"
Wir feilschen noch ein wenig, bis er davon überzeugt ist, daß die Unterschrift des
PJs nichts beweist - jeder hätte das Paket mit dem Rechner zwischen der
Anlieferung und dem Auspacken am Arbeitsplatz manipulieren können. Trotzdem will
er noch unter vier Augen mit dem PJ sprechen.
"Ich schaue nach, was er heute macht", erkläre ich und klicke auf das
´Terminplaner´-Icon auf dem Monitor des PJs.
Niemand weiß, daß dadurch eine SMS-Nachricht auf das Handy des PJs geschickt
wird, in der er davor gewarnt wird, in der Firma aufzutauchen. Diese Terminplaner
sind wirklich eine hervorragende Sache ...
"Oh, schauen sie sich das an!" rufe ich und deute auf eine Fehlermeldung auf dem
Monitor. "Sein Kalender ist defekt."
"Wer er nicht auch schon kaputt, als ich ihn neulich suchte?" fragt der Chef, der
einen mittelgroßen Braten zu riechen glaubt.
"Ja", antworte ich. "So sind eben diese großen Software-Hersteller - ohne eine
richtige Qualitätskontrolle!"
Irgendwann haben es der Chef und der Personaler satt, noch länger auf den PJ zu
warten und trotten auf eine saftigere Weide, als ich ihnen verspreche, sie zu
informieren, SOBALD der PJ auftaucht. Ich vertreibe mir die Zeit damit, die Beweise
zu studieren und ein paar Anrufe zu machen, um zu einer Entscheidung zu kommen.
Später an diesem Nachmittag treffe ich den PJ im Fahrstuhl und nutze einen
´Notfall-Halt´, um ihn über die Ereignisse zu informieren. Ein leuchtender Punkt auf
meinem Pager zeigt mir, daß mein Opfer gerade sein Büro verlassen hat und sich zu
den Fahrstühlen begibt.
"Abwärts?" frage ich freundlich, als der Erbsenzähler besorgt aufblickt.
Eine halbe Etage später stoppen wir für ein Gespräch.
"Weshalb haben sie ihren Rechner angesteckt?" frage ich.
"Ich habe meinen Rechner nicht ..."
"Belügen sie mich nicht. Ich weiß, daß sie den Rechner vom Lieferanten bekommen
und die Unterschrift des PJs gefälscht haben, die sie auf einer Bestellung, die sie
bearbeiten sollten, fanden. Und ich weiß, daß das Papier in dem Rechner von der
Financial Times kam - die im ganzen Haus nur zwei Leser hat: den Geschäftsführer
und sie, denn in ihr findet man keine nackten Brüste. UND sie waren abwesend, als
der Sprinkler losging!"
"Ich ..." stottert er.
"... war es?" schlägt der PJ vor.
"Ich ..."
"Wieso?" frage ich interessiert.
"WEIL ICH SIE NICHT AUSSTEHEN KANN!" erleichtert er sich. "IMMER
NERVEN SIE MICH MIT IHREN DUMMEN FRAGEN!!! ´Was bedeutet diese
Meldung?´, ´Wo ist die ANY-Taste?´, ´Wie kann ich dieses Programm beenden?´,
´Was ist ein gutes Passwort?´ ICH HASSE DAS! SIE VERFOLGEN MICH!"
Plötzlich wird mir alles klar. Seit dem Vortrag in der vergangenen Woche nerven die
verschiedenen Abteilungen ihre eigenen Leute statt bei uns anzurufen!
"Ich kann ... ich kann mit ihnen fühlen", sagt der PJ und setzt den Lift wieder in
Bewegung. "Jetzt wissen sie, wie wir uns an manchen Tagen fühlen. Aber daß sie
meine Unterschrift benutzt haben ..."
Nach seiner großzügigen Entschuldigung lassen wir ihn gehen und kehren in unser
Büro zurück. Ich muß gestehen, daß es ein gutes Gefühl ist, einen verwandten Geist
bei den Erbsenzählern zu haben. Jemanden, dem wir in die Augen schauen können.
Jemanden, der versteht, mit welchen Idioten wir zu kämpfen haben. Jemanden, den
wir verantwortlich machen können für all das ölgetränkte Zeitungspapier, mit dem
der PJ und ich die Rechner in dieser Nacht ausstatten werden.
Ja, das ist wirklich gut ...


Der B.O.F.H. spielt mit Würmern ...

"Aber mein Passwort KANN nicht ungültig sein", wimmert ein Nutzer durch die
Leitung. "Ich habe es erst an diesem Morgen geändert!"
"Wenn sie mit ÄNDERN meinen, daß sie aus ´Wurm21´ ein ´Wurm22´ gemacht
haben, dann haben sie kein Glück, fürchte ich. Das neue Passwort-Programm erlaubt
solche Änderungen nicht mehr."
"Aber ich liebe das Wort ´Wurm´!"
"Und ich liebe Worte wie ´leichte körperliche Schäden´, aber ich benutze sie nicht
als Passwort. Nicht mehr."
"Aber es gab doch noch nie Probleme!" schmeichelt er.
"Das stimmt - das Prüfprogramm für Passworte, das wir bis jetzt hatten, erlaubte
beinahe jede Änderung - sie hätten sogar einen einzelnen Buchstaben nehmen
können."
"Wirklich?" keucht der Nutzer und überschlägt offensichtlich, wieviel Zeit er damit
beim Anmelden im Netzwerk gespart hätte ...
"Ja, wirklich. Aber zum Glück haben wir jetzt ein Programm, das weitaus sicherer
ist."
"Trotzdem mag ich ´Wurm´", ruft er. "Warum kann ich ´Wurm´ nicht mehr
verwenden? Könnten sie nicht dafür sorgen, daß das Programm mein früheres
Passwort vergißt?"
"Das könnte ich, aber ich werde es nicht tun - das ist einfach zu unsicher. Und
nebenbei ..." >Klick< Unsere Konversation wird plötzlich unterbrochen, als ich den
Hörer auflege.
"Warum haben sie das gemacht?" fragt der PJ.
"Das ist die Hauptregel für Telefongespräche - IMMER dann auflegen, wenn *sie*
gerade sprechen. Auf diese Weise glaubt niemand, daß sie es waren, der aufgelegt
hat!"
"Hallo?" gehe ich wieder an das Telefon.
"Wir wurden wohl unterbrochen!" sagt der Nutzer. "Die Leitung war plötzlich tot!"
"Ja, wir haben hier ein paar Probleme mit der Zuordnung der Nummern. Ich glaube,
die Telefongesellschaft fummelt an ihren Leitungen herum, so daß wir ..." >Klick<
Der PJ grinst vielsagend. Der Groschen ist also gefallen.
Das Telefon klingelt erneut, und die Rufnummernidentifizierung meldet, daß es
wieder unser jammernder Nutzer ist ...
"Hallo. Israelische Botschaft. Wie kann ich ihnen helfen?" meldet sich der PJ und
versucht dabei das zu imitieren, was er für einen israelischen Dialekt hält ....
... und wieder ...
"Australische Botschaft. Was kann ich für sie tun?"
... und so weiter ...
"ICH WEISS, DASS SIE DA SIND! SIE SIND DER VERDAMMTE
ADMINISTRATOR!" ruft der Nutzer wütend.
"So werden sie den Botschafter nie erreichen!" sage ich und übernehme den Anruf
vom PJ.
"Ich will, daß mein verdammtes Passwort wieder zurückgesetzt wird, wie es früher
war!"
"Nun, ich werde sehen, was ich ma ..." >Klick<
>Klingel<
"Warum unterbrechen sie immer unser Gespräch?!"
"Wir tun nichts derar ..." >Klick<
>Klingel<
"Netzwerk- und Systembetreuung. Hal ..." >Klick<
>Klingel<
"Ne ..." >Klick<
>Klingel<
>Klick<
Nach der Erledigung dieser Sache bleibt dem PJ und mir nur noch übrig, uns im Raum
mit den Sicherungsbändern zu verstecken, während der Chef randalierend durch die
Büros zieht und wild um sich schreit, um uns zu finden. Das ist eigentlich ganz
lustig, schade ist nur, daß die Kneipen noch nicht geöffnet sind. Um die Zeit
totzuschlagen, haben PJ und ich eine Wette laufen, wieviele Runden der Chef auf
seiner Suche nach uns drehen wird, bevor er aufgibt.
"Der Chef wirkt heute ziemlich energisch", kommentiere ich das Ergebnis und reiche
dem PJ seine fünf Pfund, nachdem der Chef seinen persönlichen Rekord von drei
Runden gebrochen hat.
"Er hat Vitamin-Pillen genommen", erwidert der PJ. "Ich habe sie auf seinem
Schreibtisch gesehen."
"Nein, in Wirklichkeit hat er Hormonpräparate, die IN den Vitamin-Pillen steckn
genommen." antworte ich und erlaube mir ein leichtes Grinsen.
"Sie sind ein kompletter Bastard!"
"Nein, nicht wirklich. In der nächsten Woche, wenn ich stattdessen ein langsam
wirkendes Abführmittel oder eine Präparat, das seine Blase auf Touren bringt,
einsetze, DANN bin ich ein Bastard. Aber ich habe mich noch nicht entschieden."
"Sie werden wieder die Toiletten blockieren?"
"Alle. Bis auf die eine, in der das Toilettenbecken nicht richtig festgeschraubt ist."
"Sie sind ein kompletter Bastard!"
"Ja, da könnten sie richtig liegen ..."
Nachdem wir eine angemessene Zeit abgewartet haben, schleichen wir aus dem
Zimmer - und laufen dem Chef direkt in die Arme.
"Wer von ihnen hat mein Passwort gelöscht?!" ruft er, als er den Raum betritt.
"Wir?" frage ich schockiert und unschuldig.
"Ich weiß, daß sie etwas damit zu tun haben!"
"Ich habe nur ein neues Programm installiert, das war alles. Wie lautete ihr Passwort
denn?"
"A."
"Wie in dem Buchstaben?"
"Ja, ich habe keine Zeit dafür, all diese anderen Buchstaben einzutippen. Wie auch
immer, wer würde den annehmen, daß ich ein einbuchstabiges Passwort habe?!"
"Guter Gedanke! Und sie haben die Erlaubnis, Anschaffungen bis zu welcher Höhe
zu genehmigen?"
"Das ist irrelevant. Es gab damit noch keine Probleme!"
"Ja, traurig, wirklich. Aber leider können wir da nichts machen, das Programm ist
hochmodern und paßt hervorragend in die Firma."
"Die Firma kam bisher auch ganz gut ohne dieses Programm aus - woher haben sie
es eigentlich?!"
"Oh, ich habe es im Fernsehen gesehen und erinnerte mich daran, als ich eine
Anzeige dafür sah."
"IM FERNSEHEN?!! Sie kaufen etwas, das sie im Fernsehen gesehen haben?!"
keucht er mit gespieltem Entsetzen, wobei er offensichtlich an diese lästigen
Werbesendungen denkt.
"Nun, ja - aber ich habe ´Technik der Zukunft´ nur gesehen, um mich über die
Vorteile der Supraleittechnik zu informieren und ich ..."
"´Technik der Zukunft´!" ruft der Chef plötzlich begeistert aus. "Das wußte ich nicht.
Ja, nun, dann schätze ich, daß ein Passwort aus sechs Zeichen ganz gut wäre."
"Ein Passwort aus acht verschiedenen Zeichen, von denen keines ein Buchstabe
sein darf, ja."
"Ich ... Ja, das ist sehr weise." kommentiert er bei seinem Abgang.
"Uh, was ist denn hier passiert?" fragt der PJ verwundert.
"Die alte ´Technik der Zukunft´-Geschichte - erwähnen sie, daß sie etwas in dieser
Sendung gesehen haben KÖNNTEN, und schon verzehnfacht sich dessen
Reputation. Natürlich, sie könnten es auch auf dem Tisch vor ihnen gesehen haben,
während die Sendung lief, doch das ist egal - die Unterschrift für die Anschaffung
bekommen sie auf jeden Fall ..."
"Sie scherzen!"
"Nein, ich sage die Wahrheit! Solange sie es nicht übertreiben, können sie einen
Dummkopf sogar dazu bringen, mit Büroklammern auf Stromleitungen loszugehen,
wenn sie sagen, sie hätten einen entsprechenden Bericht in ´Technik der Zukunft´
gesehen!"
"Unfug!"
"Es ist wahr! Das ist nur eine Erweiterung des ´*DUMMY MODUS*´-Prinzips."
Unsere Unterhaltung wird durch unseren jammernden Anrufer unterbrochen, der sich
leibhaftig zu uns bemühte ...
"Wegen meines Passwo ..." beginnt er.
"Das ist das neue Programm, daß ich bei ´Technik der Zukunft´ gesehen habe!"
antwortet der PJ.
"WIRKLICH?" ruft der Nutzer begeistert, was dem PJ nicht offenbar gefällt. "Nun, in
diesem Fall ..."
"Sie werden ihr Passwort ändern?" frage ich.
"Aber sicher."
"Nun, das Minimum sind acht unterschiedliche Zeichen, von denen keines ein
Buchstabe sein darf."
"Sie machen Scherze!"
"Nein, aber wenn sie sich wegen der zusätzlichen Tipperei sorgen, ich habe da
dieses nützliche Gerät gesehen, während ´Technik der Zukunft´ lief ..."
Es ist wie immer - ein Faß, ein Fisch und eine Kanone ...


Der B.O.F.H. entdeckt die automatische Stimmerkennung ...

"Schauen sie sich dieses Schmuckstück an", sage ich zum PJ und deute voller Stolz
auf einen PC, aus dessen offenem Gehäuse unzählige Kabel herausquellen.
"Ja, es ist wirklich gut ausgestattet - DIESER Rechner wird nicht lange
durchhalten!" stimmt der PJ lächeln zu.
"Was?!"
"Dieser PC - sie haben ihn völlig ruiniert!"
"Er ist nicht ruiniert, er ist bereit zur Arbeit!"
"Als Anker? Oder als Türpuffer?" fragt der PJ unfreundlich.
"NEIN, er kann UNSERE Arbeit für uns erledigen!"
"Schwachsinn!" erwidert der PJ mit der für ihn üblichen Vorschnelligkeit.
"Fünf Pfund darauf, daß er das tut!"
"Zehn Pfund dagegen!"
"Dann rufen sie einmal diese Nummer an", antworte ich und deute auf den Aufkleber
auf den Innereien eines Telefons im Herzen des Kabelgewirrs.
Pflichtbewußt folgt der PJ meiner Aufforderung, worauf ein Klingeln im Innern des
PCs ertönt.
"Hallo, Netzwerk- und Systembetreuung. Wie kann ich helfen?" fragt die Stimme
des PJs.
"Hallo?" erwidert der PJ.
"Netzwerk- und Systembetreuung, wie kann ich ihnen helfen?" fragt die Stimme des
PJs erneut.
Ein Groschen fällt im Kopf des PJ. "Sie haben Stimmerkennungsprogramm mit
meiner Stimme gefüttert!" schnappt er nach Luft.
"Entschuldigung, ich weiß nicht genau, was sie meinen. Könnten sie das noch einmal
wiederholen?" fährt die Stimme fort.
"Uh, ich habe ein Problem mit meinem System."
"Sie haben ein Problem mit ihrem System?"
"Ja, es startet nicht richtig."
"Sie sagen, daß ihr System nicht korrekt startet?"
"Das ist ein Programm nach dem Muster von Elisa!" keucht der PJ.
"Sie haben ein Problem mit ihrem Elisa-Programm?"
"Nein, es ist meine Festplatte!"
"Es geht um ihre Festplatte?"
"Ja, sie gibt seltsame Geräusche von sich."
"Ihre Festplatte macht seltsame Geräusche?"
"Hey!" kommentiert der PJ und deckt das Mikrofon des Telefons ab. "Dieses Ding
hat ein Gedächtnis!"
"Natürlich!" antworte ich. "Aber selbst das einfachste Elisa-Programms hatte ein
Gedächtnis!"
"Es dürfte aber recht langweilig sein, wenn es nur Fragen stellt. Die Anrufer dürften
das schnell herausfinden ..."
"Machen sie sich nicht lächerlich - es kommt noch mehr, machen sie einfach
weiter - bevor das Programm abbricht."
"Ja, meine Festplatte macht seltsame Geräusche!"
"Wie lange geht das schon?"
"Phase Zwei", murmle ich. "Informations-Sammlung. Gegenwärtig gibt es nur drei
mögliche Fragen: ´Wie lange geht das schon?´; ´Habe auch andere dieses Problem?´
und ´Ist das ihre Etage, in der die Gasleitung ein Leck hat?´."
"Ein Leck in der Gasleitung?"
"Ja, mir fiel keine dritte Frage ein, aber ich habe herausgefunden, daß diese Frage
den Anruf schnell beenden kann."
"Ein paar Stunden." sagt der PJ.
"Es geht schon ein paar Stunden so? Hmmm, gab es irgendwelche
Fehlermeldungen?"
"Nein." antwortet der PJ.
"Nun, es KLINGT nach einem Festplattenproblem ..."
"Duh ..." kommentiert der PJ mit rollenden Augen.
"... das vermutlich hervorgerufen wird durch ..."
Die Klänge heftigster Festplattenbewegungen kommen aus dem Innern der
Maschine.
"... resonant-harmonische Verzerrungen."
Der Rechner macht eine Pause um das Umschalten in den DUMMY-MODUS zu
ermöglichen, bevor er weiterspricht.
"... Auch wenn es schwierig ist, in diesem Fall eine genauere Prognose abzugeben."
"RESONANT-HARMONISCHE VERZERRUNGEN! WAS FÜR EIN UNFUG!"
"Ups!" rufe ich. "Unfug ist ein reserviertes Wort für das Umschalten in einen
anderen Modus."
"Es ist nicht ungewöhnlich, daß durch harmonische Resonanzen ...." >Ratter< "...
elektronische Störungen im Datenfluß ..."
"Modus-Umschalter?" fragt der PJ mit der Hand auf dem Mikrofon.
"... allerdings könnte es auch eine Datei im Netzwerk sein, die das Fehlverhalten
verursacht. Geben sie mir einfach ihren Nutzernamen und ich werde das
kontrollieren."
"AHA! Der aggressive Modus. Als ob ich ihnen meinen Nutzernamen geben würde!"
murmelt der PJ.
"Das sollten sie besser tun, da sonst der Name genommen wird, der zur Nummer des
Anrufers gehört."
"Dieses Programm hat ohnehin Zugang zur Nummer des Anrufers?" ruft der PJ
begeistert.
"Die Nummer ist nur die Spitze des Eisbergs! Das Programm kennt ihre
Personaldaten, ihre Parkplatznummer, ihre private Telefonnummer und ihre
meistbesuchten Webseiten. Sagen sie das Stichwort ´Sie Schlappschwanz´ oder
eines der anderen Umschaltworte und das Programm wird die Adressen ihrer zehn
meistbesuchten Seiten an ihren Chef schicken - wenn sie in der ´schwarzen Liste´
stehen. Wiederholen sie eines der Worte, so wird irgendwann nach zwei Uhr
morgens ein Programm gestartet, das Pizzadienste und Taxis zu ihnen bestellt!"
"Und wenn es sowieso Zugriff aufdiese Daten hat, wieso fragt es dann noch nach
einem Nutzernamen?"
"Ich wollte nur gründlich sein. Und aus historischen Gründen natürlich."
Der PJ nennt den Namen eines sehr bald zu bedauernden Hundes in der
Rechnungsabteilung und läßt noch ein paar Schaltworte vom Stapel.
"Ich will das Programm nur einem Stresstest unterziehen ..." murmelt er.
"Das ist eine andere Sache, die ich schon implementiert habe - die Messung von
Stress!"
"Stimmen-Stress AND eine gute Spracherkennung. Wie funktioniert das?"
"Nun, die Spracherkennung ist ziemlich simpel, aber zum Glück ist das technische
Vokabular, das gebraucht wird, wenig umfangreich, also wird es recht akkurat sein.
Und der Grund dafür, daß wir angerufen werden, ist meistens sowieso der gleiche, so
daß auch das gut funktioniert. Die Stress-Messung wird dazu genutzt
herauszufinden, wie schnell sie aufgeben zeichnet das auf, zusamen mit dem Rest
des Gesprächs übrigens, das wir für spätere Zwecke benutzen können ..."
"In Ordnung", erklärt die Maschine. "Ich glaube, wir haben das Problem
eingekreist ..."
"Was bedeuten könnte, daß alle Netzwerk-Dateien gelöscht wurden, daß Passwort
in SCHLAPPSCHWANZ geändert wurde und ihr Auto gerade abgeschleppt wird."
kommentiere ich.
"... wobei es etwa eine Stunde dauern könnte, bis die System-Synchronisation auch
auf ihrem Rechner bemerkbar wird."
"Und das ist der Abschluß. Also, was denken sie?"
"Das klingt nicht sehr dynamisch."
"Dynamik - wenn es dieses Wort überhaupt gibt - wird überschätzt", antworte ich.
"Wie auch immer, meine Vorführung war erfolgreich. Zeit für das Mittagessen!"
...
Als ich Sekunden später am Büro des Chefs vorbeilaufe, ruft er mich zu sich herein.
"Mein Programm ist stehengeblieben!" schnieft er.
"Oh, ich bin gerade auf dem Weg in die Kantine, aber ... sie können den PJ unter
dieser Nummer erreichen." sage ich und reiche ihm eine Notiz mit einer
Telefonnummer.
"Gut."
"Oh, und könnten sie ihm diese Passworte übermitteln, die er gesucht hat: >Kritzel<
´Eibenholz-Anker´, >Kritzel< ´Warteschlangen-Entfernung´. Wenn sie ihm das
übermitteln könnten ..."
EXTRASPASS!


Der B.O.F.H. verkauft SOFTWARE-MÜLL ...

An manchen Tagen WEISS man einfach, daß es dort oben jemanden gibt, der gegen
einen arbeitet. (In der fünften Etage, nicht Gott ...)
Und so kommt es, daß ein Umschlag mit interner Post seinen Weg auf den
Schreibtisch des Chefs findet, in seinen Mülleimer, aus seinem Mülleimer heraus,
hinüber zum Kaffee-Automaten, in die Toilette, zurück auf seinen Schreibtisch, wo
er schließlich geöffnet wird, zehn Minuten Aufmerksamkeit erntet, ein paar längere
Worte im Lexikon nachgeschlagen und mit Notizen versehen werden, dann wieder
zum Automaten, zurück in die Toilette, zurück zum Kaffee-Automaten und
schließlich in mein Büro.
Vermute ich ...
"Schauen sie sich das einmal an." murmelt der Chef, während er einen Stapel
Hochglanzbroschüren auf meinen Tisch wuchtet, deren einziger Zweck es ist, mental
schwächere Trottel zu beeindrucken.
"Das ist ein Stapel Papier für den Lokus", sage ich.
"Was?! Oh, ja, wie kommt das nur hierher. Nicht das, sondern das hier!" antwortet er
und hantiert nervös mit den verräterischen doppellagigen Papiertüchern.
"Was soll das denn genau sein?" frage ich.
"Ah, eine neue Software, die unsere Geschäftsabläufe noch besser nachbilden
kann." zwitschert er schnell.
"Wirklich? Ich hätte nicht geglaubt, das es auf dem Markt eine ernsthafte
Konkurrenz zu unserem bisherigen Programm gibt", antworte ich unbeeindruckt. "Es
sei denn, OS/2 würde wiederauferstehen ..."
"Ja, ja, natürlich", murmelt er, offensichtlich vom schwierigen Nachdenken, was es
heute wohl in der Kantine gibt, abgelenkt. "Aber schauen sie sich das einfach einmal
an und sagen sie mir, was sie davon halten."
"In Ordnung", gebe ich nach. "Das ist ein Stapel bunter Broschüren, gedruckt auf ...
Papier, das 100 Gramm pro Quadratmeter wiegen dürfte, und beim Druck wurde ein
Verfahren zur Mischung der Farben verwendet, das sie heute bei ..."
"DIE SOFTWARE IN DEN BROSCHÜREN!" schreit er.
"Oh, die Software meinen sie! Nun, werfen wir einen Blick darauf."
Meine ersten Vermutungen waren korrekt. Der "DIE SOFTWARE, DIE IHR
UNTERNEHMEN *NICHT* IGNORIEREN DARF!!!"-Aufkleber ist schon eine
deutliche Bestätigung. "ZEHN JAHRE ERFAHRUNG!!" bestätigt es nur noch
einmal.
"Das ist Schrott!"
"Wie können sie das behaupten - sie haben doch noch nicht einmal in die Broschüren
hineingeschaut!"
"Ich muß nicht hineinschauen, diese Broschüren sehen alle gleich aus. Innen werden
sie ein paar bunte Statistiken finden, die bestätigen, was immer ihre Macher
behaupten, ein kleines Bild eines schmächtigen Kerls mit Brille und einem Abschluß
in Informatik, der das Programm liebt, und die Namen einiger Firmen, die so dumm
waren, die Software zu kaufen. Und auf der Rückseite steht noch, daß es sich um ein
GANZ SPEZIELLES SONDERANGEBOT handelt."
"Ich glaube nicht, daß ..." stammelt er, als er eine Broschüre öffnet, um festzustellen,
daß ich die Wahrheit gesagt habe. "Nun, aber ich denke, sie ist mit Sachverstand
erstellt worden."
"Gut kopiert, trifft es wohl eher."
"Aber die Software wurde von erfahrenen Profis entwickelt, die die Orientierung auf
das Geschäft immer im Auge haben - eine Tatsache, die ihnen geholfen hat, ähm ...,
unumstrittener Marktführer im Bereich der Nachrichten-Übermittlungs-Software zu
werden!" plappert er los, wobei er offensichtlich ein paar Satzfetzen aus seinem
Gehirn mit Worten, die er auf der Titelseite der Broschüre gelesen hat, kombiniert.
"SCHNELL UMUMSTRITTENER MARKTFÜHRER GEWORDEN IN ..."
wiederhole ich. "Mit anderen Worten: ´Wir haben über einen neuen Weg
nachgedacht, ein gelöstes Problem erneut zu lösen, haben ihm eine griffige Phrase
für die Werbung verpaßt, so daß wir Marktführer sind, weil vorher niemand diesen
Begriff verwendet hat!´."
"Ich glaube nicht ..."
"Oh, sehen sie!" rufe ich und deute auf den PJ. "Hier kommt die Person, die in
kürzester Zeit der unumstrittene Marktführer im Bereich des Kabeltransports aus
dem Lager wurde. Oder, wie wir es gern nennen, dem ´Management physischer
Medien zum Datentransport´."
"Ja, ja, sehr lustig, aber ich denke, daß ..."
"Warten sie bitte einen Moment, ich bekomme gerade einen Anruf von jemandem,
der mir sagen will, wer in kürzester Zeit Marktführer bei technischen
Kommunikations-Protokollen werden wird", rufe ich und beantworte einen Anruf.
"Glauben sie, daß es die Person sein könnte, die der Marktführer für die
Rückkopplung beim Lebensmittelverkauf wird - und fragt, ob ich Senf zu meinem
Mittagessen will?"
"Sie sind ein richtiger Zyniker", seufzt der Chef traurig und schüttelt seinen Kopf, als
er langsam hinausschleicht.
"ZYNISCH!" rufe ich und versuche, ihn zum Bleiben zu bringen, was mir allerdings
mißlingt. "Das ist die Computer-Branche, die geschaffen wurde, um gescheiterten
Gebrauchtwagenverkäufern eine neue Chance zu geben!"
Aber es ist zu spät, der Chef ist verschwunden.
"Worum ging es denn?" will der PJ wissen.
"Software-Müll."
"Vom unumstrittenen Marktführer im Bereich der
Nachrichten-Übermittlungs-Software?" fragt der PJ.
"Ja - woher wissen sie das?"
"Ich habe es vor ein paar Tagen auf einer Broschüre gesehen - ich habe ihr Exemplar
gleich in den Mülleimer entsorgt."
"Danke. Aber worum ging es denn dabei eigentlich?"
"Ein leicht angepaßtes E-Mail-Programm, das beim Start das Firmenlogo zeigt."
"Interessant. Wie kommt es, daß sie sich damit so gut auskennen?"
"Die Broschüre ist von mir!" gibt der PJ selbstgefällig zu.
"SIE VERKAUFEN SOFTWARE-SCHROTT!?!?" rufe ich leicht entsetzt über den
charakterlichen Mangel des PJs. "Ohne mich einzuweihen!?"
"Ach was, sie sind in der zweiten Broschüre vertreten - als ´unumstrittener
Markführer für plattform-unabhängigen Datentransfer´ ..."
"?"
"Ein FTP-Programm mit dem Firmenlogo ..."
"Was kostet es?"
"Das ganze Paket? Vier Pfund pro Nutzer."
"Dummkopf!"
"Zu teuer?" fragt der PJ.
"Nein, ich habe es dem Chef nur gerade ausgeredet. Jetzt brauchen wir etwas, das
überzeugender wirkt."
"Verdammt. Wir könnten eine Pressemeldung von Gartner fälschen?"
"Zu kompliziert für ihn - er weiß nicht einmal wer die sind!"
"Ein bearbeitetes Bild von Bill Gates mit der Software?"
"Schon besser, aber wir brauchen etwas, daß glaubwürdiger ist ..."
"Ein gefälschtes Titelbild eines Computer-Magazins!"
"DAS IST ES!" rufe ich.
...
Einen halben Tag und eine glänzende Seite später ist der Chef überzeugt und die
Bestellungen kommen herein. Und, wer hätte das geahnt, der Chef hat das Programm
einem seiner Freunde empfohlen, der ebenfalls sehr neugierig ist ...
Integrität ist der Schlüssel. Wenn man ihn fälschen kann ...


Der B.O.F.H.-Interpretationstest - lassen sie sich nur darauf ein, wenn sie
WIRKLICH MUTIG sind ...

Der B.O.F.H. will wissen, ob sie in der Lage sind, Versprechungen richtig zu deuten.
Interpretieren sie die folgenden Aussagen:

1. Sie werden wieder einmal von der Verkaufsberaterin eines großen
Software-Herstellers angerufen. Aus Erfahrung wissen sie, daß sie überfreundlich
sein wird und ungefähr soviel von Computern versteht, wie Sonny Bono vom
Schifahren in einem Wald. Sie kommt gleich zur Sache und erklärt, daß sie gerade ein
Programm bekommen hätte, daß einfach zum besten gehört, was sie jemals gesehen
hat. Sie wissen sofort:

A.Es handelt sich um ein ausgezeichnetes und hochentwickeltes Programm.
B.Es handelt sich um ein recht gutes Programm.
C.Es ist Schrott.
D.Es gibt gar kein Programm, sie verkauft nur Luft, doch sie kaufen trotzdem
ein Exemplar.

2. Ein Ingenieur besucht sie und nachdem er einen Geschwindigkeitsrekord beim
Auseinandernehmen und teilweisen Zusammensetzen ihrer Technik aufgestellt hat,
erklärt er, daß nun wieder alles laufen würde. Das bedeutet:

A.Es wird alles fehlerfrei laufen, bis er wieder auftauchen muß.
B.Alles wird laufen, bis er in seinem Auto sitzt.
C.Alles wird laufen, bis er einen Fahrstuhl bekommen hat.
D.Er hat die Technik von der Wand weggerückt, so daß sie kein Feuer fangen
kann, solange er noch im Gebäude ist.

3. Ein Nutzer ruft sie an, um herauszufinden, welche Art von Sicherheitskopien sie
anlegen. Er erklärt, daß er KEINE Dateien gelöscht hat und sein System
hervorragend funktioniert. Das bedeutet:

A.Er will einfach wissen, welche Art von Sicherheitskopien sie machen.
B.Er hat eine Datei gelöscht, deren Wiederherstellung einen gewissen
Zeitaufwand erfordert.
C.Er hat eine Datei gelöscht, deren Wiederherstellung sehr viel Zeit in
Anspruch nehmen würde.
D.Er hat die Dateien irgendeines ANDEREN Nutzer gelöscht und weiß nun
nicht, wie er sich aus der Klemme befreien soll.

4. Die Erbsenzähler zweifeln eine ihrer Bestellungen für Ausrüstung an, weil die
Preise angeblich überhöht sind. WIRKLICH meinen sie aber, daß:

A.die Technik zu teuer ist.
B.die Geräte recht teuer waren und mit ein wenig mehr Mühe ein billigeres
Angebot hätte gefunden werden können.
C.sie das zu allen Anschaffungen sagen, deren Wert über 50 Pfund liegt.
D.sie einen Morgen voller Strom- und Netzwerkausfälle wollen.

5. Ihr Chef kommt in ihr Büro marschiert und hält in seiner Hand einen Stapel noch
nicht genehmigter Bestellungen. Er erklärt, daß er weitere Empfehlungen für die
Technik braucht, die sie anschaffen wollen. Er meint offensichtlich, daß:

A.er sich vor dem IT-Chef rechtfertigen muß wie jeder andere auch.
B.er die Ausgaben vor den Erbsenzählern rechtfertigen muß wie jeder andere
auch.
C.er nicht weiß, worum es eigentlich geht, aber nicht dumm dastehen will.
D.er ein Auge auf eine Laptop-/Arbeitsplatzrechner-Kombination geworfen
hat, deren Anschaffung für ihre Bestellung keinen Platz im Budget mehr läßt.

6. Der Wachdienst schickt ein Rundschreiben, in dem jeder darüber informiert wird,
daß er ihre übliche Arbeitsplatz- und Bürosicherheitsprüfung in den nächsten Tagen
durchführen wird. Was sie wirklich meinen, ist, daß:

A.die Sicherheit in den Büros höchstwichtig ist und sie besorgt über die Unfälle
sind.
B.die Sicherheit in den Büros höchstwichtig ist und sie besorgt sind wegen der
Einbrüche.
C.sie einen Zusammenhang sehen zwischen den Stoßspuren auf den Gehäusen
verkaufter Rechner und dem spitzen Stock, den sie zum ´Herausheben der
Bodenabdeckungen´ benutzen.
D.der Chef des Wachdienstes seinen Tresor zurückhaben möchte.

7. Sie lesen ein Magazin, in dem behauptet wird, ein bestimmtes Betriebssystem aus
den 80er feiere seine Rückkehr. Im Klartext bedeutet das:

A.Ernsthafte Entwicklungsarbeiten haben ein echtes Ergebnis in der
OS/2-Zentrale hervorgebracht.
B.Ernsthafte Entwicklungsarbeiten haben ein echtes Ergebnis in der
VMS-Zentrale hervorgebracht.
C.Ernsthafte Entwicklungsarbeiten haben ein echtes Ergebnis in der
Amiga-Zentrale hervorgebracht.
D.Alkoholgenuß in der Redaktion hat seltsame Wirkungen gezeigt.

8. Sie suchen neue Mitarbeiter, als ein Sklavenhändler sie anruft und erklärt, er habe
einen fantastischen Kandidaten für ihr Team. Ihre bisherigen Erfahrungen mit
Sklavenhändlern sagen ihnen, daß:

A.der Kandidat ideal für sie ist.
B.der Kandidat möglicherweise ganz in Ordnung sein könnte.
C.der Kandidat möglicherweise einen Computer erkennen könnte, wenn er
einen sieht.
D.der Kandidat den Weg zu ihrem Büro nicht finden wird.

9. Sie besuchen eine Verkaufsausstellung, bei der die neueste und beste Technik
zum Testen bereitsteht. Der Vorführer, der vor den Geräten steht, die EXAKT so
aussehen wie die, die der Chef im vergangenen Jahr gekauft hat, erklärt, daß die neue
Version die doppelte Leistung zum halben Preis bietet!!! Sie glauben, daß:

A.die Geräte einfach HERRLICH sind.
B.die Beschreibung herrlich klingt.
C.der Chef die Technik herrlich finden würde.
D.es herrlich ist, daß sie es wagten, damit in der Ausstellung zu erscheinen!

Wie haben sie geantwortet?
Meistens A: Sie sind ein Anfänger, nicht wahr? Sind sie wirklich sicher, daß hier
nicht Literatur lesen, die die Manager ihnen verboten haben? Nebenbei, ich hätte da
dieses attraktive Stückchen Land in Leeds, das bekannt ist für seine von den
Touristen geliebten Minigolf-Bahnen ...
Meistens B: Oder SIND SIE gar der Manager? Ich weiß, daß hier einer
herumschnüffelt.
Meistens C: Schon ganz gut. Eine gute Mischung aus Zynismus und Erfahrung. Mit
etwas mehr Praxis könnten sie Mitglied im Club werden.
Meistens D: HERVORRAGEND! Wir haben einen Gewinner! Sie lassen sich nicht
durch die kleinen Lügen beeindrucken, die andere so häufig benutzen, um sie über
ihre wahren Absichten (sie zu übertölpeln) zu täuschen. Gratulation. Nun, noch
einmal zurück zu dieser Investition in Leeds ...


Der B.O.F.H. greift zu M$-Tricksereien ...

Der PJ und ich grinsen über die neueste Episode der Seifenoper mit dem Titel
´Microsoft bekämpft Raubkopien´, als wir ein beunruhigendes Geschehen bemerken.
Nein, der Chef ist nicht gerade dabei, einen Auftrag über die Programmierung von
Software für OS/2 anzunehmen. Es ist schlimmer ...
"Wer ist denn das?" fragt der PJ und deutet auf einen jungen Anzugträger, der sich
offenbar sehr bemüht, dem Chef Honig ums Maul zu schmieren.
"Das sieht verdächtig nach der ´neuen Generation´ der Computer-Branche aus",
antworte ich. "Der gründlich gebügelte Anzug, der Gürtel, der zu den Schuhen paßt,
UND die prahlerische Seidenkrawatte ...."
"Was will der hier?"
"ICH glaube, er ist ein Schützling des Chefs - vielleicht hat er als Kind seinen Rasen
gemäht - der seinen Weg durch das College gemacht hat und nun glaubt, er
verstünde etwas von Computern. Ja, ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, daß er
sich um die freie Stelle in der IT-Abteilung bewirbt."
"Es gibt keine freie Stelle in der IT-Abteilung!"
"Oh, habe ich ihnen das nicht gesagt?" kommentiere ich. "Sie werden wohl gehen
müssen. Es soll etwas mit unprofessionellem Verhalten zu tun haben."
"Was?"
"Ja, sie glauben offenbar, daß es zuviel war, als sie den Monitor dieses
Erbsenzählers durch das Fenster warfen."
"Ich habe ihn entmagnetisiert, indem ich ihn durch ein statisches Magnetfeld bewegt
habe."
"Statisches Magnetfeld?"
"Das Magnetfeld der *Erde*!"
"Natürlich. Wie auch immer, sie haben sich wohl darüber aufgeregt, daß der Monitor
an den entsprechenden Erbsenzähler gefesselt war."
"Er hat sich in seiner Kleidung verfangen!"
"Mit einem doppelten Seemannsknoten?"
"Ich weiß nicht, wovon sie reden", lügt er wenig überzeugend. "Aber wie kommt es,
daß SIE etwas davon wissen?"
"Eine fehlerhaft adressierte E-Mail landete in meinem Postfach."
"Eine falsche Adresse von wem?"
"Dem Geschäftsführer."
"Und wie kann man da eine fehlerhafte Adresse benutzen?"
"Nun, etwas, das man geheimhalten will, sollte man nicht an den Geschäftsführer
schicken."
"Ah. Und wie geht es nun weiter?"
"Ein hoher Rauswurf für sie, fürchte ich - freilich nicht so hoch, wie das die
Erbsenzähler erwarten. Und sie werden nicht so heftig landen, wie die Monitorteile
auf der Ladefläche dieses Frachters, aber es ist trotzdem ein Rauswurf. Und ich
werde dann das Vergnügen haben, mit dem neuen Kerl zu arbeiten, bis er sich dazu
entscheidet, seine Karriere in einem anderen Unternehmen fortzusetzen."
"Also sollte ich in zwei Wochen für einen neuen Vertrag vorsprechen?"
"Eine Woche sollte ausreichen."
Und so kommt es wie erwartet - der PJ wird zu einer BESPRECHUNG eingeladen,
von der er nicht mehr zurückkehrt. Und als Ersatz erscheint ein Kind, daß so
unschuldig und poliert ist, daß ich glaube, Möbelpolitur zu riechen, wenn er in der
Nähe ist. Und sowas von neugierig und begeistert, daß er nicht einen Fuß nach
draußen setzt. Seufz.
"Hallo, ich bin David - ich habe gerade meinen Abschluß in Informatik gemacht und
bin wirklich froh, mein Wissen nun in der Praxis anwenden zu können!" plappert er
los und umklammert begeistert meine Hand.
"Ich weiß, daß sie schon seit Jahren in ihrem Beruf sind, aber hoffentlich kann ich sie
mit den fantastischen Möglichkeiten der Technologie bekanntmachen, die es seit
ihrem letzten Besuch in der Industrie vor zehn oder mehr Jahren gibt."
Ich schlucke meinen Ekel und die Verwünschungen herunter und sage ihm, daß er mir
folgen solle, um ein paar Nutzer zu besuchen - das sollte ihm klarmachen, wer hier
der Chef ist. Unser erstes Ziel ist unsere notorische Heulerin, um seinen Willen zu
brechen. Ich erkläre ihm, daß er nur eine minimale Änderung an ihrem Rechner
vornehmen muß (zum Beispiel die Maus bewegen), um für die tausend nächsten
Probleme verantwortlich gemacht zu werden, die sie ganz sicher haben wird.
In Phase 2 setze ich ihn auf ein unlösbares technisches Problem an, was ihn gehörig
unter Druck setzen dürfte.
"... und er stürzt einfach immer ab!" jammert der Nutzer.
"Jetzt, da sie es erwähnen, fällt mir ein, daß ich erst gestern in einer Fachzeitschrift
einen Artikel gelesen habe, in dem als Hauptursache für Abstürze die Installation
von Raubkopien genannt wird. Sie haben doch keine Raubkopien install ...."
WIR UNTERBRECHEN DIESE EPISODE FÜR EINE UNTERSCHWELLIGE
BOTSCHAFT EINIGER SOFTWARE-VERKÄUFER.
PJ: Ach was! Ich bin überzeugt davon, daß Raubkopien schlecht sind. Und ich glaube
nicht, daß jemand, der Raubkopien benutzt, sich mit meinem fiktiven Charakter
identifizieren könnte. Das gilt speziell für Microsoft-Produkte. Das macht dann
tausend Pfund, bitte.
B.O.F.H.: Für mich ebenfalls.
Chef: Und für mich.
PJ: Wen interessiert schon, was sie denken? Sie sind eine austauschbare Randfigur.
Holen sie uns einen Kaffee und schätzen sie sich glücklich, daß sie das dürfen!
NUN KEHREN WIR WIEDER ZUR URSPRÜNGLICHEN GESCHICHTE
ZURÜCK, WOBEI WIR DARAUF ACHTEN, DIE UNTERSCHWELLIGE
BOTSCHAFT VOR IHREM BEWUSSTSEIN ZU VERBERGEN, WÄHREND WIR
SIE FEST IN IHR UNTERBEWUSSTSEIN (TRINKT COKE!) EINPFLANZEN.
"... iert?"
"Nein", lügt der Nutzer.
"Haben sie ihre Systemeinstellungen geändert?"
"Niemals!" spielt er weitder den Pinocchio.
"Nun, dann muß ich gestehen, daß ich wirklich verblüfft bin. Es könnte an einem
fehlerhaften Programm liegen, doch in meinem Abschlußjahr habe ich eine Arbeit
über die Standards bei der Qualitätskontrolle von Software verfaßt. Und ich kann
ihnen versichern, daß nur ein verschwindend geringer Teil der Programme nicht den
härtesten Test unterzogen wird."
Der Ekel, den ich vorhin verspürte, meldet sich stärker zurück. Er ist so grün, daß er
zurechtgestutzt werden muß!
Aber unglücklicherweise ist er gewissenhaft und pedantisch, so daß selbst meine
besten Versuche, seinen Willen zu brechen, scheitern. Er geht völlig in seiner Arbeit
auf, versucht, den Problemen auf den Grund zu gehen und sie wirklich zu lösen.
Meine Hauptsorge ist nun, daß die Nutzer die gleichen Ansprüche an meine Arbeit
stellen könnten - daß ich in ihre Büros eile, wann immer sie an ihren Monitor- und
den Papier-Einstellungen des Druckers herumgespielt haben.
Es will einfach nicht gelingen! Selbst das versehentliche Einklemmen seiner
Krawatte in der Tür, so daß er mit dem Arm nicht an den Magnetkartenleser
herankommt, zeigt nicht das gewünschte Ergebnis. Er ist noch immer freundlich und
hört sich voller Begeisterung das Gejammer der Nutzer an. HAT DIESER MANN
DENN KEINE ACHILLES-FERSE!?
Natürlich! Wieso habe ich nie daran gedacht!
"So", murmle ich und schleiche im Büro um ihn herum, um ein Thema anzuschneiden,
das ihm sehr am Herzen liegt, wenn meine Beobachtungen richtig waren. "Sie haben
wirklich *GROSSEN* Eindruck auf die Sekretärin gemacht."
"Wirklich? Sie hat mir gesagt, ich solle mich verziehen, statt ständig um ihren
Drucker herumzuschleichen."
"Unsinn! Sie weiß doch, was man in der Firma von uns hält und will uns aus der
Schußlinie heraushalten - sicher haben sie das auch bemerkt?"
"Ich ..."
... zwei Tage später ...
"Und wie haben SIE ihn dazu gebracht, Nacktbilder von sich selbst an sie zu
schicken?" will der PJ wissen.
"Ich habe ihm nur gesagt, als Künstlerin wisse sie die Schönheit des männlichen
Körpers zu schätzen und daß sie es möglicherweise zu schätzen wisse, wenn ihr
jemand in dieser Hinsicht entgegenkommt. Und wie das nun einmal bei diesen
Technik-Süchtigen ist, die ihr Leben in Rechnerlaboren und nicht in der realen Welt
verbringen, wußte auch er nicht, wo die Grenze zwischen geschmackvoll und
geschmacklos ist."
"Also ist er verschwunden - gefeuert?"
"Noch besser - er wartet auf seine Verhandlung wegen Exhibitionismus in einem
Foto-Automaten."
"Was?"
"Nun, ich sagte ihm, daß die ersten Bilder ihr als Künstlerin nicht authentisch und
´rauh´ genug wären."
"Sie Bastard!"
"Ich hoffe, sie werden das nie vergessen!"


Der B.O.F.H. träumt von einem straflosen Mord an einem Nutzer ...

Es ist 3:17 Uhr, ich schlafe sicher in meinem Bett und träume von einer Welt, in der
"Dummheit" als Entschuldigung für einen straflosen Mord ausreicht, als das Telefon
klingelt.
"Hallo. Ich weiß ja, daß es spät ist ...." beginnt die Stimme.
"Es ist nicht spät, sondern früh ...."
"Ja, nun, ich mußte anrufen, denn es handelt sich um einen Notfall!"
"Uh-huh. Und woher haben sie meine Nummer?"
"Sie stand in der Liste mit den Kontaktpersonen, die nach Büroschluß erreichbar
sind, unter ´Pakistanische Botschaft´. Ihr Chef hat mir gesagt, wo ich sie finde."
Was natürlich die Frage aufwirft, WIE der Chef herausgefunden hat, daß es sich
dabei um meine Nummer handelt, die doch nur dei Person kennen sollte, die die
nächsten Wochen damit verbringen wird, mit einem Tastatur-Staubsauger die
Zwischenetage unter dem Rechnerraum zu säubern ...
"Wie auch immer, ich habe sie angerufen, weil der Laserdrucker in Raum 440 nur
noch wenig Toner hat. Und der möglicherweise auch noch völlig ausgeht, bevor wir
mit dem Ausdrucken der Berichtsentwürfe mit den Ergebnissen der
Kundenbefragung fertig sind, die wir für die morgige - nun, die
HEUTIGE - strategische Besprechung mit den Direktoren aus der Zentrale in den
USA brauchen."
"Warum nehmen sie nicht einfach einen anderen Drucker?" seufze ich und versuche,
hilfsbereit zu klingen.
Ich muß noch halbwach sein ...
"Das KÖNNEN wir NICHT, weil wir Spezialpapier in diesen Drucker gelegt haben!"
"Wieso ist es Spezialpapier?"
"Das Wort ENTWURF ist als Hintergrund aufgedruckt!"
"Natürlich - und sie können das Papier nicht in einen anderen Drucker einlegen oder
gar einen dieser teuren Farbdrucker benutzen, die im ganzen Gebäude verstreut sind,
mit denen sie ENTWURF als rotes Hintergrundbild drucken können ..."
"Ah ... Ja, das ist eine gute Idee."
Kaum bin ich wieder eingeschlafen, klingelt das Telefon erneut.
"Hallo, da bin ich wieder!" meldet sich fröhlich der Nutzer, den ich am wenigsten
mag - und es nervt mich wirklich, daß er mich jetzt wie einen alten Freund anspricht,
weil wir ein gemeinsames Druckerproblem hatten ...
"Natürlich, das Papier wird mit der Seite, die bedruckt werden soll, nach oben
eingelegt."
"Oh."
"Sie wissen schon, so, wie sie es aus dem anderen Drucker herausgenommen
haben ..."
"Oh. Natürlich. Es ist nur so, daß ich dabei nichts verkehrt machen will ..."
"Dabei" ist der wichtigste Begriff in seiner Aussage. Wenn er damit das Anfertigen
des Berichts meint, bewegt er sich auf sicherem Boden. Wenn er mit "dabei" aber
"meine Karriere", "meine Chancen auf eine Weihnachtsprämie" oder "meine
Chancen, die Toilette zu besuchen und ohne einen starken elektrischen Schlag
wieder herauszukommen" meint, dann ist es ohnehin schon zu spät für ihn.
Aber seinem Schicksal kann man nicht entkommen.
Das Schicksal schlägt erneut zu, als er um 4:16 Uhr anruft, um zu fragen, wie der
Drucker im Druckerraum in der 4. Etage im Netzwerk heißt.
"Ich weiß es nicht, was steht dann auf dem weißen Aufkleber an der Seite?"
"Uh ... A4PS04331."
"Wie in A4 Postscript Version 4, Raum 33, Drucker 1?" frage ich gereizt.
"Also ist A4PS04331 die Druckerbezeichnung?"
"Nein das sind nur ein paar Zahlen und Buchstaben, die wir auf die Seiten der
Drucker kleben, um sie interessanter zu gestalten." antworte ich wenig freundlich.
"Oh. Und wie heißt der Drucker denn nun?"
Seufz.
Um 4:47 Uhr stelle ich mir einen Mord vor, nachdem ich gefragt wurde, wie man
einen Tonerbehälter ausstausch ...
5:02 Uhr ...
"Er druckt nicht, ES KOMMT NUR WEISSES PAPIER HERAUS!!!" keucht er.
"Haben sie den Verschluß entfernt, bevor sie den Toner eingesetzt haben, wie es in
der Anleitung steht?"
"NATÜRLICH HABE ICH DAS!"
"Und wie sah er aus?"
"Ein schwarzes Plastikstück!"
"Und da war kein Stück aus transparentem Plastik dabei?"
"NEIN!"
"Dann ist der Verschluß noch immer da."
"Was soll ich nun tun?"
Ich zähle langsam bis 10.
Seufz.
"Nun, da sie den Verschluß nicht mehr lösen können, da sie den Plastikgriff
abgebrochen haben, müssen sie ihn wohl auflösen. Haben sie ein parfümiertes
Lösungsmittel?"
"Äh ... nein?"
"Was ist mit ihrem Sanitätskasten?"
"Ich glaube nicht!"
"Nun, prüfen sie das. Wenn sie nichts finden, müssen sie etwas Lösungsmittel aus
dem Service-Zentrum holen. Nein, warten sie, das ist jetzt ja geschlossen. Wissen
sie, nehmen sie einfach etwas Benzin. Eine halbe Gallone sollte ausreichen ..."
Später am Morgen ...
"Und der Drucker EXPLODIERTE plötzlich und ging in Flammen auf!!!" berichtet
mein Anrufer einen Neuling vom Wachdienst, als ich durch die Überreste von Raum
443 schleiche.
"Und sie sagen, er hat ihnen befohlen, Benzin in den Drucker zu schütten?!" fragt der
Wachmann.
"Ja, um den Kleber aufzulösen! Zum Glück habe ich den Drucker abgeschaltet, sonst
hätte ich genau daneben gestanden, als es passierte!!!"
"Ja, da haben sie Glück gehabt." nickt der Wachmann. "Nun, wenn sie mit in unser
Büro kommen, können wir gleich einen Unfallbericht ausfüllen und die
Geschäftsführung informieren."
"Ich werde den Lift rufen." grinst der Nutzer hilfsbereit.
"Sind sie sicher, daß sie den Lift benutzen wollen?" fragt der Wachmann und schaut
sich vorsichtig um. "Es gibt ... Gerüchte, daß die Fahrstühle sich in der letzten Zeit
manchmal seltsam verhalten ..."
"Gut, dann nehmen wir die Treppen!"
...
"Und dann rutschte er unglücklich aus und stürzte die Treppe hinunter", erklärt der
Wachmann später dem Chef.
"Er fiel eine Treppe hinunter!" keucht der Chef mitleidig.
"Nun, es waren gleich zwei Treppen, um ehrlich zu sein - dabei brach er sich sein
linkes Bein und das rechte Handgelenk!" antwortet der Wachmann.
"Natürlich haben wir das Treppengeländer und die Stufen sorgfältig geprüft, doch
alles sah völlig harmlos aus. Natürlich werden wir seiner Beschwerde nachgehen,
wenn er sich erholt hat, doch gegenwärtig können wir den Fall nicht
weiterverfolgen ..."
Seltsam. Und noch seltsamer wird es, als ich den PJ dazu befrage, der jegliches
Wissen leugnet.
Nicht mehr so seltsam wirkt die ganze Sache als eine wohlbekannte Person in einer
blauen Uniform sich mit einem Band, das aussieht, als stamme es aus einer
Telefonüberwachungsanlage.
"Hallo!" beginnt der PJ. "Sind sie nicht ..."
"Ihr neuer stiller Teilhaber?" sagt der Wachmann. "Der auf ein Bier wartet!"


Der B.O.F.H. trifft auf eine Kollegin ...

Ich arbeite an einem Rechner, als ein Geruch an meine Nase dringt, der nur eins
bedeuten kann - der PJ hat eines unserer eher empfindlichen Geräte ´repariert´.
Nur macht der PJ gerade eine Woche Urlaub - ich bin wirklich verwirrt. Das kann
doch kein Defekt sein?! Nicht bei meiner Technik.
Aber es sieht ganz danach aus. Ich folge meiner Nase dorthin, wo der Geruch am
stärksten ist, um eine alte Festplatte mit Hitzespuren auf der Vorderseite als
Ursache zu finden. Sie sieht wirklich nicht gut aus.
Ich prüfe unseren Wartungsplan, aber - natürlich - das Gerät wurde nicht mehr
gewartet, da der Chef denkt, daß ein Gerät, das in der Vergangenheit funktionierte,
auch in der Zukunft nicht ausfallen kann. Die billigste Variante von Technikpflege
eben.
Also, die Festplatte ist hin. Und da sie antik ist, kostet ihr Ersatz etwa das, was man
heute für einen kompletten Arbeitsplatzrechner zahlen würde, der über die zehnfache
Rechenleistung und den zehnfachen Plattenplatz verfügt. Und selbst dann würde
man nur über einen Pentium 75 mit einer 2 Gigabyte Festplatte sprechen, also könnte
man auch das noch einmal mit 10 multiplizieren.
Und wo wir gerade dabei sind, könnte man auch noch die Kosten für das Herbeirufen
des Technikers hinzufügen, der, da wir keinen Wartungsvertrag mit seiner Firma
haben, 200 Pfund allein für die Anfahrt und weitere 150 Pfund je Stunde kassiert.
Eigentlich ein lukratives Geschäft, über das ich einmal nachdenken sollte.
Die Technikerin, die sich mir schließlich vorstellt, ist eine echte Überraschung. Sie
wirkt aus verschiedenen Gründen interessant auf mich, wovon nicht der geringste
ist, daß sie gar nicht einfältig aussieht, oder die Sorte von häßlich ist, mit der Eltern
ihren Kindern drohen, wenn diese mit Streichhölzern gespielt haben. Ja, ich würde
sogar soweit gehen, daß sie mehr als attrak ...
"Und wo ist das Laufwerk?" fragt sie.
"Im Rechnerraum."
"Haben sie eine Zugangskarte für mich?"
"Ja, aber wir müssen alle Arbeiten im Rechnerraum beaufsichtigen - sensitive Daten
etc." antworte ich. "Also werde ich sie hineinlassen."
Sie folgt mir in den Rechnerraum und zeigt keine Hemmungen, die Machine
zielstrebig herunterzufahren, indem sie sie einfach abschaltet.
Sie gefällt mir.
Mehr als doppelt so schnell ist die Festplatte ausgetauscht und der Rechner läuft
wieder.
"Noch einen Kaffee bevor sie gehen?" schlage ich vor.
"Aber gern", sagt sie, nachdem sie einen Blick auf ihre Uhr und ihren
Nachrichten-Pieper geworfen hat.
Ich eile aus dem Büro und flitze doppelt so schnell mit einem Kaffee zurück, der
genau ihren Vorlieben entsprechen dürfte, wenn ich mich nicht irre.
"Ich fürchte, ich kann nicht länger bleiben, ich muß an das andere Ende der Stadt und
wenn ich mich nicht beeile, komme ich in den Berufsverkehr. Ich habe keine Lust auf
Beulen in meinem P76!"
Ein P76 Leyland, das Markenzeichen eines offensiven Fahrstils. Ein wahrhafter
Straßenkreuzer! HAT DIESE FRAU ÜBERHAUPT EINEN FEHLER!?!
Kaum ist sie gegangen, stelle ich fest, daß das auch auf meine Geldbörse zutrifft.
Und vom Schreibtisch des PJ ist ein Bandlaufwerk verschwunden ...
DAS MUSS LIEBE SEIN!
...
Und so kommt es, daß sie einen Tag später wieder im Büro ist, um einen Server zu
reparieren, der unglücklicherweise dreimal aus dem Regal gefallen ist (die
Reparaturkosten sind so hoch, daß der Chef bestimmt die Kontrolle über seine Blase
verloren hat, als er die Rechnung gelesen hat). Diesmal bin ich nicht so dumm und
sorge dafür, daß ich die Sachen auf unseren Schreibtischen im Auge behalte und
meine Geldbörse sicher im Safe liegt.
Lustigerweise ist mir wirklich niemals im Laufe ihres Besuchs das klaffende Loch im
Server der Erbsenzähler aufgefallen, wo früher vier 50 Gigabyte Festplatten waren.
Erst zwei Stunden nach ihrem Verschwinden bemerke ich es ...
Die Erbsenzähler haben es freilich schon etwas eher festgestellt.
Nun gut.
Da ich mich durch diese Situation nicht länger aufhalten lassen will, schiebe ich ein
paar Ersatzfestplatten aus unserem Sondervorrat in den Rechner, den der PJ und ich
angelegt haben, um ... äh ... lizensierte Software zu installieren (und ganz sicher
KEINE MP3-Dateien aus dem Internet zu speichern), und erkläre den
Erbsenzählern, der Ausfall sei durch einen Fehler IHRER RAID-Konfiguration
(Level MINUS 1, so daß keine Daten gespeichert werden) verursacht worden.
Erwartungsgemäß kaufen sie meine Geschichte ...
Trotzdem, es muß etwas geschehen, denn nächste Woche wird der PJ zurückkehren,
der mit Sicherheit meine Unachtsamkeit verhöhnen wird.
...
Nachdem sie gekommen ist, um eine Tastatur zu reparieren, die alle Anzeichen einer
Behandlung mit einem großen stumpfen Werkzeug zeigt, in Wirklichkeit aber nur
unter Abnutzung und Tränen leidet, schuggle ich fünf brandneue Festplatten in ihren
Werkzeugkoffer, als sie gerade nicht hinschaut und überlasse sie sich selbst.
Ich kann ihre Gedanken nicht begreifen, als ich die fünf Laufwerke später am
Nachmittag auf einer Maschine im Rechnerraum finde, wo sonst der
Bandzerkleinerer steht.
Etwas muß geschehen.
Ich rufe in ihrer Firma an und lasse mich zu ihr durchstellen. Sie nimmt den Anruf an.
Und da es Zeit ist, die Angelegenheit auszudiskutieren, mache ich ihr einen
Vorschlag.
"Wie wäre es mit einem kleinen Bier nach der Arbeit?"
Sie akzeptiert und wir verabreden uns für den Abend in einem netten Plätzchen
außerhalb der Stadt.
Der Abend bricht an, wir plaudern harmlos über alles mögliche, bis wir schließlich
beim Thema landen und ich sie frage, wieso sie eine Kleptomanin ist.
"Oh, ich bin keine Kleptomanin. Es ist nur so langweilig, tagein tagaus die gleichen
Dinge zu tun. Also sorge ich dafür, daß mir nicht langweilig wird bei der Arbeit."
"Was auch erklären würde, weshalb sie den Bandvernichter mitgenommen haben und
die Festplatten zurückließen."
"Den Bandzerkleinerer, 4 ihrer Stifte, ihre Kaffee-Tasse und das Buch, das sie als
Unterlage benutzt haben, als sie meine Arbeit quittierten."
"Das Besucherbuch?!?" keuche ich.
"Ja, ich denke, das ist es. Je auffälliger der Diebstahl ist, desto interessanter ist er.
Ich wette, daß sie noch nicht bemerkt haben, daß in ihrem Büro zwei Stühle fehlen,
oder?"
Ja, es könnte Liebe sein.
Um eine lange Geschichte abzukürzen, kann ich sagen, daß wir einen großartigen
Abend miteinander verbrachten, an dessen Ende ich sie zu ihrer U-Bahn-Station
begleitete UND bei ihr blieb bis ihre Bahn kam.
Und ich habe ihr ihre Geldbörse geklaut, denn solch eine günstige Gelegenheit
konnte ich nicht ungenutzt verstreichen lassen ...


Der B.O.F.H. und der Mahariji ...

"Sie GEBEN AUF!" ruft der PJ in einem Tonfall, den man nur als unfreundlich
bezeichnen kann.
"Ich denke, sie rea ...." verteidge ich mich, um mitten im Satz unterbrochen zu
werden.
"DAS TUN SIE! Sehen sie sich doch an! Sie füllen Tätigkeitsprotokolle aus!
´Nutzer-Passwort zurückgesetzt´, ´Bei der Instalation von MS Office geholfen´."
"Ich schreibe nur auf, welche Arbeiten erledigt sind, um den Service zu verbessern."
"Sie HASSEN Tätigkeitsprotokolle - es gab Zeiten, da haben sie die Protokolle von
der Nutzerbetreuung geklaut, um zu verhindern, daß sie Sonderprämien bekommen!
Sie sagten, das sei virtuelle Arschkriecherei."
"Ach was, ich sagte, es wäre BEINAHE virtuelles Arschkriechen. Virtuelles
Arschkriechen ist es, eine dieser elektronischen Postkarten mit Geburtstagsgrüßen
an den Chef zu schicken. Wie auch immer, sie sind wohl sehr negativ gelaunt."
Die nächste Tirade des PJs wird durch das schnelle Eintreffen des Chefs verhindert.
"Ich wollte ihnen nur für die Hilfe bei meinem Problem mit meinen PC helfen. Er läuft
jetzt sehr viel besser!"
...
"Sie haben DEM CHEF geholfen!? Bei seinem PRIVAT-PC?!! Sie HABEN verloren!
Sie wollten die Gesräche über eine Gehaltserhöhung in der nächsten Woche
beeinflussen!"
"Gehaltserhöhung? Ich habe das Streben nach Reichtum und Macht überwunden und
meine Ersparnisse dem Mahariji gespendet. Ich habe es nicht nötig, wegen
materieller Dinge meine Vorgesetzten milde zu stimmen."
"VORGESETZTE!!! Sie sind ein SCHWÄCHLING geworden!" ruft der PJ angeekelt.
"Ich WUSSTE doch, daß da etwas nicht stimmt, als sie den Mann vom Wachdienst
einfach so akzeptierten! Der ALTE B.O.F.H. hätte es dazu gar nicht kommen
lassen!"
"Der ALTE B.O.F.H. ist Geschichte. Er war nicht im reinen mit seiner Aura."
"Seiner Aura?"
"Ja, das Mantra seines persönlichen Wohlbefindens."
"Persönliches Wohlbefinden?! Ist es diese Technikerin gewesen?! Sie hat sie um
ihren Finger gewickelt!"
"Ich muß gestehen, daß unsere Beziehung sehr schön war, doch der Mahariji hat mir
gezeigt, daß sie einfach nur eine Manifestation tiefsitzender Bedürfnisse war. Die
Beziehung ist beendet und ich bin nun eine seelisch reichere Person als vorher."
"Ein noch größerer Schwachkopf sind sie!"
"Ich bin mir sicher, daß der ALTE B.O.F.H. darauf mit Negativität geantwortet
hätte - möglicherweise hätte er Folge katastrophaler Unfälle organisiert, für die man
sie zur Verantwortung gezogen hätte. Aber ich werde das nicht tun. Der Mahariji hat
mir gezeigt, daß der einzige Weg, die eigene Aura zu pflegen, darin besteht anderen
zu helfen."
"Trottel!" beharrt der PJ.
"Der Mahariji sagt, daß das Benutzen von Beleidigungen ein Zeichen von
Verzweiflung ist. Eine gute Aura dagegen wird mit Fröhlichkeit belohnt."
"Fünfzig Pfund darauf, daß ich am Ende des Tages die fröhlichere Person von uns
beiden bin."
"Eine Wette? Ich brauche kein Geld!"
"Hundert Pfund!" ruft er.
"Ich brauche wirkl ..."
"FÜNFHUNDERT PFUND!"
"Hören sie bitte auf!" rufe ich. "Das ist unanständig! Aber ich werde ihre Wette unter
der Bedingung annehmen, daß sie meinen Gewinn - sollte ich gewinnen - an den
Mahariji zahlen!"
"In Ordnung!"
Der Handel kommt zustande, nachdem wir noch eine Nebenwette abgeschlossen
haben, die vorsieht, daß der Verlierer am Freitagabend die Getränke der gesamten
IT-Abteilung bezahlen UND sich ihre Beschwerden über den Service anhören muß.
Eine Aussicht, auf die sich selbst eine erleuchtete Person nicht freuen dürfte ...
Wir haben unsere Abmachung gerade per Handschlag bestätigt, als wir in das Büro
des Chefs gerufen werden. Zweifellos will er mir noch einmal dafür danken, daß ich
die Probleme gelöst habe ...
"Ah .... Ich habe gerade eine Beschwerde über die Servicequalität bekommen, mit der
sie den Nutzern helfen!" erklärt der Chef hart und blickt dabei zum PJ.
Der PJ schaut erwartungsgemäß mit unschuldigem Gesichtsausdruck weg ...
Seufz.
"Ich muß mich für den jugendlichen Übermut meines Assistenten entschuldigen",
sage ich. "Er ist jung und handelt manchmal impulsiv. Und vielleicht behandelt er
manchmal einen Nutzer nicht mit der nötigen Aufmerksamkeit, aber mit etwas ..."
"Genug!" schnappt der Chef. "Man kann es wohl kaum als impulsiv bezeichnen,
wenn er dreimal das Passwort eines Nutzers in ein Schimpfwort ändert - das ist eine
geplante Handlung!"
"?" reagiert der PJ, bevor ich seine Verteidigung übernehmen kann. "Vielleicht ein
Mißverständnis seitens des PJ", antworte ich. "Er hat vielleicht gedacht, der Nutzer
habe die Paswort GEWÜNSCHT - manche Nutzer verwenden eine sehr bildhafte
Sprache, wenn sie Probleme haben. Er hat sicher angenommen, sie verwenden
dieses Wort als Passwort und hat es entsprechend aktiviert."
"Aha? Und wie steht es mit dem Tip, daß sich MS Office schneller installieren ließe,
wenn man gleichzeitig alle CD der Entwicklerausgabe in das CD-Laufwerk
klemmt?"
"Ich ... ich ..." stottere ich und schaue den PJ entsetzt an.
Was ungefähr dem Ausdruck entspricht, mit dem er mich anstarrt. Natürlich, er
denkt an meinen neuen guten Ruf, seine Chancen, alles auf mich abwälzen zu
können, die 500 Pfund, die sich in Bier auflösen werden, SOWIE das Gejammere der
Nutzer über unseren Service, über die gute alte Zeit, in der die Netz schneller war,
Passworte nur aus einem Buchstaben bestanden und so weiter .... Gesprächsstoff,
der locker für acht Stunden ausreicht. Nicht zu vergessen freilich auch seine
Aussichten auf eine Gehaltserhöhung ...
"Lassen sie mich mit ihm reden", wende ich mich an den Chef. "Ich werde mich
darum kümmern ..."
...
"Sie Bastard!" schreit der PJ, als wir wieder in unserem Büro sind. "Diese ganze
Mahariji-Geschichte ist absoluter Unsinn! Aber sie werden sich nicht freuen, denn
es war ausgemacht, daß der Mahariji das Geld bekommt, also wird der Scheck auf
seinen Namen ausgestellt."
"Ausgezeichnet!" antworte ich. "Soll ich ihnen als Entschädigung eines unserer
Pamphlete schicken? Ich habe gerade eins über die göttliche Aura fertiggestellt."
"Sie sind der Mahariji?"
"Sie haben es! Ich habe das Büro dieser New Age-Vegetarier übernommen,
nachdem sie faule Äpfel oder etwas andere verdorbene Sachen gegessen und
verschwanden. Und jetzt habe ich ein narrensicheres Steuerschlupfloch. Mindestens
für ein paar Jahre! Brillant! Alles was ich tun muß, ist, pro Jahr ein paar Pamphlete
herauszugeben, für irgendwelche Meditationskurse werben, einen Riesenverlust pro
Jahr zu produzieren und schon muß ich keine Steuern mehr zahlen! Es sei denn, die
Beatles würden sie reformieren ..."
"Auf welchen Namen soll ich also den Scheck ausstellen?" fragt der PJ und atmet
schwer.
"Auf die Heilige Gesellschaft von Tfosorcim."
"Tfosorcim? Microsoft rückwärts buchstabiert?"
"Sie mögen es? Nun, das ist wie mit der Umkehrung von Evil." (Live - Leben
[thomas w.])
"Ich hasse sie!"
"Aber das ist nicht gut für ihre Aura!!!"


Der ICHHASSEDICH-Virus erobert das B.O.F.H.-Land ...

Wir nähern uns der Mittagszeit, als der Chef ins Büro kommt und mich bei der
Lektüre der Morgenzeitung stört. Gut, ich habe mich etwas zu lange damit
aufgehalten, mich darüber zu wundern, welch hohe Farbqualität heute auf billigstem
Papier möglich ist.
"Dieses Seite 3-Mädchen sind wirklich so echt aus, daß man meinen könnte, sie
würde vor uns stehen!" erkläre ich dem PJ, der von seiner Lektüre der Aktienkurse
hochblickt (der arme Kerl). Irgendwie wirkt nicht gerade erfreut.
"Ja, ja, ja, das sagen sie beinahe täglich", antwortet er und widmet sich wider dem
Studium seiner Kurstabellen. Offenbar mag er diese trockene Morgenlektüre.
"Aber schauen sie sich diese hohe Qualität der Farbmischung an!" rufe ich.
"Um", unterbricht mich der Chef. "Wenn sie nicht zu beschäftigt sind ..."
Seine Zurückhaltung ist durchaus angebracht, denn in der Vergangenheit hat sich
mehrfach gezeigt, daß ich nicht gerade kollegial handle, bevor ich meinen vierfachen
Frühstücks-Espresso hatte.
"Ja?" frage ich freundlich und breche mit der Tradition, um einmal eine andere
Herangehensweise auszuprobieren.
"Es geht um diese ICHLIEBEDICH-Geschichte."
"Machen sie sich doch nicht lächerlich - sie sind nicht mein Typ. Und außerdem
nicht einmal vom richtigen Geschlecht!"
"Nein, der Virus!"
"HIV? Nun, ich bewundere ihre Ehrlichkeit in diesen intoleranten Zeiten, aber ..."
"Nein, es geht nicht um mich, sondern diesen E-Mail-Virus. ICHLIEBEDICH!"
"Oh, das."
"Ja! Was werden wir dagegen unternehmen?"
"Nun, der PJ und ich haben das Thema ausführlich diskutiert und glauben nun, daß
wir den Nutzern vertrauen können, daß sie sich an die einfache Regel halten,
unbekannte Dateianhänge nicht zu öffnen, so wie wir es ihnen immer und immer
empfohlen haben."
"Das ist ja schön und gut, aber irgendjemand wird sich bestimmt nicht daran halten."
fügt er besorgt hinzu.
"Also haben sie ihren Arbeitsplatz-PC infiziert?" seufze ich.
"Uh, nein - den der Sekretärin. Sie wollte, daß ich nachprüfe, ob es sich um den
Virus handelte."
"Also haben sie den Anhang geöffent, um ihn zu prüfen?"
"Ja, nun ..."
"Tatsächlich ... Da scheint unser Windows 2000-Projekt ein erstes Opfer gefunden
zu haben. Ich meine natürlich ein Testobjekt."
"Gibt es nichts, was wir tun können?"
"Davon abgesehen, daß man Dateianhänge nicht öffnen sollte?"
"Äh, ja."
"Nicht wirklich - eine Neuinstallation ist einfacher und auch sicherer."
"Oh, könnten sie ein Rundschreiben dazu vorbereiten, damit wir alle informieren
können?"
"Ich schätze, daß wir das tatsächlich könnten, doch wir sind noch besorgter über den
ICHHASSEDICH-Virus und was passiert, wenn wir einen davon bekommen."
"Der ICHHASSEDICH-Virus? Was ist das?" keucht er entsetzt.
"Nun, das ist eine Abart des ICHLIEBEDICH-Virus, nur wirkt er weitaus
zerstörerischer."
"DAS KANN DOCH NICHT SEIN!" schnappt er nach Luft.
"Aber ja. Er sieht aus wie ein einfaches Textdokument, doch in Wirklichkeit macht er
all den üblichen Kram und noch einiges mehr. Ist er einmal im Arbeitsspeicher, wird
die System-Registrierung durcheinandergebracht - gut, das kann Microsoft schon
lange; nach dem Zufallsprinzip werden Termine aus der Vergangenheit in ihrem
elektronischen Planer neu eingetragen ... Und IMMER, wenn sie sich beim System
anmelden, ähm, schickt er den gesamten Inhalt ihrer Posteingangs- und
Postausgangsordner an alle Adressen in ihrem Adressbuch - was nicht gerade lustig
ist, wenn sich darin noch private E-Mails befinden, die sie nicht gelöscht ha ..."
Hier schnappt der Chef hörbar nach Luft.
"... ben; und, hmm, er druckt alle Bilder, die er in den Cache-Ordnern ihrer Browser
findet auf allen verfügbaren Druckern im Netzwerk aus, was auch recht unangenehm
werden kann, wenn sie in den letzten zwei Monaten Pornoseiten besu ..."
Raketenschnell verläßt der Chef unser Büro mit der Absicht schlimmeres dadurch zu
verhindern, daß er das Netzkabel zieht, schätze ich.
"Ich nehme an, sie haben ihm eine Nachricht mit dem Betreff ICHHASSEDICH
geschickt?" fragt der PJ.
"DREI Nachrichten, um genau zu sein. Und als Anhang habe ich eine Textdatei mit
der Überschrift ´Zehn Gründe, weshalb ich dich hasse´ mitgeschickt."
"Welche Gründe sind das?"
"Nur ´Sie sind ein Arschloch´ jeweils zehnmal ..."
"Kein Virus?"
"Nein, das wäre zu aufwendig. Besser als jetzt kann es doch gar nicht werden.
Allerdings ist es bedauerlich, daß er schon verschwunden war, bevor ich erzählen
konnte, daß jede neu empfangene E-Mail automatisch mit einer Nachricht mit dem
Betreff ´Verpiß dich, du Idiot´ beantwortet wird."
"Das können wir doch später noch benutzen."
"So ist es! Nun, jetzt müssen wir nur noch die Inhalte der genannten Ordner aus der
Sicherungskopie an alle Mitarbeiter im Haus schicken und ein paar Pornobilder an die
Drucker schicken."
"Also bediene ich mich in unserem Porno-Archiv?"
"Ähm ... NEIN! Nein, suchen sie im WWW nach ein paar Schwulenbildern. Wenn die
ausgedruckt werden, können wir so tun, als hätten wir schon immer gewußt, was
seine Annäherungsversuche vom Morgen zu bedeuten hatten."
"Er wird alles abstreiten und leugnen, daß die Bilder von seinem Rechner stammen!"
"Natürlich wird es das. Aber ´Ich schaue mir nur normale Pornos an´ dürfte als
Ausrede für die Geschäftsleitung nicht besonders gut klingen."
...
"Wirklich, das hat NICHTS mit mir zu tun!" jammert der Chef, als der PJ und ich ihn
aufmerksam mustern.
"Natürlich nicht." antworte ich freundlich. "Sind sie noch immer sicher, daß es nichts
gibt, das sie uns sagen wollten?"
"Das sind NICHT meine Bilder!"
"Nein, ich hatte da an etwas anderes gedacht ..."
"Und was sollte ich ihnen nach ihrer Meinung sagen?" fragt er verwirrt.
"Nun, ich hatte GEHOFFT, daß sie sich dafür entschuldigen werden, daß sie uns bei
der Lektüre der Morgenzeitung gestört haben und daß das nie mehr vorkommen
wird."
"Ich ..." beginnt er, um mit einem "SIE waren das!?" zu enden.
"Den Zug können sie nicht mehr aufhalten!" rufe ich. "Und wenn sie nicht wollen, daß
die Protokolldateien der Drucker mit dem Namen IHRES Rechners ihren Weg in das
Postfach unseres konservativen IT-Chefs finden ..."
"Ja!" keucht er und denkt offenbar an seine Aussichten, wenn der IT-Chef Wind von
einem Gerücht wie diesem bekommt.
"Sie werden hinunter in das Café gehen und einen vierfachen Espresso für mich
einen doppelten für meinen Assistenten holen."
"In Ordnung", gibt er resigniert auf.
"... für die nächsten vierzehn Tage."
"Ja ..."
Es ist eine dreckige Arbeit, aber jemand muß sie ja erledigen ...


Der B.O.F.H. heuert auf der Enterprise an ...
(Die Episode, die nie gesendet wurde.)

"Logboch des Kapitäns, Datum: Neunundzwanzig Punkt Zwei Punkt
Sechsunddreißig, Vierundzwanzig, Dreiundsechzig, hhhmmmm hhhhmmm. Wir haben
Probleme mit dem Bordcomputer, also sind wir durch Zeit und Raum zurückgereist
zur Erde zu Beginn des 21. Jahrhunderts und haben einen Experten an bord gebeamt,
der uns bei der Beseitigung der Probleme helfen kann."
...
Also erwache ich auf dem Raumschiff Enterprise. Und es ist so offensichtlich, daß
ich träume, daß ich gar nicht an etwas furchbares denke, das mich aufwachen lassen
würde (wie zum Beispiel an die Arbeit bei einem Teleshopping-Sender). Ich
entschließe mich, erst einmal abzuwarten, wie sich die Sache entwickelt. Natürlich
prüfe ich vorher noch, ob ich einen dieser senffarbenen hautengen Anzüge trage, falls
es sich um einen Alptraum handeln sollte.
Zum Glück ist das nicht der Fall.
"Willkommen an Bord", lächelt Kirk und läuft mit ausgestreckter Hand auf mich zu.
"Danke, Kapitän", antworte ich und schaffe es bei unserem Handschlag, ihm
unbemerkt seine verlockend modern aussehende Uhr vom Arm zu streifen. "Und ich
kann ihnen gar nicht sagen, wie sehr es mich freut, diese Uniform zu sehen."
"Wirklich?" fragt Kirk fröhlich.
"Nein, nicht wirklich. Aber kommen wir zu ihrem Problem. Wo drückt sie denn der
Schuh?"
"Nun, es hat etwas mit unserem Steuersystem zu tun - immer wenn wir in einer
Umlaufbahn um einen Planeten kreisen wollen, scheint das Raumschiff auf einer
Tangente vom Kurs abzuweichen."
"Wie ihre Sendung?"
"Hä?"
"Nichts. Also handelt es sich um ein Problem mit der Steuerung?"
"Ja. Ich schätze, es ist ein Kabel locker oder etwas ähnliches."
"Sie haben eine Menge davon, oder?"
"Nein, eigentlich nicht, wenn ich jetzt daran denke ..." antwortet Kirk.
"Und es ist sicher auch nicht etwas so triviales, wie Spock, der ein Tasse Kaffee auf
seiner Konsole umgeschmissen hat, oder jemand, der während der Hektik einer
Weltraumschlacht zu oft die falschen Tasten gedrückt hat?"
"Nein, das haben wir geprüft."
"In Ordnung, und es hat in der letzten Zeit auch niemand die Programme aktualisiert
oder geändert?"
"Nein."
"Und was macht Spock dann mit diesen Disketten?"
"Ich habe versucht, ein vom Hersteller zertifiziertes Diagnose-Programm zu
installieren, das die wahre Ursache für die Fehlfunktion auf dem Wege der
strategischen Elimi ..." plappert Spock los, bevor ich ihn unterbreche.
"Falls das das Service Pack 6 ist, verschwinde ich jetzt!"
Nach ein paar vernuschelten Entschuldigungen stimme ich zu und verspreche, einen
Blick auf die Maschinen zu werfen ...
"Äh, das ist der Kaffee-Automat."
"Natürlich ist er das, aber ich ziehe die holistische Methode der Computer-Wartung
vor - alles ist mit allem verbunden und reflektiert daher in sich wieder das ganze
System. Nebenbei, nach einem Espresse kann ich besser denken."
"Expresso? Uh, wir haben nur Pulverkaffee!"
Es ist wohl doch ein Alptraum.
"... wie meinten sie das mit der holistischen Methode?"
"Nun, nehmen wir als Beispiel diesen Automat. Sehen sie den braunen Satz, der sich
in der Leitung angesammelt hat und anscheinend den Erhitzer blockiert?"
"Ja?"
"Und daraus kann man nun schließen, daß ihr Steuerprogramm auf eine ähnliche
Weise blockiert sein könnte."
"Durch Kaffee?"
"Nein, aber durch die Überreste unfachmännisch ausgeführter Wartungsversuche."
"Es fällt mir schwer, das zu gl ..."
"Schauen sie sich diesen Ruß auf den Dilithium-Kristallen an!"
"Das sind keine Dilithium-Kristalle. Das ist unser Mittagesse - es wurde nur noch
nicht hydriert!"
"Wenn sie mir jetzt sagen, daß das Kebab mit Chips sein soll, muß ich mich
übergeben."
... sechs Stunden später ...
"In Ordnung, ich brauche ein Werkzeug zum Auswechseln des RAMs, ein Kabel zur
Erdung, einen akustischen Schraubenzieher ..."
"Einen akustischen Schraubenzieher?"
"Oh, mein Fehler - einen entmagnetisierten Schraubenzieher mit einem flachen Ende
und einer integrierten Spannungsanzeige."
"Etwas derartiges haben wir leider nicht", murmelt Scotty, der mit einer
Werkzeugkiste anrückt.
"Und wie sieht es mit einem Schweizer Offiziersmesser und einem Hammer aus?"
"Kein Problem!" strahlt er.
... zehn Minuten später ...
"So, das sollte funktionieren", rufe ich und knalle das Gehäuse zu. Seit ich mit dem
Sandstrahler die Magnetköpfe gereinigt habe, war das die scheuslichste Arbeit, die
ich je gemacht habe.
"Und was machen wir jetzt?" fragt Kirk.
"Nun, einfach starten und sehen, was passiert."
... weitere zehn Minuten später ...
"Nun, die Steuerung scheint wieder zu funktionieren", murmelt Scotty und schaut von
seinen Instrumenten hoch. "... allerdings bekomme ich Meldungen angezeigt, die vor
der Überhitzung des Navigations-Moduls warnen."
"Oh, das wird nur das Klebeband sein, daß vor dem Lüfter hängt. Aber die Steuerung
müßte funktionieren, es sei denn, wir geraten in einen ..."
"METEORITEN-SCHAUER, das Schiff unternimmt ein automatisches
Ausweichmanöver!" ruft Spock.
"... ah, nun, damit müssen sie jetzt selber klarkommen. Wenn sie mich einfach zur
Erde zurückbeamen könnten, wäre ich ihnen sehr verbunden."
"Nein, das geht jetzt nicht." ruft Kirk. "Scotty, alle Energie in die Schubumkehr!!"
"WENN ICH SIE NOCH STÄRKER BELASTE, FLIEGT UNS DER GANZE
LADEN UM DIE OHREN!" brüllt Scotty aufgeregt.
"Nein, das wird in jeden Fall passieren!" rufe ich, gehe zum Teleporter und drücke
den Knopf mit der Aufschrift ´Koordinatenumkehr´ ...
...
Was für ein seltsamer Traum.
Das muß wohl an dieser himmlischen Weltraumuhr liegen ...


Der B.O.F.H.-Test: Was halten sie von Werbetexten?

Wir alle haben sie schon gesehen, manche haben sie sogar gelesen. Aber
traurigerweise haben sie seit der weiten Verbeitung von Gasheizungen keinen
wirklichen Nutzen nutzen mehr ... Nun, der B.O.F.H. hat einen kleinen Test
vorbereitet, wie sie die Propaganda gedruckter Werbung interpretieren.

1. Sie lesen in der Werbung eines Programms, das perfekt zu ihnen passen könnte,
"Läuft auf den meisten kompatiblen PCs". Dies bedeutet:

A.Das Programm wird auf jedem Rechner mit einem x86er Prozessor laufen.
B.Es wird auf den meisten x86er Rechnern laufen.
C.Es läuft unter DOS.
D.Es läuft nicht unter DOS.
E.Es funktioniert gar nicht.

2. Sie lesen in der Werbung die Phrase: "Entwickelt von hochqualifizierten
Programmierern".

A.Das Programm wurde durch gleichgesinnte fanatische Programmierer
entwickelt.
B.Es wurde entwickelt von Studenten, die nachts und an Wochenenden als
Aushilfen für uns arbeiten.
C.Die Idee wurde von zwei Studenten in einem Thesenpapier entwickelt und
wir haben es gestohlen.
D.Zwei Abiturienten, die Visual Basic lernen, haben das Programm
geschrieben.
E.Bei den Qualifikationen, die wir meinen, geht es um das Jonglieren und
Country-Tanz.

3. Sie lesen ebenfalls, daß das Programm "kompatibel zu internationalen Standards"
ist. Das heißt:

A.Das Programm hält sich an aktuelle Standards.
B.Es erfüllt die meisten Industriestandards.
C.Es erfüllt einen Standard, den sie gerade selbst entwickelt haben und
durchsetzen wollen (wie bei Microsoft).
D.Sie haben ihre eigene Auslegung von Standards, selbst wenn man nachfragt.
E.Das Verpackungsmaterial wird an ihren Schuhen kleben, wenn sie darauf
standen.

4. In dem Hochglanzprospekt steht: "vollständig besetzter weltweiter
Rund-um-die-Uhr-Service", was in Wirklichkeit bedeutet:

A.Es gibt ein Service-Team in jedem Land, das täglich 24 Stunden im Einsatz
ist.
B.Es gibt ein Service-Team in einem Land, das täglich 24 Stunden erreichbar
ist.
C.Sie haben einen vollen Mann für den weltweiten Service angestellt.
D.... und mit ´voll´ meinen sie betrunken.
E.... und er spricht ausschließlich Hindi.

5. Die Werbung verspricht, daß sie Experten für "vollständige Fehlertoleranz" sind.
Das bedeutet:

A.Sie haben sehr viel Erfahrung bei der Lieferung von Anwendungen, die rund
um die Uhr störungsfrei laufen.
B.Sie haben Erfahrung bei der Nutzung von störungsfrei laufenden
Programmen.
C.Sie wissen, daß eine Woche 7 * 24 Stunden hat.
D.Sie kennen vollständig fehlerhafte Situationen.
E.... und sie akzeptieren sie in ihren Programmen.

6. Die Firmenbeschreibung erwähnt, daß sie "stark im Silicon Valley vertreten" sind,
also:

A.Sie sitzen im Herzen der Computerwelt.
B.Sie lesen die Computerwelt.
C.Sie haben irgendwann gehört, daß es Computer in dieser Welt gibt.
D.Es handelt sich um einen Druckfehler, denn gemeint war DEATH Valley.
E.Der Druckfehler besteht darin, daß Silicon "Alley" (Gasse [thomas w.])
gemeint ist - sie haben ihre Firmenzentrale im Hinterzimmer eines Ladens,
in dem TV-Geräte repariert werden.

7. Großer Gott! Am unteren Ende der Seite steht in großen, fetten Buchstaben, daß
das Programm völlig kostenlos ist.

A.Es kostet keinen Pfennig.
B.Es ist eine eingeschränkte Programmversion.
C.Es handelt sich um eine eingeschränkte Version, für die der Service
kostenpflichtig ist.
D.Haben sie erwähnt, daß man sich für 24 Monate vertraglich binden muß?
E.HOSEN RUNTER und NACH VORN BEUGEN! HIER KOMMT DER
GROSSE ROTE STACHEL!!

8. "Rufen sie uns jetzt an, wir rufen sofort zurück." Das bedeutet:

A.Sie werden nur anrufen, wenn sie Interesse bekunden.
B.Sie werden anrufen, wenn sie glauben, daß ihre Botschaft nicht verstanden
wurde.
C.Sie werden in jedem Fall anrufen.
D.Sie werden ihren Namen auf die Empfängerliste für Werbung setzen, um
langsam ihren Widerstand zu brechen.
E.Sie kennen ihren Namen, sie wissen, wo sie arbeiten und leben - und sie
werden beim ´Readers Digest´ anrufen!!!

9. "Kann ihre Firma es sich leisten, diese Gelegenheit nicht zu nutzen?"

A.Nein.
B.Keine Ahnung.
C.Ja.
D.Die Gelegenheit, einen Anruf beim ´Readers Digest´ zu machen?
E.Die Chance, bei den bewaffneten Ordnungshütern anzurufen, daß sie einen
Mann gesichtet haben, der einen ´Ich hasse die westliche
Zivilisation´-Aufnäher auf der Jacke hat, ein tickendes Paket mit sich
herumträgt und ´Lebend werden diese kapitalistischen Schweinehunde mich
nie kriegen!´ und ähnliches murmelt? Nein.

10. "Für weitere Informationen teilen sie uns bitte ihnen Namen und ihre Adresse
mit." Das bedeutet:

A.Man wird sie über Neuigkeiten informieren, die wichtig für ihr Geschäft sind.
B.Man wird sie über Neuigkeiten informieren, die wichtig für IHR Geschäft
sind.
C.Beides, A.) und B.), und zwar noch lange, nachdem sie nicht mehr bei ihrer
Firma arbeiten.
D.Der Typ aus dem Nachbarbüro wird demnächst viel Post bekommen.
E.Aber das ist noch gar nichts verglichen mit der Menge Post, die jeder
Erbsenzähler bekommen wird, wenn ich ein paar Anrufe gemacht habe ...

Wie bekommen sie nun heraus, wie gut sie sind? Ich weiß schon, was sie
denken - einige Antworten klingen so ... gleich, oder? Wenn sie jetzt ja sagen, dann
macht das schon einmal zehn Minuspunkte für den Anfang!
Im anderen Fall gibt es 0 Punkte für jedes A (und weitere zehn Minutpunkte, wenn
sie das als etwas hart empfinden), 2 für jedes B ... 8 für jedes E.
-20-20: Sie haben es nicht verdient, einen Computer zu besitzen. Es ist schon
verwunderlich, daß sie überhaupt lesen können. Aber ich habe da ein Angebot für sie:
hochmoderne 1 Megabyte SIMMs, die sie für nur zwanzig Pfund pro Stück
bekommen können.
21-40: Oder dann wären da noch die brandneuen 4 Megabyte SIMMs für 50 Pfund je
Stück. Kein Interesse? Nun, dann besteht noch Hoffnung, aber sie müssen noch viel
arbeiten.
40-60: Ja, das ist schon besser. So leicht kann man sie nicht hereinlegen. Gute
Arbeit, aber sie schenken ihnen noch immer zu viel Vertrauen.
60-80: Ja, so ist es richtig, das einzige, was diese Typen verdienen, ist eine gute
Krankheit. Und damit sie diese bekommen, werden sie einen kleinen scheußlichen
Unfall haben ...
80-100: Sie betrügerischer Hund! 20 Zusatzpunkte für den Versuch.
100-120: Mein Vorbild!


Was die drohende Zerschlagung von Microsoft wirklich bedeutet ...

Ich bin mit der Revision der Technik befaßt, was hauptsächlich bedeutet, daß ich
durch die Büros marschiere und mir die Rechner der Nutzer anschaue. Das tue ich,
um mich zu vergewissern, daß das, was die Nutzer WIRKLICH haben, dem
entspricht, was meine Datenbank ihnen zugesteht.
Keine besondere Herausforderung, das gebe ich zu ...
Und wie immer mußte ich dazu früh aufstehen, damit mich die Nutzer nicht mit ihren
geistlosen Fragen nerven können. (Jeder Administrator kann nur eine bestimmte
Anzahl von Fragen nach dem Ändern des Bildschirmhintergrundes, des Passwortes
oder nach den Helligkeiteinstellungen des Monitors beantworten, bevor er das
dringende Verlangen verspürt, den Gehaltsscheck des betreffenden Nutzers dem
Papierzerkleinerer anzuvertrauen.)
Ich bin damit fertig, die Gehaltsschecks eines Nutzers in den Shredder zu stopfen
(Eine reine Präventivmaßnahme - die beste Verteidigung ist noch immer ein guter
Angriff.), als ein Frühaufsteher hereinkommt und sich darüber wundert, daß sein
Rechner geöffnet auf dem Tisch steht.
"Ich prüfe nur, ob ihre installierte Hardware mit dem Inventar übereinstimmt",
antworte ich auf seine Frage.
"Aber das haben sie doch erst vor einem Jahr schon einmal gemacht!" erwidert er
leicht empört.
"Wir machen das einmal pro Jahr", antworte ich. "Damit können wir alle Reparaturen
und Erweiterungen, die in den vergangenen Monaten stattgefunden haben, noch
besser erfassen."
"Nun, dann hoffe ich, daß es diesmal etwas weniger problematisch abläuft als im
letzten Jahr. Ich bin mir nämlich sicher, daß mein Rechner langsamer lief, nachdem
sie ihr Prüfprogramm ausgeführt hatten."
Seufz.
"Manchmal entdeckt das Prüfprogramm Unregelmäßigkeiten wie übertaktete
Prozessoren oder fehlerhaft konfigurierten Speicher, was möglicherweise zu
Zugriffsverletzungen und Abstürzen führen kann", erkläre ich ihm. "Und diese
Fehlerquellen beseitigen wir natürlich."
* DUMMY-MODUS EIN! *
Natürlich, ich könnte ihm den wahren Grund nennen - das Prüfprogramm hatte
nämlich WIRKLICH eine Unregelmäßigkeit gefunden. Der betreffende Rechner
verfügte über 64 Megabyte Arbeitsspeicher, obwohl 32 Megabyte auch ausreichend
sind. Und kaum hatte ich diese Fehlkonfiguration ausgemacht, war sie auch schon
beseitigt. (Ich habe mein Leben eben dem Wohl der Nutzer gewidmet - man könnte
mich auch Vater Theresa nennen.)
"Oh. Na gut, und wann werden sie ihren Test beenden?"
"Ich bin gleich fertig", antworte ich fröhlich und unterdrück ein kurzes Gefühl der
Reue, als die letzten Überreste seiner Gehaltsschecks im Schlitz des Todes
verschwinden. "Ich muß nur noch das Gehäuse zusammensetzen, dann können sie
wieder mit ihm arbeiten!"
"Wie sie gerade hier sind, kann ich ihnen eine Frage stellen?"
"Aber selbstverständlich!"
"Nun, ich habe einiges über die Zerschlagung von Microsoft gehört - wird sich das
auf meine Programme auswirken?"
"Sie meinen, ob die Umstrukturierung bei Microsoft die installierten Programme
beeinflussen kann?"
"Genau."
Mein Gewissenbisse wegen der Schecks lösen sich schneller in Luft auf, als eine
Herstellergarantie beim Übertakten eines Prozessors.
"Nun, das ist nicht einfach zu beantworten. Der Richterspruch besagt ja, daß
Microsoft zu mächtig geworden ist und begonnen hat, den Markt zu
monopolisieren - irgendwie ist das wohl eine Art offizieller Witz der US-Regierung."

"Ähm?"
"Nun, erst laden sie die Menschen ein, eine große Firma aufzubauen und große
Steuerbeträge zu zahlen. Und wann das dann geschieht, erklärt die Regierung, das
sei schlecht und fordern die Aufgabe der Geschäfte oder weniger Druck auf die
Konkurrenz."
"Aber hat Microsoft nicht unfaire Geschäftspraktiken angewandt?"
"Das Wort ´Geschäft´ macht den Begriff ´unfair´ in diesem Satz überflüssig."
"Sie klingen, als seien sie damit EINVERSTANDEN!"
"Ich kann Microsoft nicht ausstehen, um ehrlich zu sein. Doch darum geht es gar
nicht. Sie wollten wissen, ob ihr Rechner davon beeinflußt werden kann."
"Ja."
"Unglücklicherweise könnte das wirklich geschehen. Wegen der Zerschlagung der
Firma wird es zu Limitationen bei der Größe der Dokumente, die sie mit den
Programmen erstellt haben, kommen. Doch eigentlich sollte sie das nicht besonders
stören - sofern sie keine Dokumente haben, die größer als 20 kb sind."
"Aber die MEISTEN meiner Dokumente sind größer - ich bin für die
Einstellungsverträge zuständig."
"Wirklich?" (Die Sache wird besser und besser.) "Es könnte passieren, daß sie pro
Dokument nur eine Seite zu einem Zeitpunkt bearbeiten könnten. Vielleicht nur eine
einzige Seite."
"EINE SEITE! All meine Dokumente sind länger als eine Seite. Was soll ich nun
tun?"
"Nun ... Ich weiß nicht recht, ob ich ihnen das sagen darf ..."
"Oh, bitte! Ich käme um, wenn ich all meine Dokumente aufteilen müßte."
"Nun ... Gut, ich glaube, ich kann es ihnen sagen. Sie müssen die Dokumente
DELIMITIEREN."
"Wie geht das?"
"Wechseln sie einfach ins DOS und tippen sie DEL *.* ein."
"HEY! Wird das die Dateien nicht löschen?"
"Nein, das Löschkommando heißt REM wie in remove. Man hat das schon vor Jahren
geändert. Sie haben offenbar viel zu lange mit Windows gearbeitet."
"Oh." schluckt er.
"Und wenn sie gerade dabei sind, wollen sie vielleicht auch die Dateien der anderen
Nutzer delimitieren. Und die auf dem Server - ich befürchte, daß der
Delimitations-Befehl von dem neuen Betriebssystem, das wir am Nachmittag
installieren werden, nicht mehr unterstützt wird."
"Gut, gut, dann kümmere ich mich gleich darum."
"Ausgezeichnet. Und vielleicht delimitieren sie auch NTLDR und die boot.ini, und
alle Profiles-Verzeichnisse auf den Rechnern - nur damit wir auf der sicheren Seite
sind, falls sie nach der Zerschlagung auch das multinationale Darstellungssystem
aus dem Basissystem entfernen."
*** DUMMY-MODUS UNWIDERRUFLICH EIN ***
"Ähm, in Ordnung."
Ein Faß voller Karpfen, eine Angel ...


An den Händen des B.O.F.H. klebt Blut ...

Im Rahmen des Lippenbekentnisses der Firmenleitung zum Arbeits- und
Gesundheitsschutz wurde jeder, der an einem gefährlichen Platz arbeitet, dazu
verpflichtet, an einem Auffrischungskurs in Erster Hilfe teilzunehmen. Und wie das
Schicksal so spielt, wurde unser Rechnerraum wegen einer kleinen statistischen
Unregelmäßigkeit bei der Häufigkeit von Arbeitsunfällen als der gefährlichste Ort im
gesamten Gebäude ermittelt.
Nun, so sollte es auch sein.
Aber der PJ und ich wurden trotzdem dazu VERPFLICHTET, an dem
Auffrischungskurs teilzunehmen, was eigentlich nicht so schlimm ist, wenn man
bedenkt, daß wir damit auf Firmenkosten einen ganzen Tag durch Abwesenheit
glänzen können.
Und wir bekommen auch eines glitzerndes Teilnahme-Abzeichen.
Um es später in der Kneipe zu tragen.
Nachdem wir unsere Kentnisse unter Beweis gestellt haben.
"Ja, das IST die korrekte Anwendungsweise eines Defilibrators", informiert unsere
Ausbilderin voller Ruhe den PJ. "Aber er gehört nicht zu den empfohlenen
Behandlungsmethoden für gebrochene Arme, und das ist unser eigentliches Thema."
Seufzend löst der PJ seine Hände von dem Spielzeug, das nun zweifellos unter einem
wirklich starken Energiemangel zu leiden scheint, wenn ich mir die glühenden
Überreste der Übungspuppe anschaue.
"Kehren wir zu den gebrochenen Armen zurück; was ist die beste
Behandlungsmethode für solche Unfälle?"
"Das kommt ganz darauf an, wie sie gebrochen wurden ..." antwortet der PJ eifrig.
Offenbar will der verliebte Streber die Aufmerksamkeit der Ausbilderin am liebsten
ganz auf sich allein ziehen.
"Ja, das stimmt." antwortet sie. "Wenn es sich um einen offenen Bruch handelt, dann
müssen wir ihn anders behandeln, als einen inneren Bruch."
"Oh. Ich dachte eher über die Frage nach, ob ich, wenn ich die Tür zugeschlagen
habe und rein zufällig damit den Arm eines Nutzers gebrochen habe, die Tür noch
einmal kräftig zuzuwerfen, damit er begreift, was ich von ihm halte. Etwas in dieser
Art."
"Jaaaa ..." antwortet sie und entschließt sich, dieses Thema nicht durch weitere
Fragen zu vertiefen. "Wie auch immer, wir müssen uns darum kümmern, ob es bei der
Verletzung zu Blutungen kommt oder nicht. Und ob es nötig ist, diese zuerst zu
stillen."
In der Zwischenzeit hat sich die Gesichtsfarbe des Chefs (auch er weiß es zu
schätzen, einen Tag lang auf Firmenkosten seinem Büro fernbleiben zu dürfen)
auffällig geändert. Er sieht jetzt etwas blaß aus - offenbar ist er nicht besonders
neugierig auf die Geschichte mit dem Blut ...
Das beste ist gerade gut genug für ihn.
"Blut, sagten sie", rufe ich laut. "Geht es dabei um VIEL Blut?"
"Das hängt wirklich davon ab, welche Organe betroffen sind und wie schwer sie
verletzt wurden."
"Also könnte das Blut richtig HERAUSSPRITZEN und ALLES in der Umgebung
treffen, oder wird es nur einfach aus der Wunde HERAUSRIESELN?"
Der Chef sieht jetzt aus wie ein Lied von Procol Harum und schwankt bedenklich auf
seinem Stuhl, was der günstigste Augenblick für eine Unterbrechung ist ...
"Ich glaube, er braucht etwas frische Luft", rufe ich und zeige der Ausbilderin den
Chef.
"Ja. Ja, gute Idee."
"Ich bringe den Defilibrator!" springt der PJ hilfsbereit auf.
"Das ist nicht notwendig", erwidert sie. "Er braucht nur eine kurze Pause und etwas
frische Luft."
Der PJ schluckt seine Unzufriedenheit herunter, blüht aber sichtlich wieder auf, als
er dem Chef hilft, sich aus dem Fenster zu lehnen - wobei er ihm die Geldtasche
klaut. Die frischen Abgase in seiner Lunge bringen den Chef wieder ins Reich der
Lebenden zurück.
"Wo ist meine Geldbörse!?!" ruft er, als er formvollendet seinen Selbsttest
durchführt.
"Hier ist sie", antwortet der PJ. "Ich habe auf sie aufgepaßt."
Hastig durchwühlt der Chef sie, doch es scheint alles in bester Ordnung zu sein.
Zehn Minuten später haben wir einen Verband in Aktion gesehen und sollen nun
paarweise selbst den Umgang damit üben. Ich habe traurigerweise wohl noch nicht
ganz begriffen, wie das geht, denn ich wickle die Nase - ich meine den Verband - so
straff um den Kopf des Chefs, daß der nicht mehr atmen kann. Und es stimmt
wirklich - ein guter Seemannsknoten läßt sich nicht einfach wieder öffnen.
Nachdem der Chef seine zweite Portion frische Luft bekommen hat, geht es weiter,
um während der blutigeren Phase wieder durch die Wartezeit auf das Erwachen des
Chefs unterbrochen zu werden. Seufz.
Am nächsten Tag sind wir frohgemut wieder am Arbeitsplatz, und ich führe den Chef
durch den Rechnerraum. Er will über JEDEN blutigen Unfall informiert werden, um
zu sehen, ob der Kurs auch alle relevanten Themen abgedeckt hat, bevor er die
Rechnung unterschreibt. Seufz.
...
"Und hier rutschte der Ingenieur aus und fiel durch die geöffnete Abdeckung nach
unten, wobei er sich den Arm brach. Zufällig geschah das genau einen Tag, nachdem
er uns mitgeteilt hatte, daß wir gar kein Anrecht auf eine Reparatur innerhalb von 24
Stunden haben ..."
"Ja, ja", murmelt der Chef und macht in einer Liste, die er mit sich herumträgt
irgendwelche Häkchen. "Wir werden Warnhinweise an die Wände kleben."
"... oh! Und hier gab es diese leichten elektrischen Schläge, als das aufgescheuerte
Stromkabel mit dem Schrank in Berührung kam. Es gab ein paar Verbrennungen und
etwas Hysterie."
"Gut, wir sollten vorschreiben, daß jeder, der den Raum betritt und an den Schrank
will, Isolierhandschuhe tragen muß." plappert er vor sich hin.
"Ah!" ruft der PJ. "Hier kletterte der Berater, der sich immer darüber beschwert hat,
daß er keinen Zutritt zum Rechnerraum hat, auf die Maschine. Und hier zerbrach er
mit seinem Kopf den Rauchmelder und löste das Löschgas aus."
"Wirklich - er hat ihn mit seinem Kopf zerbrochen?"
"Soweit wir das beurteilen können - er kündigte nach dem Unfall, so daß wir ihn
nicht mehr befragen konnten."
"Nun, die Berater haben alle eine Ausbildung in Erster Hilfe, oder? Ich habe eine
Idee! Warum sollten wir nicht allen von ihnen den Zutritt zum Rechnerraum
gewähren - das würde die Sicherheit in diesem Raum wirklich erhöhen!"
ALARM!!!
"Ich soll sie in meinen Rechnerraum lassen?" frage ich.
"Ja." antwortet der Chef glücklich über seinen Geistesblitz.
"Nun, ich schätze, daß das wirklich Sinn hätte", erwidere ich und ignoriere den
ängstlichen Gesichtsausdruck des PJs. "Sie wären damals bestimmt in kürzester
Zeit herbeigeeilt und hätten mir mit meinem Finger helfen können, den ich an einer
scharfen Kante in diesem Schrank geschnitten hatte ... Oh, sehen sie! Es ist schon
wieder passiert!"
Ich hole meinen Arm aus dem Schrank und natürlich quillt das Blut aus einer langen
Schnittwunde heraus.
"Und das", sage ich und deute auf eine Bodenplatte. "Das ist der Ort, an dem der
Chef diesmal ohnmächtig wurde in sich >KRACH< den Zeigefinger brach."
Besondere Zeiten erfordern nun einmal besondere Maßnahmen.
Zutritt zu meinem Rechnerraum gibt es nur, wenn man den Notschlüssel für die
Löschanlage aus meinen kalten, steifen Fingern herausholt.


Der Tag der miesen Laune ....

Ich glaube, ich muß gleich in die Luft gehen. Ich habe versucht, mich zu beruhigen,
ich habe bis 10 gezählt, und ich habe ein paar Runden Quake II gegen ein paar
Deppen aus dem Marketing gespielt, die keine Ahnung haben, weshalb sie immer
gleich explodierten, wenn ich sie mit einer normalen Pistole treffe.
Aber es hat nichts gebracht. Ich habe genug! Diese Woche ist einen Tag zu lang, und
dieser Tag ist heute! Alle nerven mich. Die Nutzer, der Chef - und sogar der PJ ...
Es begann an diesem Morgen, als ich eine simple Anforderung für die Anschaffung
ein paar neuer Fastplatten vorlegen mußte, die den alten Schrott in einem der
wichtigeren Datenbank-Server ersetzen sollten. Festplatten, die so alt sind, daß auf
ihrem Gehäuse die Spuren von Noahs Schraubenzieher zu sehen sind. Und der war
nicht gerade ein Techniker, wenn man sich den Kabelsalat in dem Rechner
anschaut ....
Wie auch immer, ich habe schnell das Anforderungsformular ausgefüllt und zum Chef
gebracht, der es genehmigen muß.
"Hier fehlt ein Vergleich mit Konkurrenzanbietern", sagt er, nachdem er das
Formular überflogen hat.
"Bei Anschaffungen, die unter 2.000 Pfund kosten, ist es nicht nötig,
Konkurrenzangebote einzuholen." antworte ich.
"Ja, aber hier geht es um mehrere Festplatten, die mit Mehrwertsteuer insgesamt ...
2.014 Pfund kosten." erwidert er, nachdem er ein paar Zahlen in seinen
Taschenrechner gehämmert und es schließlich geschafft hat, dabei die richtigen
Tasten zu treffen.
Also stehe ich zehn Minuten wieder in seinem Büro, nur habe ich diesmal ZWEI
Bestellungen für jeweils die halbe Anzahl Festplatten dabei.
Und er unterschreibt. Gut, er marschiert er zur Sekretärin, um mit ihrem Wörterbuch
die korrekte Schreibweise meiner Bestellung nachzuprüfen.
"Ich kann nicht glauben, daß sie zwei Bestellungen ausgefüllt haben, um dem
Einholen eines Konkurrenzangebots zu entgehen", erklärt er selbstgefällig grinsend,
als er wieder zurückkommt, um mich wissen zu lassen, daß er sich nicht so leicht
hinters Licht führen läßt.
Zweifellos wird seine Selbsgefälligkeit nur solange anhalten, bis er herausfindet, daß
das Portemonnaie auf dem Schreibtisch leer ist, seine Kaffeetasse seltsamerweise
beinahe überläuft und sein Telefonanschluß auf einen Telefon-Sex-Anbieter
umgeleitet ist.
Ich schnappe mir die genehmigten Bestellungen und marschiere in die Zentrale der
Erbsenzähler, um herauszufinden, daß sie sie heute nicht mehr bearbeiten werden.
(Sie schicken Bestellungen mit der Morgenpost ab, doch jetzt ist es schon nach
11:00 Uhr.)
Mein Angebot, die Bestellung selber in die Datenbank einzugeben, wird abgelehnt.
Es gibt keine Ausnahmen. Regeln sind Regeln.
Aber das ist in Ordnung, ich kann damit leben. Als ich in mein Büro zurückkomme,
schwatzt der PJ lang und breit über Sinnlosigkeiten mit seiner aktuellen Flamme ...
"Ich stimme dir ja *SO* zu", plappert er in den Hörer und macht mich mit Gesten auf
eine Warnmeldung auf seinem Monitor aufmerksam, die den Einsatz eines
Reinigungsbandes für eines der Laufwerke empfiehlt.
Da ich ein großzügiger Mensch bin, schiebe ich das Reinigungsband in das Laufwerk
und verschwinde nach unten zu einer frühen Mittagspause.
Und kaum habe ich mein zweites Bier bekommen, als eine laute Horde Kauze aus
dem Elektronikladen am Ende der Straße hereinkommt.
"Und ich habe ihm gesagt: ´Sie können Debian nicht auf einen Auto-Computer
portieren - DAS IST KEIN OFFENES SYSTEM´ - WAAAA HAHAHA!" ruft einer
von ihnen und läßt alle anderen laut lachen.
...
Ich verziehe mich besser und finde den PJ noch immer am Telefon sitzen, die
Warnungen des Bandlaufwerkes blinken nach immer, ein Berater wartet auf
jemanden, der ihm bei seinem Computer-Problem hilft (zweifellos hat er es selbst
verursacht), und ein paar Nutzer warten in den Leitungen, weil die
Nutzer-Betreuung geschlossen Mittagsause macht ...
Etwas muß geschehen.
Die Nutzer werde ich in Rekordzeit los, indem ich die Zwei-Wort-Lösung verwende,
die die Worte ´Sex´ und ´Reisen´ beinhaltet (dabei gebe ich mich als
Nutzer-Betreuung aus, damit ich keine Probleme bekomme), und widme mich dann
dem Problem PJ.
Ich deute auf die Warnmeldung, die er seit einer oder mehr Stunden ignoriert hat, und
zeige ihm den Stecker des Todes, der aussieht wie ein unheimlich wichtiger Stecker,
was er auch ist. Doch der PJ ignoriert mich.
Was ganz zufällig auf das Verhalten seines Rechners und seines Telefons zutrifft,
als ich den Stecker herausziehe.
"Was zum Teufel ..." legt der PJ los, um sich sofort zu unterbrechen, als er sieht, daß
ich ihm ein kleines Päckchen reiche. Er weiß zwei Dinge: (1) die Postabteilung liefert
Pakete nur um 10:00 Uhr und 15:00 Uhr aus und (2) die meisten Pakete sind nicht mit
leitfähiger Folie verpackt. "Ich kümmere mich schnell um die Bänder ..."
Problem gelöst, jetzt bleibt nur noch der störende Berater mit seinem Problem. Als er
sich mir allein und ohne Unterstützung durch seine Kollegen gegenübersieht,
entschließt er sich zum Angriff.
"Ich habe Probleme mit der Installation von NT", legt er los und zeigt mir ein Blatt
Papier, auf dem er die ´Fehlermeldung´ festgehalten hat. "Es liegt keine Diskette im
Laufwerk." murmle ich.
"Natürlich ist KEINE Diskette im Laufwerk!" erwidert er.
Seufz.
"Der Rechner erkennt das CD-Laufwerk nicht und BRAUCHT daher eine Diskette
zum Starten." erkläre ich.
"Nein, braucht er nicht! Vorher ging das auch ohne."
Doppelseufz.
"Es ist ungewöhlich, aber manchmal passiert sowas."
"Sehen sie, ich müßte es doch wissen, ich installiere diese Sachen jeden Tag!"
"Uh-huh." seufze ich erneut, doch dann habe ich den rettenden Einfall. "Oh, welches
Service-Pack ist eigentlich auf der CD?"
"Sechs."
"Aha. Nehmen sie die Version Sieben, dort sind die CD-Treiber gleich mit in die CD
eingebaut."
"Aber wie soll das denn funktionieren?"
"Haben sie schon etwas von vorausschauendem Datenzugriff gehört?"
"Nein?"
"Nun, genau darum geht es, es handelt sich um eine erweiterte Methode zum Zugriff
auf CDs, die es dem System erlaubt, die Treiber für die CD vorzuspeichern."
Der glasige Ausdruck seiner Augen zeigt mir, was ich über die Glaubwürdigkeit
meiner kleinen Lüge wissen muß.
"Ah ... In Ordnung."
"Helfen sie sich selbst, in dem silbernen Paket dort drüben sind die CDs ..."
Einen hohen Schmerzenslaut später fällt ein kleiner batteriegetriebener Kondensator
zu Boden. Der Chef, immer auf der Suche nach Abwechslung, eilt herbei.
"Was ist denn hier passiert?" fragt er mich und ignoriert den Berater der mit
verwirrtem Blick auf dem Boden sitzt.
"Oh, er ist voller Begeisterung für die neueste Version von Solitär
zusammengebrochen, die heute geliefert wurde."
"SIE HABEN EINE BESSERE SOLITÄR-VERSION!" keucht er - sein Tag scheint
gerettet.
"Ja, die Installationsdiksetten sind in dem glitzernen Paket dort am Boden. Ich hatte
noch nicht die Gele ..."
>EEEEEEEEEEEEEE<
Nun, vielleicht ist das doch kein ganz so übler Tag.


Der B.O.F.H. fragt: Wie gefährlich sind ihre Nutzer?

Natürlich, sie sehen wahrscheinlich aufmüpfiger aus als die hirnlosen Schafe, die sie
in Wahrheit sind - doch kann man ihnen trauen?
Lesen ihre Nutzer verbotene Literatur?
Versuchen sie, sich hinter ihrem Rücken weiterzubilden?
Wie kann man das herausfinden?
Wird der Elektroschocker auch in Zukunft zuverlässig funktionieren?
Es ist Zeit für einen Test!
Versetzen sie sich in die Rolle eines Nutzers und beantworten sie diese einfachen
Fragen, um herauszufinden, ob weitere Maßnahmen an IHREM Arbeitsplatz nötig
sind.
1. Eine MAC-Adresse ist:

A.ein Laden, in dem es Big Macs gibt.
B.ein Straßenname in Schottland.
C.etwas technisches.
D.eine Hardware-Adresse im Netzwerk.
E.etwas technisches, das der System-Administrator dazu benutzt, daß der
Rechner des Chefs die Verbindung zum Netz verliert.

2. Sie rufen die System- und Netzwerkbetreuung an, weil der Server gerade
ausgefallen ist. Sie wollen wissen, wann er wieder funktioniert. Als Antwort
erwarten sie:

A."In ein paar Minuten."
B."In ein paar Tage."
C."Verpissen sie sich!"
D.Sie rechnen damit, den Beweis für die Urheberschaft des Ausfalls in ihrer
E-Mail zu finden.
E.Sie haben den Beweis für die Verantwortung an dem Ausfall gerade in ihrer
E-Mail gefunden.

3. Die Komponenten in ihrem Laptop sind optimiert für welche Stromart?

A.DC?
B.AC?
C.Was immer der Adapter sagt.
D.Irgendwas unter 3 Volt.
E.240 Volt Wechselstrom und kein Volt weniger!

4. Sie bringen einen Karton voller Datenbänder mit ihrem Lebenswerk zum Operator
und bitten ihn, die Daten einzulesen, damit sie sie sich später auf ihren PC
herunterladen können. Der Operator erklärt, daß er in eine Stunde damit fertig ist.
Dies bedeutet:

A.Die Daten stehen in einer Stunde in ihrem Netzlaufwerk bereit.
B.Die Daten liegen irgendwann am heutigen Tag in ihrem Netzlaufwerk.
C.Irgendwann in dieser Woche sind die Daten in ihrem Netzlaufwerk.
D.Die Daten liegen für sie bereit, wenn in der Hölle der Frost ausbricht.
E.Der Mülleimer des Operators quillt gerade über.

5. Sie riechen Rauch. Sie wissen sofort:

A.Sie sollten den Alarm auslösen.
B.Sie sollten schnellstmöglich aus dem Gebäude rennen und dabei die anderen
informieren.
C.Sie sollten ihren Rechner sofort abschalten, falls die Sprinkler losgehen.
D.Der System-Administrator unterhält sich mit den Beratern.
E.Der Mülleimer des Operators muß nicht mehr geleert werden.

6. Das schlimmste Stück Dreck im Gebäude:

A.liegt im Mülleimer vor dem Büro des IT-Chef.
B.sitzt auf dem Boden außerhalb des Büros des IT-Chefs.
C.sitzt auf dem Boden im Büro des IT-Chefs.
D.sitzt auf dem Schreibtisch des IT-Chefs.
E.sitzt im Sessel hinter dem Schreibtisch des IT-Chefs und telefoniert.

7. Der sicherste Platz für Sicherungskopien ist:

A.das persönliche Verzeichnis im Netzwerk, wie es der Administrator
empfohlen hat.
B.das TEMP-Verzeichnis, wie der Administrator gesagt hat.
C.eine ZIP-Disk.
D.(c) oder mehrere davon und möglicherweise eine CD.
E.der Mülleimer, um dem Administrator die Arbeit abzunehmen.

8. Es ist gefährlich, den Rechner im eingeschalteten Zustand unbeaufsichtigt zu
lassen, weil:

A.er in Flammen aufgehen könnte.
B.er ein Sicherheitsrisiko darstellen könnte.
C.die Festplatte abstürzen könnte.
D.dadurch Strom verschwendet wird.
E.der Prozessor die Hand des Administrators verbrennen könnte, wenn er ihn
in der Nacht gegen einen ... ähm, schnelleren ... austauschen will.

9. Die Sicherheit und die Integrität ihrer E-Mail wird geschützt durch:

A.ihr Passwort.
B.die Firmenpolitik.
C.PGP-Verschlüsselung.
D.Microsofts Streben nach Qualität. Waaaaa ha ha ha!
E.zwei Biere für den Administrator an jedem Freitagabend.

10. Ein System-Administrator legt ihnen ein Blatt Papier mit vielen technischen
Begriffen vor ... mit denen sie nichts anfangen können. Er zeigt auch auf eine
gestrichelte Linie und will, daß sie unterschreiben.

A.Sie unterschreiben.
B.Sie unterschreiben.
C.Sie unterschreiben.
D.Sie unterschreiben.
E.Sie weigern sich, das Papier zu unterschreiben, dann prüfen sie, ob die
Zahlungen für ihre Lebensversicherung ordnungsgemäß erfolgt sind.

Wie hätten ihre Nutzer geantwortet?

Meistens A:
Es gibt keinen Grund zur Besorgnis. Ihre Nutzer sind so einfältig, daß sie sich schon
glücklich schätzen, wenn sie es schaffen, nicht in die Tastatur zu sabbern.

Meistens B:
Auch hier ist alles im grünen Bereich. Möglicherweise sollten sie alle Abonnements
für PC-Zeitschriften abbestellen, die sie in einem Papierkorb entsorgen. Nur für den
Fall, daß jemand den Papierkorb gefunden hat ...

Meistens C:
Auch noch kein Grund für Überreaktionen, aber sie sollten die Büros nach Büchern
durchsuchen, die ein 'für Dummies' im Titel haben (nachdem sie die erwähnten
Abonnements abbestellt haben).

Meistens D:
Hier müssen sie sich wirklich Sorgen machen. Es könnte sein, daß jemand, der etwas
mehr von Technik versteht, es durch den Prozeß bei der Bewerberauswahl geschafft
hat. Sie sollten Nachforschungen anstellen.

Meistens E:
Nein, nein, nein! Sie sollten sich in die Rolle eines ihrer NUTZER versetzen, und
nicht als Administrator antworten! Wo waren sie nur mit ihren Gedanken? Also noch
einmal von vorn!


Lügen, verdammte Lügen und die B.O.F.H.-Statistik ...

Der Paketdienst bringt mir ein Band mit Daten, das - WIE ÜBLICH - "sehr
dringend" ist. Was bedeutet, daß der Chef vorbeikommen wird, um zu sehen, was
Sache ist ...
"Was halten sie von dem Band?" fragt er dann, als er mit 0.000000003-facher
Warp-Geschwindigkeit hereinstürmt, bevor ich die Gelegenheit habe, das Band vom
Schreibtisch in den Mülleimer zu befördern.
"Welches Band?"
"Das Band mit den Daten der Kundenbefragung!" erwidert er. "Mit sehr wichtigen
Daten für uns. Wir haben dem Marktforschungsunternehmen 25.000 Pfund dafür
bezahlt, daß sie für uns eine elektronische Umfrage durchführen, um herauszufinden,
was unsere Kunden wirklich wollen."
"Gute Produkte zu einem vernünftigen Preis?" schlägt der PJ vor.
"Nein, nein", lächelt der Chef herablassend. "Wir wollen wissen, was die Kunden
sich WIRKLICH wünschen - Produktfarbe, -name, ob wir es verchromen sollen oder
nicht."
"Unheimlich wichtige Eigenschaften", kommentiere ich und blicke den PJ mit
rollenden Augen an.
"Ja! Wo könnte das Band sein?"
"Vielleicht wurde es noch nicht geliefert." sage ich.
"Nun, ich dachte, ich hätte den Mann vom Paketdienst gesehen, wie er das Haus
verläßt", erklärt der Chef und zaubert eine Lieferschein für ein Paket hervor. "Und er
hat gesagt SIE hätten das Paket bekommen."
"Ja", springt der PJ ein, der meine Leidenschaft für das Unterschreiben von
Lieferscheinen nur zu gut kennt. "... oder vielmehr jemand ... ähm ... der John Major
heißt. Arbeitet ER eigentlich bei uns?"
"Bei den Erbsenzählern vielleicht?" schlage ich hilfreich vor.
"Das ist auch unwichtig", erklärt der Chef einmal mehr und zaubert mit einem
triumphierenden Lächeln ein weiteres Band hervor. "Für diesen Fall habe ich mir
ebenfalls eine Kopie liefern lassen!"
Er reicht es mir und verfolgt mit Argusaugen, was ich mache.
"Machen sie schon!" ruft er. "Was für Daten sind darauf?"
"Nun, da ich das Band gerade erst bekommen habe, ist das nur schwer zu sagen",
antworte ich und kann die Neugier des Chefs nicht verstehen.
"Es ist aber wirklich wichtig!" plappert er und stellt damit noch einmal für die
KOMPLETTEN Idioten klar, weshalb er in unserem Büro ist.
"Ja, ja." murmle ich und schiebe das Band in das externe Lesegerät meines
Rechners.
Im Normalfall - das muß ich zugeben - lese ich fremde Datenbänder nur
einmal - indem ich sie durch die Virenscanner-/Lösch-Kombination schicke (Und
tatsächlich hat es noch kein Virus durch die soliden magnetischen Prüfroutinen
geschafft.). WIE AUCH IMMER, wenn ich von dieser Regel abweiche, so tue ich
das nur, um den Chef wieder loszuwerden, der uns sonst den ganzen Tag lang mit
seiner Anwesenheit nerven würde.
Als das Band im Lesegerät liegt, mache ich eine interessante Feststellung: "Das
Band ist leer." erkläre ich dem Chef, wobei ich den Ausdruck des Unglaubens in
seinem Gesicht ignoriere.
"Das kann nicht sein! Es wurde von einem professionellen Unternehmen
beschrieben!"
"Dann müssen sie Blindenschrift verwendet haben."
"Oder eine Filzstift!" meint der PJ, der sich daran erinnert, daß ich einmal mit einem
Stift den Anfang von Bändern mit ´Der Chef ist impotent!´ beschriftet habe, damit der
Verantwortliche für die Sicherheitskopien auch einmal etwas zu lachen hat.
"Nun, spulen sie doch etwas vor, vielleicht beginnen die Daten weiter hinten." ruft
der Chef aufgeregt. "Vielleicht hatten sie es nicht korrekt zurückgespult, als sie es
beschrieben."
"Das kann nicht passieren", antworte ich. "Alle Datenbänder haben eine Markierung,
die den Beginn darstellt. Wenn nach dieser Markierung nichts ist, dann ist das Band
leer."
"Aber .... aber ..."
"Schauen sie mal, ich werde es ihnen zeigen", sage ich und greife nach dem erst vor
kurzer Zeit im Müll gelandeten Band, von dem ich noch schnell den Aufkleber
abziehe, damit der Chef keinen Verdacht schöpft, und lege es ein. "Hier ist ein Band
mit, ähm, periodisch auftretenden Lesefehlern, das wir deshalb ausgemustert haben."

Ich starte den Lesevorgang.
"Hier, schauen sie, Daten!"
"Tatsächlich."
"Und der Datenblock beginnt am Anfang des Bandes. Alles gültige Daten. Nebenbei,
mit welchem Programm wollten sie denn die Daten auswerten?"
"Oh, mit diesem Programm", erwidert der und holt eine Diskette aus der Büchse der
Pandora hervor, die sein Anzug darstellt.
Ich schiebe die Diskette in meinen Rechner und starte das Programm (ohne den
üblichen Virentest, da ich das Risiko liebe) und lasse es auf die Daten auf dem Band
los.
"Nun", rufe ich. "Wenn wir DIESES Band als Beispiel nehmen, dann sagen die
Daten, daß ... 68% der Kunden englisches Rasengrün oder Kobaltblau bevorzugen,
während 11% rötliche oder braune Farbtöne bevorzugen ... 73% wünschen sich einen
Namen, der nach dem Englischen klingt, um sich von asiatischen Produkten
abzugrenzen ... 67% mögen Chrom, wobei 53% davon die Dominanz dieser
Oberfläche nicht wünschen ... uh, 67% der Befragten gehören zu den
Besserverdienenden und erstaunliche 83% sagen, daß sie regelmäßig unsere
Produkte kaufen."
"Das klingt nicht schlecht. Und tatsächlich die meisten ein höheres Einkommen."
erklärt der Chef.
"Halt", unterbreche ich ihn und bringe seine Seifenblasen zum Platzen. "Das ist ein
Band, das ich aus dem Müll gefischt habe. Die Ergebnisse stellen nur eine
Interpretation der Binärinformationen auf dem Band dar."
"Ja, aber es ist so genau - das KÖNNTEN die Daten der Umfrage sein!" antwortet
er.
"Hmmm, und das stimmt sie nicht nachdenklich?"
"Nachdenklich? Wieso?"
"Nun, wenn eine Umfrage ALLES bestätigt, was sie ohnehin schon wußten, wieso
sollte man dann Unsummen für eine solche Befragung ausgeben? Ich zum Beispiel
möchte nicht in der Haut desjenigen stecken, der die Befragung vorgeschlagen hat
und dann mit einem Befragungsergebnis wie diesem auftaucht ...."
Der Chef ist plötzlich völlig ruhig.
"Nein", fahre ich fort. "Was sie brauchen, sind Ergebnisse, die niemand
erwartet - die uns etwas sagen, das wir nicht wissen! Ähnliche Ergebnisse, aber ein
wenig variiert."
Eine 15 Watt-Birne erleuchtet plötzlich das Gehirn des Chefs.
"Haben sie noch ähnliche Daten wie auf diesem Band?"
"Keine Ahnung", murmle ich und blicke zum PJ. "Was war eigentlich auf dem Band?"

"Leichte Pornographie." antwortet er, der es offenbar irrtümlich für eines unserer
Archivbänder hält.
"WAS?!?"
"Wir, nun, wir machen Kopien von den Dateien der Nutzer, bevor wir sie löschen",
erkläre ich. "Falls sie sich beschweren und hinterher alles leugnen sollten."
"Ah. Also bräuchte ich milde Pornographie für die Datenauswertung."
"NEIN!" rufe ich. "Leichte Pornographie wird nicht funktionieren, die Ergebnisse
wären unglaubwürdig, wie wir gesehen haben. Wir brauchen ANDERE Daten. Harte
Pornographie sollte funktionieren."
"Harte Pornographie?!" fragt er ängstlich.
"Ja", antwortet der PJ. "Vielleicht sogar mit Tieren. WENN sie wirklich gute
Ergebnisse wollen, die ihren Hintern retten ..."
...
Zwei Tage später gibt der Chef seine Abschiedsfeier (nach dem großen
Porno-Skandal, der dem großen Umfrage-Skandal folgte, bei dem der Chef
Ergebnisse präsentierte, nach denen die Kunden lila-gelblich-glänzende Produkte
mit Namen wie ´Kamakuza´ bevorzugen würden, die reichlich von Leuten mit
niedrigen Einkommen gekauft würden) ...
"Wie konnten sie das nur herausfinden?" fragt mich der Chef.
"Nun, ich fürchte, es war ihr Fehler, daß sie die Dateiendung der Daten, die sie mit
der E-Mail herumgeschickt haben, bei .mpeg belassen haben." murmle ich.
Seufz ...
Trotzdem, es war Zeit für einen Wechsel ...


Der B.O.F.H. schmeckt seine eigene Medizin ...

Diese Episode basiert auf wirklichen Erfahrungen mit einem der größten
Computer-Unternehmen auf der Welt. Namen und Firmen wurden geändert, um die
Schuldigen zu schützen ....
...
Ich rufe den technischen Service an und, wie üblich, lande ich in ihrer
Warteschlange, was eher einer Verurteilung gleichkommt, wenn man wirklich Hilfe
braucht. Und natürlich wird man schließlich nicht mit einem Menschen verbunden,
sondern einem dieser modernen Spracherkennungssysteme, die bei jedem Betreiber
anders strukturiert sind. Und selbstverständlich erfordern sie die gleiche Zeit, nur
fühlt man sich noch ausgelieferter als beim menschlichen Service ...
...
"... wenn sie ein Problem mit einem Softwareprogramm haben, drücken sie 1-7.
Haben sie Schwierigkeiten mit der Technik, drücken sie 2-3."
Ich drücke 2 3.
"Leider konnte ich ihr Kommando nicht verstehen. Bitte geben sie es erneut ein.
Wenn sie ein Problem mit einem Softwareprogramm haben, drücken ..."
Langsam drücke ich die 2, dann, ebenfalls langsam, die 3.
"Willkommen beim Software-Service, bitte halten sie ihre Kundennummer bereit."
Ich lege auf und wähle erneut.
...
"Willkommen beim technischen Service. Wenn sie mit einem Operator sprechen
wollen, drücken sie jetzt 0-0. Wollen sie dagegen ein ..."
Langsam drücke ich die 1 und die 7.
"Willkommen beim Technik-Service. Bitte halten sie die Seriennummer ihres
Rechners bereit. Für ein Gerät unserer Super-Premium-Serie drücken sie 7-4, für
unsere Super-Mega-Serie drücken sie 9-9, für andere Produkte bitte 2-1."
Ich traue der Sache nicht und warte ab.
"... außer unsere Enterprise-Modell, für die sie 0-3 drücken sollten."
Langsam betätige ich 0 und 3.
"Bedauerlicherweise ist gerade kein Techniker für sie verfügbar. Bitte geben sie die
Modellnummer und die Seriennummer ein, damit wir sie unter der Nummer, die sie
beim Einkauf angegeben haben, zurückrufen können."
Ich tippe die vierstellige Modellnummer ein und bin dabei die Seriennummer
einzugeben, als ...
"Leider wurde diese Nummer nicht in unserem System gefunden. Gültige
Modellnummern sind: B101, B102, B103, B104, B1 ..."
Ich lege auf, da ich merke, daß ich so nicht weiterkomme, rufe erneut an und drücke
langsam 0-0. Zwölf Minuten lang muß ich warten und dem Rufzeichen lauschen, bis
jemand meinen Anruf annimmt. (Von diesen Leuten kann sogar ich noch etwas
lernen.)
"Hallo, Service. Wie lautet ihr Kunden-Referenz-Code?"
"Ähm, 2734278", antworte ich.
"Nein, das ist ihre Kundennummer, ich brauche ihren Kunden-Referenz-Code."
Erwidert sie kaltherzig.
"Wie soll der aussehen?" frage ich, da ich noch nie davon gehört habe.
"Der Kunden-Referenz-Code besteht aus einer siebzehnstelligen alphanumerischen
Zeichenkombination, die sie ganz oben auf jeder Rechnung finden." antwortet sie.
"Ich fürchte, ich habe gerade keine Rechnung greifbar. Kann ich nicht meine
Kundennummer benutzen?" frage ich höflich.
"Leider nicht, mein Rechner akzeptiert nur den Kunden-Referenz-Code." erklärt sie.

"Gut, dann rufe ich später noch einmal an."
Ich arbeite mich durch einen Stapel von Rechnungen, um herauszufinden, daß dieser
Kunden-Referenz-Code erst seit zwei Wochen benutzt wird. Dafür brauche ich ihn
jetzt für alle Anrufe beim Service. Ausgezeichnet. Ich rufe wieder an.
"BBETA7873884A671F", beantworte ich zehn Minuten später ihre Frage.
"Ich befürchte, wir haben keinen Kunden mit dem Referenz-Code
PPECA7873884A671S", erwidert sie.
Natürlich nicht.
"Entschuldigen sie, ich wiederhole: BRAVO, BRAVO, ECHO, TANGO, ALPHA,
7873884, ALPHA, 671, FOXTROTT."
"Ah", antwortet sie, wobei ich glaube, einen leichten Hauch von Enttäuschung zu
hören. "Da sind sie. Wie lautet ihre PIN-Nummer?"
"Bitte?"
"Ihre PIN-Nummer, die zu diesem Referenz-Code gehört."
"0000", rate ich.
"In Ordnung", antwortet sie schon etwas verdrießlicher. "Und womit glauben sie, ein
Problem zu haben?"
"Wir haben eine fehlerhafte Festplatte."
"Aha. Und wie lautet die Seriennummer der Festplatte?"
"Ich fürchte, die kann ich ihnen nicht nennen, da ich dazu ja den Rechner öffnen
müßte, was der Wartungsvertrag mit ihnen ausdrücklich verbietet." Antworte ich und
weiß nur zu gut, daß die Götter gegen mich sind.
"Hmm ... Und unter welcher Nummer erreiche ich sie?"
Ich gebe ihr die direkte Durchwahl, die sie widerstrebend aufschreibt. Dann lasse ich
sie die Nummer noch so oft wiederholen, bis sie wirklich stimmt - so leicht lasse ich
mich auch nicht hereinlegen.
"In Ordnung, dann werde ich einen Ingenieur damit beauftragen, innerhalb einer
Woche bei ihnen anzurufen."
"Innerhalb von vier Stunden, dachte ich."
"Ähm ... Nein, sie sind Premium-Kunde, das bedeutet, wir reagieren innerhalb einer
Woche."
"Nein, vier Stunden."
"Nein, eine garantierte Antwortzeit von vier Stunden haben Premium Direkt-Kunden,
sie sind nur Premium-Kunde."
"Aha. Kann ich ihnen eine außerdienstliche Frage stellen?"
"Natürlich."
"Kommen überhaupt viele Anrufer bis zu diesem Punkt?"
"Was meinen sie?"
"So weit, daß ein Techniker sie anrufen wird."
"Außerdienstlich?"
"Ja."
"Etwa 3 Prozent. Zwanzig Prozent scheitern an den Schwierigkeiten des
automatischen Antwortsystems, weitere zehn Prozent verirren sich in den
verschiedenen Möglichkeiten und werden möglicherweise verrückt, 13 Prozent
kennen ihren Kunden-Referenz-Code nicht oder finden ihn niemals. 8 Prozent finden
ihn, kennen aber ihre PIN nicht, 25 Prozent nennen mir eine ´falsche Telefonnummer´
für Rückrufe und 18 Prozent wollen keine ganze Woche warten und steigen auf den
Premium Direkt-Tarif um. 3 Prozent werden verrückt und landen in der Anstalt."
"Haben sie eigentlich irgendwelche Techniker?"
"So do you have any engineers?"
"Außerdienstlich?"
"Ja, ja."
"Einen. Er lebt in Wales. Wir benutzen das Geld, das wir für Premium Direkt
bekommen, meistens dazu, einen Vertrag mit einem anderen Service-Dienstleister
abzuschließen - der gibt uns einen Rabatt, wenn es weniger als drei Anrufe pro Jahr
gibt. Und sonst müssen sie eben darauf warten, bis es eine billige Zugfahrkarte nach
London für den Techniker gibt."
"Und wieviele Angestellte hat ihr Unternehmen?"
"Außer mir und dem Ingenieur?"
"Ja."
"Keine."
"Aha. Also kann ich damit rechnen, ihren Ingenieur ..."
"Dave."
"... Dave in der nächsten Woche kennenzulernen."
"Ja."
"Das war ... sehr aufschlußreich."
Ich fühle mich wie ein Anfänger.


Kauft niemals einen PC von diesem Bastard ...

Ich bin auf der Tottenham Court Road und blicke durch ein Schaufenster auf ein
überteuertes System, als ich einen unserer früheren Nutzer in dem Geschäft sehe.
Nun, wenn ich von einem "Nutzer" spreche, meine ich jemanden, der mich mit Sätzen
wie: ´Der Rechner muß defekt sein.´, ´Das kann ich ja viel besser erledigen.´ nervt.
Jemand, der noch immer einen Zweifarbmonitor als moderne Erfindung empfindet.
Und er hat mir Löcher in den Bauch gefragt, die er, der kaum weiß, wie er eine
Tastatur bedienen muß, aus einem mit Lesezeichen versehenen
Computer-Käufer-Magazin hatte. Wie auch immer, Gelegenheiten wie diese sind
nicht gerade häufig, also springe ich in den Laden.
"KANN ich ihnen behilflich sein?" frage ich und lächle dabei so unterwürfig, wie er
das zweifellos von einem Computerverkäufer erwartet.
"Ja, können sie mi ... Oh, Simon, sie sind es? Ich habe gehört, daß man ihnen
gekündigt hat - jetzt müssen sie für ihren Lebensunterhalt wohl richtig
ARBEITEN?" grinst er selbstgefällig.
"Ja, wissen sie, manchmal muß man eben von vorn beginnen", murmle ich unterwürfig
mit dem gesenktem Blick eines Verkaufsprofis.
"Und jetzt arbeiten sie HIER?" fragt er und mustert den Laden mit kritischem Blick,
wobei er ein hämisches Grinsen aufsetzt.
"Nun, man tut eben, was man kann." murmle ich.
"KANN ich ihnen helfen?" mischt sich ein echter Verkäufer ein, der das
Computer-Magazin entdeckt hat, das mein ehemaliger Kollege mit sich herumträgt.
"Nein, danke ... ähm ... Ahim", antworte ich mit einer Überdosis Vertraulichkeit im
Tonfall, die ihn überzeugt. Seinen Namen lese ich dabei von seinem Anstecker ab.
"Ich kümmere mich schon um die Kunden."
"In Ordnung, melden sie sich, wenn ich ihnen helfen kann", murmelt er und
verschwindet.
"Wird gemacht." rufe ich ihm fröhlich hinterher, um mich sogleich wieder meinem
Opfer zu widmen. Ich meine natürlich, meinem Kunden. Wo war ich nur mit meinen
Gedanken?
"Manchmal ist das ein ziemlich aufreibendes Geschäft", sage ich meinem
Kunden - George, hieß er, wenn ich den Adressaufkleber auf der Rückseite seines
Computer-Magazins richtig deute. "Nun, was kann ich denn für sie tun? Wollen sie
sich einen Computer kaufen?"
"Nein, nicht für mich", antwortet er ausweichend - unwillig, mir sein Herz
auszuschütten - und blickt zu einer etwa gleichaltrigen Frau, die ebenfalls im Laden
ist. "Alice wollte ein wenig über PCs wissen, also haben wir uns entschlossen, uns
einen anzuschaffen, und ich werde ihr dann beibringen, was ich weiß."
Es ist schwer zu entscheiden, aber ich schätze, daß Alice WIRKLICH begeistert
sein wird, ihm dabei zuzuschauen, wie er immer die falschen Tasten drückt.
"Ausgezeichnet. Also, sie haben schon einiges über Computer gelesen, wie ich
sehe? Sie wollen einen solchen Kauf nicht überstürzen."
"Nein, nein. Diese Zeitschrift bekomme ich schon seit einigen Jahren. Man muß sich
ja über den technischen Fortschritt informieren ..." gibt George scharfsinnig zu.
"Ein guter Vorsatz", antworte ich. "Nun, wofür haben sie sich entschieden?"
"Ein Pentium III mit 733 Megahertz, 128 Megabyte RAM, 18 Gigabyte Festplatte,
Windows 2000, Microsoft Office, ein 56K Modem, einen Farbtintenstrahler und ein
internes ZIP-Laufwerk", plappert er los und liest die einzelnen Posten von der
handgeschriebenen Liste ab, die er aus dem Magazin holt.
"Pentium III. Wirklich? Nun, ich SCHÄTZE, sie wissen, was sie tun."
"Wie meinen sie das?"
"Sie haben doch sicherlich gelesen, daß der Pentium IV schon fertig ist."
"Ja."
"Nun, der Preis für einen Pentium III-Prozessor wird erheblich fallen, wenn der
Pentium IV in den Handel kommen. Ganz besonders, wenn ..." - ich blicke mich
verstohlen um - "... die Öffentlichkeit herausfindet, daß das zwei
aufeinandergesetzte Pentium II-Prozessoren sind."
"Wirklich?"
"Natürlich - dafür werden ja all die zusätzlichen Beinchen gebraucht!!"
"Aber sie verkaufen den Pentium IV noch nicht!"
"Nein, aber sie KÖNNEN sich selbst auf eine Aufrüstung vorbereiten."
"Wie denn?"
Wieder schaue ich mich vorsichtig um, als hätte ich ein großes Geheimnis zu hüten.
"Nun, sie kaufen einfach einen aufrüstbaren Pentium II und dann, wenn der Pentium
IV im Handel ist, löten sie einfach einen weiteren Pentium II auf den anderen
Prozessor. Aber es muß sich unbedingt um einen aufrüstfähigen Pentium II
handeln ...."
"Warum kann ich das nicht schon jetzt so machen?"
"Weil die Betriebssysteme das noch nicht unterstützen!"
"Oh, natürlich!"
"Jetzt hätten wir nur noch eine Sache, die mich nachdenklich stimmt. Weshalb
wollen sie kein Diskettenlaufwerk für ihre Sicherungskopien?"
"Ich habe doch das ZIP-Laufwerk!"
"Ja, die sind gut - aber oft werden sie zusammen mit dem Rechner gestohlen.
Deshalb empfehlen wir die normalen Disketten."
"Aber für 18 Gigabyte brauche ich ..."
"Rund 180 Diskettenpäckchen, ja. Oder 18 ZIP-Disks. Was kann man wohl leichter
stehlen?"
"Die ZIP-Disks!" ruft George.
"Wogegen die normalen Diskettenschachteln den Bösewicht nur abschrecken
würden."
"So habe ich das noch nie betrachtet."
"Da geht es Menschen wie Leuten. Es ist nämlich so", füge ich hinzu und schaue
mich wieder sorgfältig um. "Es ist nämlich so, daß die meisten Verkäufer tatsächlich
versuchen, den Kunden Disketten auszureden ..."
"Wieso?"
"Nun, ich will keine Namen nennen", antworte ich. "Aber mit der
´GARANTIE-URKUNDE´ für das ZIP-Laufwerk bekommen die ihren Namen und
ihre ADRESSE."
"Sie meinen, sie steh ..."
"Nein, das habe ich nie behauptet!" rufe ich. "Aber ich schreibe NIEMALS meine
richtige Adresse in solche Formulare."
"Das stimmt! Aber der Rest von dem, was ich will, ist in Ordnung, oder?"
"Nun, das 56K-Modem ist ein wenig ... nun ..."
"Was?"
"Oh, es wird auf sie sicher nicht zutreffen, aber, nun, EINIGE Modems haben
eingebaute Pornographie-Detektoren, die nachts Kontakt zu kostenlosen
Rufnummern aufnehmen, um die Regierung darüber zu informieren, daß sie ein Pornos
anschauen."
"Sie machen Scherze!"
"Ich wünschte, es wäre so. Diese Detektoren werden seit den 38K-Modems
eingesetzt."
Etwa hier fühle ich mich wie ein richtiger Hund, aber dann erinner ich mich an sein
Gejammer.
"Sagte ich 38K?" rufe ich. "Ich meinte natürlich 19K! Aber man sollte da lieber ganz
sichergehen, also ein 9.600er Modem nehmen. Und das beste an der Sache ist, daß
diese Ausstattung praktisch nichts mehr kostet - Pentium II, Disketten,
9K-Modems ..."
"Ich bin wirklich froh, daß sie mich beraten", erklärt George. "Wie wäre es, wenn sie
mir nun einen verkaufen?!"
"Momentan bin ich leider nur als Berater eingestellt, aber ich werde einen Verkäufer
über ihre Wünsche informieren." antworte ich hilfsbereit.
Blitzschnell eile ich davon, um Ahim zu suchen.
"Hallöchen, mein Freund sammelt veraltete Technik und sucht nach Bestandteilen,
um ein Modell zusammenzubauen, daß den Stand der Computertechnik zum Ende der
90er Jahre widerspiegelt. Könnten sie ihm dabei helfen?"
Ich habe den Satz noch nicht ganz beendet, da ist Ahim schon verschwunden und
denkt offensichtlich an die Prämien, die er von seinem Chef bekommt, wenn er den
Müll, den selbst Touristen nicht mehr kaufen, losschlagen kann.
Meine Arbeit hier ist getan - ich warte noch bis der Einkaufswagen voller Schrott im
Wagen von George verschwunden ist und lenke meine Schritte dann im Licht der
untergehenden Sonne auf eine Kneipe, um ein Belohnungs-Bier zu trinken.
Das Leben ist süß, aber Rache - noch viel mehr.


Der B.O.F.H. will es wissen: Sind sie ein guter Ingenieur?

Sie glauben also, von Hardware einiges zu verstehen? Und sie glauben auch, sie
KÖNNTEN sich mit den großen Geistern der Computer-Reparatur-Branche messen
und ungeschoren davonkommen? Nun, es wird Zeit für einen Test!

1. Sie hören laute Knattergeräusche aus der Belüftungseinheit einer Maschine, die
sie betreuen. Eine gelbe LÜFTER-Diode an der Vorderseite des Rechners leuchtet
hell. Intuitiv spüren sie:

A.Ein Lüfter ist kaputt, ein andere Lüfter wird bald ausfallen.
B.Ein Lüfter ist kaputt, und ein weiterer Lüfter kann bei einem späteren
Wartungstermin repariert werden.
C.Ein Lüfter muß geschmiert werden, ein anderer muß ausgewechselt werden.
D.Der gestoppte Lüfter ist in den standby-Modus übergegangen, während der
andere noch läuft, so daß es keinen Bedarf für eine Reparatur gibt.
E.Möglicherweise verursacht ein Diagnoseprogramm dieses Verhalten.

2. Es ist 23 Uhr, sie liegen im Bett und bekommen einen Anruf wegen einer
fehlerhaften Festplatte. Sie antworten sofort:

A.Bin gleich mit einer Ersatzfestplatte da.
B.Bin gleich da, doch möglicherweise brauche ich noch eine Ersatzfestplatte.
C.Ich schaue am Morgen bei ihnen vorbei, da wir im Moment keine
Ersatzfestplatte im Lager haben.
D.Ich glaube, sie haben die falsche Nummer gewählt. Hier ist Daves Minitaxi.
E.Ein anderer Auftrag beschäftigt mich gerade außerhalb der Stadt - mein
Telefon wird umgeleitet. Ich komme irgendwann in der nächsten Woche
vorbei und bringe die Rechnung für die Anrufumleitung gleich mit.

3. 24 x 7 x 4 bedeutet:

A.24 Stunden an 7 Tagen in der Woche Reparatur innerhalb von 4 Stunden.
B.24 Stunden an 7 Tagen in der Woche Rückruf innerhalb von 4 Stunden.
C.24 Stunden an 7 Tagen in der Woche 4 Stunden Wartezeit bis zu einer
Rückmeldung.
D.C., dann noch einmal 4 Stunden Wartezeit, bis sie aus dem Bett
aufgestanden sind.
E.24 Tage Reparaturzeit, noch 7 Minuten bis ihr Vertrag endet und 4 Stunden
Wartezeit, bis jemand den Anruf beantwortet.

4. Sie werden beauftragt, eine Maschine zu warten, wie sie sie noch nie gesehen
haben. Sie wissen nicht einmal, was die Maschine eigentlich macht.

A.Sie erklären dies ihrem Kunden und rufen einen anderen Ingenieur herbei.
B.Sie erklären dies ihrem Kunden.
C.Sie schauen sich die Handbücher an.
D.B., dann C..
E.Holen den Schraubenzieher heraus - WIRD SCHON NICHT SO SCHWER
SEIN!

5. Nachdem sie eben mit E. geantwortet haben, bauen sie die Maschine wieder
zusammen, wobei eine Kiste voller Einzelteile übrigbleibt. Doch das grüne Licht
leuchtet auf, wenn sie den Netzschalter drücken.

A.Sie schauen sie jetzt die Handbücher an und bauen die Teile noch ein.
B.Sie lassen ihren Kunden mit den Teilen allein.
C.Sie verkaufen die Teile ihrem Kunden als Ersatzteile.
D.Sie werfen die Teile in den Müll.
E.Sie nehmen die Teile mit und bauen ihre eigene Maschine mit den Teilen auf,
die bei der NÄCHSTEN Reparatur übrigbleiben.

6. Sie werden alarmiert, weil ein Detektor für die Erdung an einem ihrer Geräte
anschlägt.

A.Sie prüfen das Netzteil.
B.Sie führen mit einem Multimeter einen Test durch, um zu prüfen, ob die
Erdung bis zum Boden funktioniert.
C.Sie nehmen dazu ein Prüfgerät, das Stromstöße in die Leitung eispeist und
mit einem Aufkleber gekennzeichnet ist, auf dem steht: 'Nicht bei
Computer-Technik anwenden'.
D.Sie erklären ihrem Kunden, daß dieses Gerät nicht mit Detektoren für die
Erdung kompatibel ist.
E.Sie fixieren mit Klebestoff den Aus-Schalter für den Alarm, so daß dieser
nicht mehr ausgelöst werden kann.

7. Sie haben KEINE VER****TE AHNUNG, was mit einem Gerät, das sie warten,
nicht stimmt.

A.Sie rufen einen bekannten Ingenieur an und fragen ihn um Rat.
B.Sie ersetzen das komplette Gerät.
C.Sie basteln ein paar STUNDEN daran herum, da ihnen vielleicht ein
Zufallstreffer gelingen könnte.
D.Sie fummeln an dem Gerät herum, bis der Kunde den Raum verläßt, dann
packen sie zusammen und verdrücken sich.
E.D., sie nehmen das Gerät mit und leugnen dann, daß sie jemals da gewesen
sind.

8. Der Satz ´Keine wartbaren Teile in dem Gerät´ bedeutet:

A.Die Einheit ist nicht durch den Kunden wartbar.
B.Die Einheit besteht aus Komponenten, die ausgetauscht werden müssen und
nicht wartbar sind.
C.Für den Kunden besteht große Gefahr, wenn er das Gehäuse öffnet.
D.Es besteht auch für den Ingenieur eine gewisse Gefahr, um ganz ehrlich zu
sein.
E.Sie können die Einheit ungesehen austauschen.

9. ´Garantie ERLISCHT, wenn das Siegel beschädigt ist´ bedeutet:

A.Das Siegel garantiert, daß ein Produkt im Betrieb ausfiel und nicht dadurch,
daß das Siegel beschädigt wurde.
B.Das Siegel garantiert, daß das gesamte System nicht verändert wurde.
C.Das Siegel verhindert, daß die Leute neugierig werden.
D.Das Siegel verhindert, daß die Leute herausfinden, daß ihr teurer 2000
Pfund-Rechner aus einem kleinen Mikrochip und einem Sack Sand als
Gewicht besteht.
E.C. - deshalb kleben sie es auf alles, das sie in ihrer Wühlkiste finden.

10. Das Ohmsche Gesetz besagt, daß

A.zwei parallelgeschaltete Widerstände wirken, wie ein Widerstand mit der
Hälfte des Widerstands der beiden Bauteile.
B.zwei parallelgeschaltete Widerstände wirken, wie ein Bauteil mit einem
geringeren Widerstand als jedes einzelne der beiden Bauteile.
C.es keinen Ersatz für ein Bauteil mit dem korrekten Widerstand gibt.
D.eine Zange das Problem lösen wird.
E.zwei parallelgeschaltete Widerstände zum doppelten Teilepreis
ausgetauscht werden können, um die hohen Arbeitskosten zu decken.

Nun, wie haben sie geantwortet?

Meistens A:
Sie sind ganz selbstverständlich kein Ingenieur - das ist ganz offensichtlich. Sie sind
zu ehrlich und wissen zu viel. Sie müssen gestoppt werden.

Meistens B:
Auch sie wissen zuviel für ihr eigenes Wohl und das ihrer Firma. Widmen sie sich
ihren akademischen Studien und lassen sie die reale Welt allein.

Meistens C:
Ehrlichkeit mit gelegentlichen Geistesblitzen. Sie müssen sich noch etwas
anstrengen, wenn sie in der 'Berechne jetzt, Frage später nach'-Welt bestehen
wollen.

Meistens D:
Sie haben, was sie brauchen, doch sie wissen noch nicht, wie sie es anwenden. Sie
müssen diese Fähigkeiten vertiefen, bis sie den Idealzustand erreicht haben.

Meistens E:
Eine große Anzahl wichtiger Lieferanten wartet auf sie. Sie haben diese spezielle
Mischung aus hervorstechender Verantwortungslosigkeit und Ignoranz, die sie
unbezahlbar machen für jede Organisation, die sie beschäftigen wird! Gute Arbeit!


Der B.O.F.H. will es wissen: Sind sie ein guter Ingenieur? (Teil 2)

Sie wollen noch immer ein Ingenieur sein, oder? Hat sie die zwangsläufig
bevorstehende Operation ihrer Hirnlappen nicht abgeschreckt? Oder der Zwang zum
Tragen von Anzughosen? Nun, dieser Test sollte ihnen endgültig verdeutlichen, worin
ihr Schicksal besteht.

1. Sie haben soeben ein fehlerhaftes Teil in einem Kundenrechner ausgetauscht. Das
alte Teil:

A.schicken sie zurück zum Hersteller, um herauszufinden, was falsch gelaufen
ist.
B.wandert in ihre Ausschuß-Kiste.
C.wird in den Mülleimer geworfen.
D.bleibt zusammen mit ähnlich aussehenden funktionierenden Teilen auf dem
Tisch liegen.
E.wird in einen Sack mit der Aufschrift ´reparierte Gebrauchtteile´ gestopft.

2. Das Ohmsche Gesetz besagt, daß zwei Widerstände in Reihenschaltung:

A.die gleiche Wirkung haben, wie drei Widerstände mit den gleichen Werten,
die parallel verschaltet werden.
B.mehr kosten als ein Widerstand.
C.länger sind als ein einzelner Widerstand.
D.den Wert haben, der sich aus der Summe der Quadrate der
gegenüberliegenden Seiten ergibt.
E.mehr Lötzinn brauchen als ein Widerstand (oder zwei in einer
Parallelschaltung) und daher für eine höhere Summe abgerechnet werden
könne.

3. "Keine Fragen-Austauschgarantie" bedeutet:

A.Alle fehlerhaften Teile werden, aus welchen Gründen auch immer, sofort
ersetzt.
B.Ein fehlerhaftes Teil wird - wenn es fehlerhaft ist - sofort, aus welchen
Gründen auch immer, ersetzt.
C.Alle Teile, die fehlerhaft und unverändert sind, werden ohne Nachfrage
ausgetauscht.
D.Wir fragen nicht, um welches Teil es sich handelt - wir ersetzen einfach
irgendein Teil.
E.Es ist dem Kunden nicht gestattet, Fragen zu stellen, wie: "Wann trifft mein
Ersatzteil ein?", "Hallo, ist dort der Technik-Service?".

4. Neunzig Prozent einer bestimmten Lieferung Festplatten sind fehlerhaft. Dies
deutet darauf hin, daß:

A.die Einheiten unzuverlässig sind.
B.es zu erhöhtem Wartungsaufwand mit den Geräten und ihrer Konfiguration
kommen kann.
C.die Kunden die Festplatten falsch benutzen.
D.Außerirdische unseren Luftraum infiltriert und die Festplatten zerstört haben
(da die Geräte so gut sind).
E.es eine Verschwörung der Regierung gibt - sie will, daß man neue
Festplatten mit eingebauten Kontroll-Chips anschafft.

5. Ein Rechner, den sie warten, scheitert ohne ersichtlichen Grund schon bei der
Diagnose beim Start des Rechners. Das bedeutet, daß:

A.der Fehler irgendwo im BIOS des Teils steckt.
B.der Fehler in den Diagnoseroutinen steckt.
C.der Rechner - Aber berufen sie sich dabei nicht auf mich! - defekt ist.
D.sie es versäumt haben, den Hasenschwanz, der ihr Glücksbringer ist, dreimal
zu streicheln.
E.sie all die glitzernden Einzelteile ersetzen müssen, die sie aus dem Gehäuse
gestohlen haben.

6. Ihnen passiert ein Mißgeschick und sie setzen einen Rechnerraum ihres Kunden in
Brand.

A.Sie entschuldigen sich überreichlich und rufen die Versicherung ihrer Firma
an.
B.Sie entschuldigen sich dafür, daß die Technik auf diese Weise ausfiel und
rufen dann die Versicherung ihres KUNDEN an.
C.Sie erklären ihrem Kunden, daß er seine Versicherung anrufen soll.
D.Sie leugnen, daß sie jemals den Rechnerraum betreten haben.
E.C. und stellen ihre zur Brandbekämpfung aufgewandte Zeit in Rechnung,
verklagen ihren Kunden wegen der zusätzlichen nervlichen Belastung und
nehmen sich drei Monate frei, um ihr Trauma zu auszukurieren.

7. Ihre Firma bietet einen ´RUND UM DIE UHR´-Datenrettungsservice an. Das ist:

A.ein an jedem Wochentag rund um die Uhr betreuter Rechnerraum, um die
Daten der Kunden wiederherzustellen.
B.Firmenpolitik, die vorsieht, daß ein Datenrettungsversuch nach Möglichkeit
am nächsten Arbeitstag durchgeführt wird.
C.B., sofern der Kunde die gleiche antike Technik benutzen, die in ihrem
Rechnerraum diesem Zweck herumsteht.
D.C., wobei alle Daten auf Bändern gespeichert sind, die mit einer
Geschwindigkeit von 9 Bit pro Sekunde gelesen werden.
E.eine Ansammlung von übertakteten Pentium 80-Rechnern, die auf
Stundenbasis gemietet werden kann.

8. Ein Kunde ruft an und will einen Wartungsvertrag mit ihnen kündigen.

A.Sie nehmen die Information entgegen und beenden sofort den Vertrag.
B.Sie nehmen die Information entgegen und beenden ihn nach der vereinbarten
Kündigungsfrist von drei Monaten.
C.B., wobei sie dem Kunden noch eine Rechnung für die Wartung erstellen, die
ungefähr dem sonstigen Durchschnitt von 9 Monaten entspricht.
D.Sie schicken dem Kunden ein Kündigungsformular. Mit der Post. An ihre
Firma. In Peru.
E.D., möglicherweise auch B., dann starten sie einen neuen Wartungszyklus
am Beginn des nächsten Jahres - wenn sie es am wenigsten erwarten.

9. Sie kümmern sich um die Rechner eines Kunden, wo die Dioden, die auf einen
NETZTEILFEHLER hinweisen hell leuchten. Sie wissen, daß sie kein
Austausch-Netzteil haben, der Wartungsvertrag sie aber dazu verpflichtet innerhalb
von sechs Stunden eines zu beschaffen.

A.Sie sorgen dafür, daß ihnen das Ersatzteil geliefert wird, EGAL wie teuer es
wird.
B.Sagen dies ihrem Kunden und fragen ihn, ob er mit ihnen leiden kann.
C.Sagen dies ihrem Kunden und gewähren ihm einen Nachlaß wegen der Mühe.
D.Sie unternehmen eine ´Vorbeugende Wartung´ bei einem anderen Kunden
und STEHLEN ein Ersatznetzteil.
E.Sie erklären dem Kunden, daß es sich um einen Diodenfehler handelt und
klemmen sie ab.

10. Sie warten ein Gerät und stellen dabei fest, daß das Erdungskabel des Gerätes
verschwunden ist.

A.Sie informieren ihren Kunden und kehren in ihr Büro zurück, um einen Ersatz
zu holen.
B.Sie sagen ihrem Kunden, daß das Problem schwieriger sei als erwartet und
holen dann aus ihrem Büro einen Ersatz.
C.Sie schauen nach, ob der Kunde einen Ersatz hat, um Zeit zu sparen.
D.Halten sich am Metallrahmen des Gerätes fest und setzen die Arbeit fort.
E.Sie geben vor, einen Ersatz dabeizuhaben. Die Erdung wird sowieso
überschätzt, ist also unnötig. Und wenn sie schon dabei sind, jonglieren sie
mit ein paar Speicherchips, wenn sie in ihren Nylonhosen über einen Teppich
laufen.

Bewertung? Auszeichnungen? - Hatten wir das nicht schon in der letzten Episode?


Vertrauen sie mir, ich bin der B.O.F.H.!

Nach ein paar beruhigenden Bieren zum Mittagessen arbeite ich hart, als das Telefon
bimmelt. Großmütig - denn ich will, daß das Gebimmel aufhört, damit ich meinen
Schlaf fortsetzen kann - nehme ich den Hörer ab ...
"Hallo, ist da die Systembetreuung?"
"Aber gewiß doch!" rufe ich voll jugendlichem Eifer, der so typisch ist für einen
Netzwerkprofi nach dem Mittagessen.
"Hm, in Ordnung. Ich konfiguriere gerade meinen neuen PC und das Handbuch will,
daß ich die Konfigurationskarte am Ende ausfülle."
"Sie tun WAS?"
"Ich konfiguriere meinen neuen PC. Mein alter war so langsam, daß der Chef meinte,
ich könne den nehmen, den er bisher zuhause hatte, wenn ich ihn selber einrichte."
"Ahhh - sie sollten das aber nicht tun, ein Privat-PC könnte mit Viren verseucht
sein."
"Nein, nein. Ich habe ihn erst am Morgen mit einem Virenschutzprogramm getestet."
"Welches Programm haben sie benutzt?"
"Ich bin nicht sicher, aber ich habe es im vergangenen Jahr in einem
Diskussionsforum gefunden."
"In Ordnung, dann ist das vermutlich korrekt - auf welche Rechner im Netzwerk
haben sie damit bisher zugegriffen?"
"Nur ein paar Rechner in meiner Abteilung - glauben sie, daß das in Ordnung war?"
"Hmm. Haben sie Schreibrechte für die Nutzerverzeichnisse?"
"Ja ..."
"Ah, gut. Das sollte nicht problematisch sein, würde ich sagen. Nun, was sollen sie
denn genau aufschreiben?"
"Ich soll eine MAC-Adresse notieren."
"Hmm. Wir nehmen normalerweise die nächstgelegene. Wenn ich mich nicht irre,
dann finden sie die Nummer, wenn sie das Gebäude verlassen und nach links
wenden, Dann finden sie die Nummer am Eingang des Restaurants. Springen sie
einfach runter, notieren sie sie sich und bringen auf dem Rückweg ein paar
Hamburger und einen dieser neuen Eisbecher vorbei, die sie da bekommen."
"Duh-huh."
"Was wollen sie noch wissen?"
"Hier steht: ´Druckertreiber?´"
"Oh, da müssen sie Dave fragen, er ist der neue im Rechnergeschäft - aber er hat
auch Drucker im Angebot."
" ... gut, Dave. Als nächstes steht hier ´Arbeitsspeicher´ und ´MB´ - soll ich 128
schreiben, wie es beim Start auf dem Monitor steht?"
"Nein, schreiben sie 32."
"Aber beim Start steht da etwas anderes!"
"Machen sie sich keine Sorgen. Ich bin mir sicher, daß wir das bis zum Morgen
korrigiert haben werden ..."
"Oh, gut. Ausgezeichnet! Jetzt steht das etwas von einer IP-Adresse. Wie lautet
meine IP-Adresse?"
"127.0.0.1 - das brauchen sie für die TCP/IP-Einstellungen im Netzwerk ihres
Rechners. Benutzen sie das ´Ping´-Kommando um zu sehen, ob es funktioniert."
"Subnetz-Maske?"
"Ah, das müßte 0.0.255.255 sein - wir bezeichnen das als
B-Minus-Subnetz-Maske."
"Hervorragend. Name-Server-Adresse?"
"*NAME*-Server-Adresse? Steht das wirklich so in dem Handbuch?"
"Ja, da steht N-A-M-E."
"Ich denke, daß es sich dabei um einen Druckfehler handelt, da müßte
´SAME´-Server stehen - das kommt aus dem Englischen. Da nehmen sie die
gleiche 127er Nummer wie vorhin."
"Warum wollen sie sie dann wissen?"
"Oh, das ist typisch für die Computerbranche. Man läßt die Kunden unzählige
Kästchen ausfüllen, damit sie glauben, sie hätten wirklich einen Wert für ihr Geld
bekommen. Ich habe schon solche Handbücher gesehen, in denen nach
WINS-Servern und anderem Kram gefragt wurde."
"Ja, das steht auch hier!"
"Oh, mein Lieber, fragt man auch nach dem DNS-Suffix?"
"JA!"
"Das ´Don´t need Service´-Suffix, wieder eine dieser verwirrenden englischen
Abkürzungen - ich meine, wer würde schon zugeben, daß ein Geräte nicht wartbar
ist?"
"Und weshalb steht das dann da?"
"Das habe ich doch schon gesagt - das wird gemacht, damit die Kunden glauben, sie
hätten ein besonders wertvolles Gerät gekauft."
"Ich kann kaum glauben, daß diese Leute sowas machen!"
"Das kommt häufiger vor, als man glaubt. Aber könnten sie mir nun noch ein paar
Angaben für unsere Datenbank machen, damit wir ihnen besser helfen können, wenn
sie einmal Probleme mit ihrem Rechner haben?"
"Uh, natürlich."
"Büronummer?"
"302."
"Nummer ihres Telefons - 4781, oder?"
"Korrekt."
"Name: Jim Forford?"
"Ja."
"Netzwerk-Anschluß-Nummer?"
"Wie bitte?"
"Die Nummer, die an der Steckdose steht, in die das blaue Netzwerkkabel
eingesteckt ist ..."
"Oh, ah ... ah ... >KRITZEL< 302-R-1."
"Nein, das muß die von ihrem Netzkabel sein, die brauchen wir später. Jetzt geht es
um das BLAUE Kabel. Die Nummer muß muß ihre Büronummer und ein U enthalten."

"Oh, in Ordnung, hier ist sie - 302-U-4."
"Gut. Jetzt noch die Nummer ihrer Zugangskarte?"
"Moment ... >KRITZEL< 301009."
"Steht noch eine Statusnummer unter der Kartennummer?"
"Ja, Status 1."
"Also sind sie neu in der Firma?"
"Stimmt. Ich habe vor zwei Wochen angefangen."
BINGO!
"Gut - jetzt brauche ich noch die Geheimzahl ihrer Kreditkarte."
"Wofür brauchen sie die denn?!?!"
"Nun, nur für den Fall, daß der hochemittierende Magnetstreifen ihre Kreditkarte den
niedrigstrahlenden Streifen auf ihrer Zugangskarte überschreibt. Wir brauchen ihre
Geheimzahl, damit der Computer sie trotzdem in die Firma läßt."
*** DUMMY-MODUS EIN ***
"Oh, ja, natürlich. 4732."
"Hervorragend. Und jetzt brauchen wir noch die Tiefe der Buchsen der Steckdose, an
der ihr Rechner angeschlossen ist."
"Hä?"
"Ich muß wissen, wie tief die Löcher in der Steckdose 302-R-1 sind. Damit ihr
Rechner den Strom bekommt, den er braucht."
"Wie soll ich das messen?"
"Stecken sie einfach eine Büroklammer in der Erdungsloch und messen sie, wie weit
sie hineinpaßt."
"Ist das nicht gefährlich?"
"Nein, das ist doch die Erdung."
"Oh, na gut. Uh ... >HERUMKRAM< >HERUMKRAM<. Ah, etwa einen halben
Zoll."
"Und jetzt messen sie die beiden anderen Löcher, während sie die andere
Büroklammer festhalten."
"In Ordnung. Uh >HERUMKRAM<, uh, etwas weniger als ein halber Zoll und
>SCRZZZZZZZZIIIIIISSSSSSCCCCHHHHH<!"
Schnell wie der Blitz rufe ich den PJ an, der, wie es das Schicksal will, im
Vermittlungsraum in der dritten Etage schläft ...
"Hier, ein Neuling in der Probezeit. Büro 302. Abbuchung für den ATM-Lehrgang, die
Glückszahl ist 4732."
"Bin schon dabei!" ruft der PJ und läßt in seiner Hast den Hörer fallen.
Das ist wie eine wohlgeschmierte Nach-dem-Essen-Maschinerie - perfekt.
Aber jetzt ruft - Morpheus.


Der B.O.F.H. kümmert sich um ein Problem ...

Der Chef hat meine Dienste den Erbsenzählern angeboten, so daß ich nun einige
Programme auf ihren unter Unix betriebenen PCs mit den neuesten (und letzten,
wenn es einen Gott gibt) Versionen aktualisieren muß. Die Versionen, die sie jetzt
benutzen sind so alt, daß sie vermutlich schon auf der Arche die Nutzer zur
Verzweiflung trieben.
Und wie das bei uralter und fehlerhafter Software immer der Fall ist, gibt es mehr
Klauseln zum Ausschluß der Gewährleistung als echte Gewährleistung (oder gar
eine Dokumentation), so daß dies nach einer nervenaufreibenden Schufterei
aussieht.
Ich hasse das!
Ich biete ihnen an, Linux zu installieren und die Systeme für sie zu konfigurieren,
aber es scheint, als setze eines dieser dummen Programme zwingend DIESE ganz
spezielle Version von Unix voraus, so daß es bei einem anderen Betriebssystem
genau das tut, was die meisten Nutzer machen - ahnungslos in einer Ecke
herumhocken.
Als ich mir die Lizenzen für die Programme anschaue, die auszudrucken teurer ist als
die Programme wert sind, stoße ich auf das Problem, daß sie nur für eine ältere
Version der Programme gelten und nicht für die neue Version, der sie beilagen.
Seufz.
Also habe ich nun die Wahl, ob ich die alten Versionen von den Sicherheitsdisketten
wiederherstelle, indem ich das einzige Programm zum Einspielen von Backups nutze,
das installiert ist, cpio, um dann die Aktualisierung durchzuführen oder die ganze
Sache vergesse.
Ich bereite mich auf meine Arbeit vor, als der Chef hereinwatschelt.
"Wie sieht es aus?" fragt er und versucht, einen Blick auf die Dokumentationen zu
werfen, um vorzugeben, daß er mehr als eine Silbe in der Minute lesen kann. "Sieht
verzwickt aus ..."
"Mehr als schwierig", reagiere ich. "Totaler Müll - die Lizenzen sind ungültig und die
Dokumentation ist unbrauchbar!"
"Unsinn, das ist nur ein Druckfehler!" ruft er, als ich ihm die Beweise zeige. "Es muß
sich einfach um einen Druckfehler handeln!"
Und um mir den Tag noch mehr zu versüßen, kommt der Nutzer, um dessen PC es
geht, vorbei, um nach dem Fortschritt zu fragen.
"Geht es voran?" fragt er nervös.
"Hervorragend!" ruft der Chef. "Wir können sofort anfangen! Nun, darum kümmern
sie sich!"
Er verschwindet mit dem Nutzer, um eine Tasse mit einem Getränk zu genießen, von
dem ich hoffe, daß es sich um Säure handelt ...
Und ich bleibe zurück und frage mich, was Lassie wohl tun würde ... Würde sie die
verdächtig einfache kostenlose Hilfe-Nummer in den USA anrufen? Würde sie die
hiesige "wertvollere" Nummer des Verkäufers anrufen? Oder würde sie sich selbst
entlasten und dann davonwandern?
Also erleichtere ich mich selbst auf das Gehäuse (natürlich ist der PC
ausgeschaltet), als der Nutzer in sein Büro zurückkommt ....
Er wirkt etwas schockiert.
"Zum Glück sind sie da!" rufe ich und improvisiere wie der Teufel. "Schnell, holen sie
den Feuerlöscher - ich kann es gerade noch in Schach halten!!!"
Er rennt wie ein Verrückter nach draußen, und ich nutze die Gelegenheit, die Sache
ein wenig zu eskalieren, indem ich noch ein paarmal auf das Gehäuse hüpfe bis es
aufspringt, damit ich die ´schmorenden Kabel´ ausschalten kann.
Als der Nutzer zurückkommt, entleere ich den halben Feuerlöscher in das
Disketten- und das CD-Laufwerk, damit es keine ´spontanen Selbstentzündungen´
mehr gibt.
...
"Nur zur Sicherheit!" erkläre ich meinem Helfer, als ich das restliche Löschpulver
durch die Lüfterschlitze in das Netzteil spühe.
"Mein System!" stöhnt er. "JAHRELANGE Arbeit!"
"Oh, machen sie sich deshalb keine Sorgen, es ist alles gespeichert." Beruhige ich
ihn.
"Wirklich?!"
"Nein, wir hatten keinen Platz. Aber die Festplatte ist ja noch in Ordnung!"
"Meinen sie?"
"Ganz sicher - sie sehen die Festplatte doch. Kein Kratzer, abgesehen von diesen
Fußabdrücken."
"Welche Fußabdrücke?"
>KNACK< >KNACK< >KNACK<
"Diese da!"
...
So landen wir im Büro des Chefs, und er kauft mir die Geschichte mit dem Feuer
kaum eine Minute lang ab. Auch meine ´Der Hund hat die Bänder mit den
Sicherungskopien gefressen´-Geschichte mag er nicht.
"Jetzt sind sie fällig!" ruft er, greift zum Telefon und tippt die Nummer der
Sicherheitsleute. "Sie sind so gut wie gefeuert!"
"Gefeuert?!" ruft der PJ und riecht den Braten. "Das ist ja großartig! Ich kann mein
Glück gar nicht fassen!"
"Was?" fragt der Chef.
"Nun, ICH werde den Posten übernehmen! Ich kann endlich meine eigenen
Entscheidungen treffen! Ich kann die Systeme abstürzen lassen, wenn ich es will,
kann dafür sorgen, daß sie keinen Zugriff auf ihre Lieblingsseiten haben, kann die
Netzwerkverbindungen trennen ..."
Ich unterbreche den PJ mit einem schnellen >PLATSCH!< bevor er völlig im Land
des Größenwahns ankommt. Natürlich sabbert er noch ein wenig bei dem Gedanken
daran, das Leben der Nutzer nach seinen Vorstellungen zu bestimmen, die
IT-Manager als die Dummköpfe zu entlarven, die sie sind, und so weiter. Ein
weiterer Klaps bringt ihn zurück ins wirkliche Leben ...
"Nun, ich glaube, ich war etwas voreilig." meint der Chef, der jetzt sichtlich nervös
wird, wenn er an den Teufel denkt, den er ja kennt.
"Nein, nein!" rufe ich, als mir das geradezu furchterregende Potential bewußt wird,
daß im PJ steckt. "Ich denke, sie sind mehr als im Recht! Ich bin eine wandelnde
technische Zeitbombe. Mir kann man keine Technik anvertrauen! Wie zum Beispiel
ihren Monitor."
"Mein Monitor?"
>KRACH!<
"Ja!"
"Ein Unfall", ruft der Chef. "Das kann doch jedem einmal passieren! Schauen sie!"
>KRACH!< gesellt sich ein Laptop zu den Trümmern des Monitors.
10 Minuten später liegt jedes Gerät in Einzelteilen auf dem Boden, da der Chef
versucht, mir zu beweisen, daß ich kein kompletter und heimtückischer
Schweinehund bin, sondern nur recht anfällig für Arbeitsunfälle. Ein Riesenspaß also.

Und noch mehr Spaß macht es, als die Sicherheitsleute, die von den Geräuschen der
heruntergeworfenen Geräte alarmiert wurden, hereinkommen, um den Chef dabei zu
sehen, wie er sein Buchregal umwirft - ein ´Unfall´.
"Zum Glück sind sie hier!" rufe ich und benutze einen Satz, der mir in der jüngeren
Vergangenheit sehr dienlich war. "Er ist völlig ausgerastet! Eine wandelnde
Zeitbombe - eine Gefahr für sich selbst und andere! Ja, er hat sogar verlangt, daß ich
in den PC eines Nutzers uriniere!"
Der Rest ist Geschichte - wie der Chef. Das Heulen, das Zähneknirschen, die
Dementies - schlimmer als eine Untersuchung gegen einen Präsidenten.
Am besten holen sich die Erbsenzähler 6 oder 7 Tassen Kaffee. Falls ich diese
Aktualisierung einmal vollende ...


Der B.O.F.H. wird ausgegliedert ...

"Ausgliederung!" Unser Chef und der IT-Chef glucksen zufrieden, als sie in unser
Büro watscheln. "Das ist brillant!"
Seufz.
"Nein, ist es nicht!" rufe ich, als ich von der Seite mit Aktualisierungen für Spiele
aufblicke, die gegenwärtig meine volle Aufmerksamkeit hat. "Wir kennen doch schon
ein paar ausgegliederte Firmen. Wir müssen ihnen für jeden Anruf eine Riesensumme
zahlen, sehen sie - wenn überhaupt - einmal in der Woche bei uns, und am Ende
müssen wir doch jemanden einstellen, der das Problem dann wirklich löst, da sie
unsere Infrastruktur nicht kennen! Das ist wie eine Lizenz zum Gelddrucken - nur
nicht für uns!"
"Genau darum geht es ja! Es ist eine Goldmine! Wir können ein Vermögen machen!!!"

"Ein Vermögen *MACHEN*?!"
"Ja, denn es ist wohl ziemlich sicher, daß es einige Firmen da draußen gibt, die die
ihre Dienste und die ihres Assistenten brauchen!"
"Entschuldigung, wollen sie damit andeuten, daß sie UNS ausgliedern wollen?"
"Ja! Wir verkaufen den Interessenten die Zeit, in der sie nicht beschäftigt sind. Sie
wissen schon, die Zeit, in der sie das Internet nutzen."
"In der ich mich über neue Entwicklungen informiere, meinen sie?"
"Oder über die der Pornographie, wenn ich mir ihren Assistenten anschaue." bemerkt
der IT-Chef, der seine Augen nicht von den rosaroten Farbtönen trennen kann, die
den Monitor des PJs beherrschen.
"Ich überprüfe gerade unseren Web-Cache, um ihn für die Firma zu optimieren!"
antwortet der PJ angeriffslustig, als er hinter einem Bücherregal auftaucht.
"Web-Cache?"
"Ja, ich untersuche, WIESO der Zwischenspeicher immer voller Bilder statt voller
arbeitsrelevanter Informationen ist. Wenn ich die vollständige Liste der Nutzer habe,
die diese Daten heruntergeladen haben, können wir unheimlich viel Bandbreite
sparen. UND NOCH WICHTIGER ist, daß wir dann wissen, wer wie lange während
der Arbeitszeit statt zu arbeiten sich Pornographie anschaut."
"Ich glaube nicht, daß das zu ihren Aufgaben gehört." erwidert unser Chef nervös.
"Ja, auch ich denke nicht, daß es dafür eine Notwendigkeit gibt!" stimmt der IT-Chef
ihm zu, der ebenfalls etwas nervös wirkt. "Wir bezahlen sie beide ja schließlich für
ihre technischen Erfahrungen - solche Aktivitäten gehören aber nicht dazu. Für
diese Form der Hexenjagd bekommen sie ihren Lohnscheck jedenfalls nicht!"
Falls da noch Zweifel waren, wer für das Material in dem Web-Zwischenspeicher
verantwortlich ist, so verpuffen sie jetzt blitzartig ...
"Und genau darum geht es!" ruft der Chef, der wieder Morgenluft wittert. "Sie sitzen
hier beschäftigungslos herum, während wir Gewinne machen könnten!"
Innerhalb eines Tages kommt eine Vereinbarung über die Ausgliederung mit einem
alten Freund des IT-Chefs zustande, bei dem es nur einen schäbigen technischen
Service zu geben scheint. Der PJ und ich sind komplett gegen diese Idee, bis wir
herausfinden, daß es sich bei der besagten Firma um eine Model-Agentur mit freiem
Büfet handelt. Modisch gekleidete Models brauchen einfach eine professionelle
Betreuung, die nur der PJ und ich leisten können ...
[Später am gleichen Tag]
"Und da wären wir!" erklärt Brian, unser neuer Teilzeitchef voller Stolz und deutet
auf eine Ansammlung von Rechnern und Kabeln, die in einem mehr als warmen Büro
verstreut herumstehen beziehungsweise -liegen.
"Mit anderen Worten - ein Schweinestall", sage ich und starre auf die Unordnung
vor meinen Augen.
"NEIN!" Ein langhaariger Kauz mit mit wirrem Blick taucht hinter uns auf. "Alle
Systeme sind in einem hervorragenden Zustand - ich weiß das, weil ich sie installiert
habe."
"Wenn sie mit ´installiert´ meinen, daß sie sie auf jeder freien horizontalen Fläche
gestapelt haben, nun, dann war das gute Arbeit. Aber hier gibt es keine Klimaanlage,
keine Unterbrechungsfreie Stromversorgung - der gesamte Raum könnte jederzeit
ausfallen!" erwidert der PJ.
"Ich glaube kaum, daß das ..." fängt der Kauz an.
"Es ist ja nicht einmal eine Verriegelung in der Tür!" rufe ich schockiert. "Jedes
Model, dessen Gesicht dem Hintern eines Schweins gleicht, könnte mißgelaunt
hereinkommen und die Rechner einfach ausschalten! Ich bin wirklich verwundert
darüber, daß noch niemand über ein Kabel gestolpert ist und ein paar Geräte
mitgerissen hat!"
...
Ein schnelles "Ups!" vom PJ, der versteckte Hinweise schnell in die Tat umsetzen
kann, später ist Brian prompt rückwärts über ein Kabel gestolpert und hat dabei den
Hauptschalter betätigt, von dem er schwören würde, daß der vorher noch nicht da
war ...
Den wahren Profi zeichnet eben eine gewisse Fähigkeit zum Blicken in die nähere
Zukunft aus ...
Nachdem wir nun unsere technischen Fähigkeiten bewiesen haben, wechselt auch
Brian schnell auf die Seite der Guten.
"Großer Gott! Das ist ja eine tickende Zeitbombe! Alle Informationen über die
Models sind auf diesen Maschinen gespeichert! Die sind ja ein Vermögen wert!"
"Wir brauchen einen Rechnerraum." erkläre ich.
"Selbstverständlich!"
"Einen Platz, der gut von der Klimaanlage bedient wird und über genügend
elektrische Anschlüsse verfügt, kein normales Büro", schlägt der PJ vor. "Am besten
einen Raum, in dem wir ein paar hohe Regale aufstellen können ...."
"Ich glaube kaum, daß wir etwas derartiges finden werden - wir haben nur drei
Etagen in dem Gebäude." antwortet Brian.
"Einen Raum mit VIEL LICHT?" antwortet der PJ. "Damit wir keine Probleme bei der
Beobachtung der Server haben."
"Nein, ich glaube ni ..."
"Mit viel PLATZ, damit die Luft gut zirkulieren kann, falls es Probleme mit der
Klimaanlage gibt ..."
"DER KELLER!" ruft Brian. "EIN LAGERRAUM!!!"
"Da könnte es zu Überschwemmungen kommen", wende ich ein. "Außerdem soll
nicht der ZUTRITT BEGRENZT sein ..."
"DAS FOTOSTUDIO!" ruft Brian, der endlich alle Hinweise begriffen hat!
"Natürlich!" freut sich der PJ und atmet so heftig, daß er wohl bald seine Zunge
verschluckt. "Wieso bin ich nicht auf diese Idee gekommen?!?!"
...
Und am schlimmsten bei einer Ausgliederung ist, daß es nur ARBEIT, ARBEIT,
ARBEIT gibt!
Kaum sind wir einsatzbereit (es dauerte etwas länger , bis Brian alle Gerätschaften
die Treppen hinaufgeschleppt hatte [weil ihm jemand plausibel erklärt hat, daß die
elektrostatische Aufladung des Aufzugs den Geräten schaden würde]), werden wir
auch schon zum ersten Einsatz gerufen. Es gab Zugriffsprobleme, die - kaum sind
wir da - wieder verschwunden sind, so daß wir wohl noch lange die Rechner
beobachten müssen, bis das Problem wieder auftaucht. Zufällig werden gerade
Aufnahmen für einen Bikini-Katalog gemacht, doch das Problem läßt sich Zeit.
Nun, das ist wohl der Preis, den man zahlen muß, schätze ich.


Der B.O.F.H. wird ausgesperrt ...

Ich komme zur Arbeit - ausnahmsweise einmal sehr früh - und will durch die Tür
gehen, als ... nichts geschieht. Es bringt offensichtlich auch nichts, die Magnetkarte
noch einmal durch den Leseschlitz zu ziehen. Zu diesem Zeitpunkt wird es nötig, den
Wachdienst ins Spiel zu bringen. Also schlage ich gegen die Glasscheibe, um den
Alarm auszulösen, der sie aus ihrem produktiven Schlaf weckt.
Da ich in der Vergangenheit das eine oder andere Geschäft mit ihnen gemacht habe,
lassen sie mich ein, und ich marschiere zu meinem Büro, um festzustellen, daß ich es
nicht betreten kann. Gemäß Plan B öffne ich die Notfallbox mit dem Hammer und
schlage die Scheibe ein, um mich selbst einzulassen.
15 Minuten später kommt der Wachdienst, um auf den Alarm zu reagieren.
"Die Karte hat nicht funktioniert", murmle ich und zeige auf das störrische Ding. "Sie
muß defekt sein!"
"Nein, ich habe das geprüft, bevor sie kamen. Das Personalverzeichnis sagt, daß sie
nicht mehr länger bei uns arbeiten ..." murmelt der Wachmann entschuldigend. "...
was bedeutet, daß ich sie fragen muß, ob sie ... hm, ob sie einen Kaffee haben
wollen?"
"Das wäre nett - bitte schwarz und ohne Zucker."
...
Eine Stunde später kommt ein Typ aus der Personalabteilung und klärt das Rätsel
auf. Es scheint so, daß jeder, dessen Vertrag im Juli auslief, automatisch als
entlassen gilt, wenn der Vertrag (zu besseren Bedingungen bei höherem Lohn) nicht
bis zum gleichen Tag im September erneuert wurde.
"Das ist nur ein kleiner Schwachpunkt im Programm!" werde ich von Fielding, dem
Mann, der für die Personalabteilung die Nutzerbetreuung macht, obwohl seine
praktischen Erfahrungen nicht über das hinausreichen, was man in der Sesamstraße
lernen kann, unterrichtet.
"Und wann wird das berichtigt?"
"Nun, das ist eine schwierige Sache - da sie offiziell nicht mehr für uns arbeiten,
können sie auch keine Aktualisierung verlangen - wir brauchen einen
entsprechenden Antrag von einem höhergestellten Mitglied der Belegschaft, das sich
für sie einsetzt ..."
"Höhergestellt in welcher Weise?" frage ich.
"Höher auf der Leiter."
"In der Firma oder in der Evolution?"
"In der Firma."
"Also wollen sie, daß mein Chef sie anruft?"
"Uh, wir brauchen einen schriftlichen Auftrag."
"Und wenn mein Chef nicht im Büro ist?"
"Sein Chef?"
"Der macht mit meinem Chef einen Ausflug ..."
"Kennen sie den Geschäftsführer?" grinst er blöd.
"Nein."
"Nun, dann haben wir irgendwie eine Sackgasse erreicht, oder?" erklärt er
selbstgefällig. "Und ich habe keine Lust, Datenbankeinträge zu fälschen."
"Wenn nur alle Mitarbeiter so pflichtbewußt wären." erwidere ich.
>Klick Klick Klick<
"... da wären wir, die Datenbank sagt nun, daß ich - und mein Assistent, der auch als
entlassen geführt wurde - wieder auf der Liste der vertraglichen Mitarbeiter stehen."

"Nun, bedauerlicherweise kann ich nicht ..."
"Natürlich können sie nicht." >Klick Klick Klick< "Ohmeingott! Ich habe gerade
LÖSCHE ANGESTELLTE getippt!"
"Das ist in Ordnung!" ruft er schnell. "Es passiert nichts, bis sie BESTÄTIGT
eingeben."
>Klick Klick Klick<
"Gut, ich habe BESTÄTIGT eigetippt, wie sie es sagten. Und was machen wir
jetzt?"
Er antwortet nicht, sondern hämmert wild auf der Tastatur herum.
"Ich sagte, sie sollten NICHT ´BESTÄTIGT´ eintippen!" keucht er gehetzt. "Wir
müssen das rückgängig machen!!!"
"Das kann man nicht rückgängig machen, es ist bestätigt!" antworte ich mit
gespielter Angst.
"Die Sicherungskopie!!!"
"Das geht auch nicht!"
"Wieso nicht, haben sie etwa keine Sicherheitskopien?!?!"
"Doch, haben wir, aber nicht für die Datenbanken - das funktioniert TECHNISCH
nicht mehr!"
"Sie müssen es tun!"
"Nun, ich KÖNNTE da vielleicht etwas machen, aber ...."
"Aber was?"
"Nun, sie arbeiten nicht mehr in der Firma - TECHNISCH BETRACHTET - also
kann ich ihren Wunsch nach dem Einspielen der Sicherungskopien nicht annehmen."
"Aber sie WISSEN doch, daß ich hier arbeite. Fügen sie mich einfach wieder der
Datenbank hinzu!"
"Ich glaube, da sind wir wieder in einer Sackgasse angekommen ...." antworte ich.
"WAS?!?!"
"Nun, ich habe keine Lust, meinen Arbeitsplatz zu riskieren, indem ich
Datenbankeinträge manipuliere!"
"ABER DAS HABEN SIE DOCH EBEN AUCH GETAN!!!"
"Ja, aber da war ich KEIN Angestellter der Firma - TECHNISCH gesehen. Doch
jetzt bin ich wieder Angestellter und kann meinen Arbeitsplatz nicht riskieren!"
"Sie sind ebenso entlassen wie ich!"
"Vielleicht, aber eigentlich NICHT. Als Vertragsarbeiter stehe ich nicht auf der Liste
der Angestellten wie sie ..."
"Aber ..."
"Aber ich GLAUBE, wenn ein höherer Angestellter sich für sie einsetzen würde,
könnte ich ..."
"Mein Chef?"
"Der steht auch auf der gelöschten Angestelltenliste."
"Sein Chef ..."
"Die gleiche Liste - kennen sie den Geschäftsführer?"
"Nein."
"Nun, damit hätten wir die Firmenhierarchie überschritten. Versuchen wir es mit der
Evolution. Haben sie einen Goldfisch an ihrem Arbeitsplatz?"
"Nein."
"Irgendwelche Ratten?"
"Was?!"
"Wie wäre es ... mit dem Assistenten eines IT-Profis?"
"Wer?"
"Mein Assistent zum Beispiel."
"Ja, aber würde der sich für mich einsetzen?!??"
"Vielleicht ..."
"Können sie ihn bitte anrufen?"
"Ah, ich glaube, wir brauchen eine schriftliche Bestätigung."
"Ich schreibe sie und er muß sie dann nur noch signieren!"
"Nun, wir nehmen es sehr genau mit solchen Bestätigungen ...."
"Was?"
"Sie sollte auf 50 Pfund-Geldscheinen geschrieben sein. Auf vier Scheinen, um
genau zu sein ..."
"DAS IST ERPRESSUNG!!!"
"Ja, richtig erkannt! Am besten beeilen sie sich, damit sie die Öffnung der
Bankenschalter nicht verpassen und aus dem Gebäude ausgesperrt werden. Oder,
noch schlimmer, bevor man nach ihnen sucht, da sie als Einbrecher in das Gebäude
gekommen sind ..."
...
20 Minuten und eine Jagd auf einen Einbrecher später (ich konnte der Verlockung
nicht widerstehen) sind der PJ und ich ein wenig reicher.
"In Ordnung!" rufe ich, als Fielding zurückruft. "Die Datenbank ist wieder in Ordnung
und der Normalzustand widerhergestellt."
"Ich, uhm", erwidert Fielding. "In Ordnung."
"Keine Ursache, es war mir ein Vergnügen!" antworte ich und trenne die Verbindung.

>AKTUALISIERE MITARBEITERSTATUS = 0 FÜR FAMILIENNAME =
´FIELDING´ UND VORNAME = ´PAUL´<
"Hallo, Wachdienst? Ich glaube, der Einbrecher ist wieder da ...."
>BESTÄTIGT<


Ohne Service kein Ausfall ...

"Ich bin besorgt wegen dieser Computer-Viren, die in den Netzwerken kursieren!"
plappert der Chef, als er in unser Büro kommt. Offenbar hat ihm jemand ein aktuelles
PC-Magazin in die Hände gedrückt, aus dem er seine Weisheiten hat.
"Viren?" frage ich und versuche, den Sinn seines Besuches zu erraten.
"Ja. Wie diese D.O.S.-Viren."
"Sie meinen diesen Virus, den Microsoft in Umlauf gebracht hat? Und ich dachte,
daß nur ich etwas davon wüßte!"
"Was?! Nein, die Denial of Service-Viren, die die Rechner mit Anfragen
bombardieren und sie dann abstürzen lassen."
"Ach so, diese Viren meinen sie. Ja, auch ich mache mir darüber ein paar Gedanken.
Aber wir haben herausgefunden, wie man damit fertig wird."
"Und wie geht das?"
"Nun, wir haben herausgefunden, daß wir, wenn wir keinen Service haben, uns auch
darüber keine Sorgen machen müssen, daß er wegen Überlastung ausfallen
könnte ..."
"Bitte?!"
"Ein kleiner Scherz!" lüge ich. "Aber wir wurden noch nicht Opfer eines
D.O.S.-Angriffs."
"Woher wollen sie das WISSEN?"
"Nun, schauen sie, ein Ausfall eines Servers wegen Überlastung mit Anfragen würde
etwa so aussehen."
>KLICK!< >ZZZZZIIIIIsch ...<
"Was haben sie da eben gemacht?"
"Ich habe den Datenbank-Server der Finanzabteilung abgeschaltet."
"Wieso?"
"Um meine Erklärung zu illustrieren. Die Nutzer sind immer die ersten, die einen
Ausfall bemerken ..."
>Klingeling<
>Klick< >zzzzZZZZIIIISCH ...<
"Und sehen sie sich all die Anrufe an, die in der Warteschlange hängen. SO erfahren
WIR, ob etwas passiert ist."
"Es sei denn, wir sind einmal nicht am Platz und können die Leistung der Server nicht
überwachen." fügt der PJ hinzu, der offensichtlich versucht, einen Vorwand dafür zu
finden, acht Stunden am Tag nach Pornobildern im Internet zu suchen - natürlich
ohne die sonst übliche Mittagspause ...
Eine Viertelstunde später läuft der Server der Finanzabteilung wieder, aber dem Chef
hat offenbar jemand einen Floh ins Ohr gesetzt, der sich nun genauer mit der ganzen
Virengeschichte befassen will.
"Wir haben Antiviren-Programme für unseren E-Mail-Server und die
Windows-PCs, aber haben wir eigentlich ein passendes Programm für unsere
Unix-Server?"
"Nein. Die brauchen solche Programme nicht."
"Woher wollen sie das WISSEN?"
Traurigerweise stellt er sich vor den Server, so daß ich die Demonstration von vorhin
nicht wiederholen kann. Denn offenbar hat ihm die erste Vorführung noch nicht
ausgereicht. Schade ...
"Ich habe keine Ahnung, wovon sie sprechen."
"Nun, vor Jahren, als ich ein Unix-Administrator war ..."
Ich schaffe es gerade noch, den Hinweis, er sei nicht einmal qualifiziert genug, das
ARSCHLOCH eines Unix-Adminstrators zu sein, herunterzuschlucken, als er
losplappert ...
"... und da habe ich das Programm strings benutzt, um verdächtige Vorgänge zu
identifizieren." endet der Chef schließlich und fühlt sich sichtlich wohl dabei, daß er
sein Geheimwissen mit uns teilen kann.
"Strings?" fragt der PJ und spielt erfolgreich den Dummkopf. "Sie meinen doch nicht
etwa diese Programme mit nicht nach dev/null umgeleiteten Ausgaben?"
"?" erwidert der Chef, um sogleich weiterzuplappern. "Nein, es geht um das
Programm strings."
"Strings ..." sage ich nachdenklich und lasse den Chef sich im Licht des Triumphes
zu sonnen. "Nein, davon habe ich tatsächlich noch nichts gehört."
"Und sie bezeichnen sich als Profis!" ruft er fröhlich aus und reizt sein angeblich
hervorragendes Wissen aus. "Strings - ein großartiges Programm, mit dem man
Texte aus Dateien extrahieren kann. Dann kann man darin nach verdächtigen
Zeichen suchen."
"Oh, sie schlagen also vor, daß wir die Texte aus den Dateien extrahieren sollten und
dann nach verdächtigen Kombinationen suchen?"
"JA!" antwortet er und strahlt zufrieden.
"Aber was machen wir, wenn die ein paar triviale Verschlüsselungsmethoden
anwenden, damit reine Textpassagen nicht im Programm auftauchen?"
"Nun, offensichtlich gibt es ein paar Programme, die man damit nicht prüfen kann,
doch um die können wir uns später kümmern, wenn wir die überwachen, wann die
Dateien geändert wurden." kontert er, der offenbar einen Text mit dem Titel "Wi3
Hak3r ihr3n PC ausspäh3n" hat. Etwa im Jahr 1981, schätze ich.
"Gut, aber wonach sollen wir konkret suchen?" fragt der PJ und setzt sich an die
AIX-Konsole der Datenbankservers der Finanzabteilung.
"Verdächtige Zeichen." sagt der Chef und bringt uns damit wirklich weiter.
"Zum Beispiel?"
"Ich weiß nicht. Verdächtige eben."
"Vielleicht Verweise auf die Passwortdatei?" schlage ich vor.
"Genau!! Die wollen Nutzernamen und Passworte stehlen!!!"
"Nein ... nichts ..." murmelt der PJ leise. "Oh, WARTEN SIE, hier ist etwas in einem
Programm mit dem Namen init. Und hier, noch eins: cron!!!"
"Diese hinterhältigen Hunde!" rufe ich und gehe auf das Spiel des PJs ein. "Sie haben
diese Hintertüren in Programme eingebaut, die der Superuser ausführt ..."
"... und in id, at und atrm!!!"
"Das ist ja schlimmer als befürchtet!!!" rufe ich. "Was tun sie, holen sie sich die
Passworte und zeigen Fehlermeldungen?!?"
"Ja, da sind Fehlermeldungen in den Programmen - glauben sie, daß die genutzt
werden, um die Zugriffe zu verschleiern?"
"Aber natürlich!" ruft der Chef begeistert. "So verbergen sie ihre Machenschaften.
Mit FEHLERMELDUNGEN!!!"
"Uh-oh, ich sehe gerade, daß das Programm cron gerade ausgeführt wird!!!"
"Stoppen sie es!!!" keucht der Chef atemlos.
>Klick. Klick<
"Auch ls hat Fehlermeldungen!!!" ruft der PJ, um die Panik zu steigern.
"LÖSCHEN SIE ES SCHNELL, BEVOR ES JEMAND AUSFÜHRT!!!"
Und lustig ist es, zu beobachten, wie lange ein Betriebssystem läuft, wenn man alle
ausführbaren Programme, die meisten Bibliotheken und ein paar Dateisysteme
löscht.
"JETZT HABEN SIE DAS SYSTEM ABGESCHOSSEN!!!" ruft der PJ.
"DAS BEDEUTET, DASS SIE AUF EINEN ANDEREN SERVER GEWECHSELT
SIND!!!" rufe ich, damit der Chef den Braten nicht riecht ...
Und der Rest der Geschichte ist, wie man so schön sagt, Geschichte.
Der Chef wurde das Opfer seiner eigenen Waffen.
Ich fühle mich etwas schuldig, doch wenn ich mir überlege, daß sicher viele freie
Stellen als Unix-Administrator auf ihn warten ...


Der B.O.F.H. zieht in den Krieg ...

"Es gab in der Nacht ein paar Probleme mit der Firewall", erklärt der PJ, als ich durch
die Tür ins Büro komme. "Offenbar hat sie sich während eines D.O.S.-Angriffs
entschlossen, diesen durch ihren Absturz zu bekämpfen."
"Es ist doch immer wieder gut, daß wir einen Notfallplan für solche Situationen
haben." antworte ich. "Läuft wieder alles?"
"Ja, es sieht so aus, als läuft alles wieder normal ... WAS zum TEUFEL tragen sie
da!?!?!"
"Was, dieses alte Ding?" erwidere ich und fingere an der feinen
Woll-Nylon-Mischung herum, aus der mein einziger Anzug besteht.
Den ich dreimal getragen habe.
"Nein, DAS!" ruft er und zeigt ängstlich in meine Richtung.
"Oh, man nennt das eine KRAWATTE. Meistens werden sie getragen, um dem
Träger mehr Respekt zu verschaffen - der meistens freilich völlig fehl am Platze ist."

"Und warum tragen sie eine?"
"Weil, wie man so schön sagt, heute der erste Tag des Rests meines Lebens ist."
"Uh-huh. Und deswegen wollen sie jetzt dem neuen Chef in den Hintern kriechen?
Ich dachte, er sei ein Säufer - ein ehemaliger Soldat ohne Computererfahrungen ..."
"Ja. Aber diese Chefs sind die besten ..."
"Ah, entschuldigen sie bitte", werden wir von einer scheuen Stimme unterbrochen.
Die Sekretärin des IT-Chefs informiert uns, daß ihr Chef unter einer seltenen
Vireninfektion leidet, die er sich beim Genuß verdorbener Nahrungsmittel zugezogen
hat, was es ihm unmöglich macht, unseren neuen Chef herumzuführen ...
Was für ein bedauerlicher Zufall ...
"Das kann ich doch übernehmen!"
...
"Hallo", begrüße ich das neue Chef-Exemplar mit einem freundlichen Händedruck,
den ich sorgfältig einen kleinen Moment länger hinziehe, als man normalerweise als
angenehm empfindet. "Ich bin Brian, der IT-Chef. Ich nehme an, sie wollen sich
zunächst einen Überblick über die bei uns eingesetzte Technik verschaffen, oder?"
"Hallo, ich bin Dave. Hmm, ich habe die Technik schon bei meinem
Bewerbungsgespräch mit, äh, dem IT-Chef gesehen."
"Der andere Brian?" erwidere ich perfekt verstellt. "Ja, das ist etwas verwirrend,
schätze ich. Aber von jetzt an, werden sie mit mir zusammenarbeiten, nachdem ...
nun, sie wissen schon."
"Ich habe kei ..."
"Ja, es war etwas tragisch, aber andererseits war das vorauszusehen, nachdem wir
das Loch in der Abschirmung der Mikrowelle gefunden hatten. Das soll jetzt ja
repariert sein, also müssen sie sich keine Sorgen machen. Aber jetzt werde ich sie
erst einmal herumführen, damit man ihr Büro etwas herrichten kann. Eine
Computertomographie von ihnen wurde doch schon gemacht, oder?"
"Nein, wieso?" fragt Dave nervös.
"Oh, nur so ein Gedanke!" erwidere ich. "Aber vielleicht ist es besser, wenn sie sich
mehr in der LINKEN Hälfte ihres Büro aufhalten, um ganz sicher zu sein."
"Die linke Seite aus welcher Perspektive?" fragt er.
"Ja, das ist richtig. Bisher hatten sie noch nicht die Gelegenheit, sich mit Computern
zu befassen, hatten sie gesagt?"
"Ich war bei der Armee, aber nach 20 Jahren habe ich mich entschlossen, in die
IT-Branche einzusteigen."
"Aber sie haben doch schon mit Computern gearbeitet?"
"Nein, wir waren mit der Truppenbewegung, Waffenlager und ähnlichem beschäftigt.
Aber ich bin sicher, daß ich mich schnell einarbeiten kann. Wie schwer kann das
schon sein? Wir werden in kürzester Zeit funktionieren wie ein Uhrwerk."
So soll es denn geschehen ...
"Hat die Personalabteilung ihnen schon ihre Zugangskarte ausgehändigt?" frage ich,
als wir unser Büro betreten.
"Ja."
"Gut, dann lasse ich einen Angestellten der System- und Netzbetreuung die Karte
validieren, damit ..."
Der PJ eilt mit dem Magnetkartenlöscher herbei und ein kurzes
>BZZZZZZZZssss< später wird Dave Schwierigkeiten haben, am nächsten
Arbeitstag das Gebäude zu betreten ...
"So, und jetzt besichtigen wir ihr Büro. In dieser Richtung ..."
Ich führe Dave in Brians Büro - die Glaubwürdigkeit meiner Geschichte wird in dem
Büro dadurch verstärkt, daß Brian seinen Mülleimer offenbar dazu benutzt hat, die
Überreste des Essens, das ihm gestern so durcheinanderbrachte, zu speichern.
"Oh, das tut mir jetzt aber leid", seufze ich. "Offenbar haben sie es noch nicht
geschafft, das Büro auszuräumen. Vielleicht könnten sie ja einspringen. Werfen sie
einfach alles, was zu seinen persönlichen Sachen gehört, in eine Kiste."
"A ... A ... Aber ist das nicht IHR Büro?" will er wissen.
"Ah, nein, jetzt nicht mehr. Man hat entschieden, daß ich am anderen Ende des Flurs
arbeiten soll. Nach all den Vorfällen, sie wissen schon ... Also wenn sie einfach
seine Sachen packen und nicht zu nahe an die linke Wand kommen würden ..."
"Von der linken Wand FERNHALTEN ..." murmelt Dave, als ich die Tür hinter mir
schließe.
"Er räumt ein wenig für Brian auf", sage ich der Sekretärin, als ich zurück in mein
Büro marschiere. "Er scheint ziemlich pedantisch zu sein ...."
Der PJ und ich machen eine zehnminütige Lachpause wegen der
Mikrowellengeschichte, worauf ich ihm dann meinen Plan erkläre und für die zweite
Runde zurückmarschiere.
Dave sitzt in der Mitte des Raumes, da er sich nicht entscheiden kann, welche Wand
die linke ist und welchen Abstand er von ihr halten soll ...
"Wunderbar. Und jetzt sollten wir ihre Managerausstattung mit Visitenkarten, und
der Firmenkreditkarte holen ..."
"In Ordnung", stimmt Dave mir zu, der mehr als froh darüber zu sein scheint, die
Gefahrenzone verlassen zu können.
"Ich vermute, daß sie bisher noch nicht die Gelegenheit hatten, über das Internet
Technik zu bestellen?"
"Niemals ..."
"Oh, das ist gut, da ich ihnen gleich zeigen kann, wie das geht."
Zwei Stunden und einige größere Bestellungen später verläßt Dave sein Büro. Er
schwitzt leicht, was er wohl auf die Mikrowellen schiebt. Ich sorge dafür, daß die
Sekretärin ihn sieht, als er den "Anti-Mikrowellen-Hut" aus Aluminiumpapier trägt,
bevor ich ihn in die Grundlagen der Computertechnik einweihe ...
"... und das nennen wir Neustart ..." erkläre ich ihm und trete gegen den Server. Dann
reiche ich ihm ein Paar Stahlkappen für seine Schuhe. "Sie könnten uns helfen, wenn
sie die abgestürzten Server in der vierten Etage neu starten könnten. Ich muß noch
die Funktionalität der Alarmanlage prüfen."
"Natürlich!" ruft Dave als sei er wieder bei der Armee. Und offenbar ist ihm die
Herausforderung in der vierten Etage lieber als sein Büro ...
Später am Tag unterhalte ich mich mit dem Wachdienst über die ganze traurige
Geschichte. Dave ist - das bestätigt auch die Sekretärin - offenbar nicht gerade ein
geistig stabiler Mensch, der sich plötzlich in den Krieg in Vietnam, Korea oder
sonstwo versetzt fühlte und einen Amoklauf gegen die Rechner durch das Gebäude
veranstaltete.
"Ich bin wirklich verwundert, daß jemand wie er einen Waffenschein BEKOMMEN
konnte", kommentiert der PJ, der schon dafür sorgt, daß der nächste Arbeitstag von
Dave abwechslungsreich verläuft.
Und ich wünschte, ich hätte Dave nicht gesagt, daß morgen eine ´Kampf gegen
Viren´-Party stattfindet. Mit geschwärzten Gesichtern ....


Beurteilungszeit für den B.O.F.H. ...

Als sein direkter Vorgesetzter muß ich den jährlichen Beurteilungsbogen für den PJ
ausfüllen, während der neue Chef - Ausgabe II - als mein "väterlicher" (natürlich
nicht im biblischen Sinn) Vorgesetzter mich beurteilen soll.
Was für ihn ein kleines Problem darstellt, da er so neu ist, daß er sich auf die
Berichte seiner Vorgänger und der anderen Manager verlassen muß, um eine
Beurteilung zu schreiben, die mich glücklich macht, während sie zugleich nicht zu
unkritisch aussehen soll. Er hat mittlerweile festgestellt, daß er zu den weniger
populären Leuten in der Firma gehört, also wird er sich bemühen, sein Ansehen zu
steigern.
"Und, wie sieht es aus?" fragt er mich beiläufig nach den positiven und negativen
Punkten in der Beurteilung des PJs.
"Sehr gut, wirklich. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit seiner Entwicklung, obwohl
es da noch ein paar Dinge gibt, die mir nicht gefallen."
"Ja?" fragt der Chef, offensichtlich neugierig darauf, negatives über andere zu hören.
"Ja, gestern mußte ich feststellen, daß er EINEN Anruf beantwortet hat!"
"Das ist ja furchtbar!" ruft der Chef.
"Ich weiß - ich hätte es einfach klingeln lassen. Ich habe noch zu ihm gesagt: ´Das
ist nur ein Nutzer - er wird noch einmal anrufen, wenn das Neustarten des Rechners
das Problem nicht löst. Oder wenn der Schreibtisch in Flammen steht.´ Ich frage
mich, ob der PJ meint, er sei da, um den Nutzern zu helfen."
Der Chef lacht nervös, aber er glaubt mir nicht wirklich. "Schreibtisch in Flammen",
gluckst er.
"Also habe ich ihm erklärt, daß das Abstellen der Telefonklingel das moralische
Problem, sich zwischen dem Helfen oder dem Ignorieren zu entscheiden, lösen
würde."
"Nun, TECHNISCH betrachtet SIND sie da, um den Nutzern zu helfen ..." bemerkt
der Chef leise.
"Nein, in dem Punkt ist unser Vertrag eindeutig. Wir sind dafür verantwortlich, daß
die Systeme problemlos laufen - aber es wird nichts über Nutzer gesagt.
TATSÄCHLICH lasse ich die Nutzer nur AN DIE RECHNER, weil ich ein
hilfsbereiter Mensch bin, da sie THEORETISCH die Funktionalität der Technik
gefährden. Ich bin eben zu weichherzig ..."
Der Chef gluckst wieder nervös, da er diese Angelegenheit offenbar nicht weiter
vertiefen will. Stattdessen entscheidet er sich, zur ernsthaften Arbeit
zurückzukehren.
"Nun", beginnt er. "Dann kümmern wir uns mal um ihre Rolle ihre
Leistungsindikatoren ... >KRITZEL< ... Mal sehen ... VERFÜGBARKEIT DER
SYSTEME - befriedigend."
"Befriedigend?"
"Nun, mir wurde erklärt, es habe eine Menge unerwarteter Ausfälle gegeben, die sie
nicht angekündigt haben."
"Was? Ich kündige Ausfälle IMMER an!"
"Ja, aber ich glaube nicht, daß das Management das Übertragen von ... hm ... ´I´m
going down´ von Bruce Springsteen auf die Rechner der Nutzer als ordentliche
Ausfallankündigung akzeptiert!"
"Es sorgt dafür, daß die Nutzer ihre Rechner herunterfahren!"
"Da bin ich mir JETZT sicher - aber ich glaube, sie sollten den Nutzern VORHER
mitteilen, wann das Netzwerk ausfällt! Das war bei meiner letzten Tätigkeit nicht
anders."
"SIE HABEN ZEIT BIS ZUM ENDE DES LIEDES!" rufe ich.
"Ja, bis zum ´n´ ... Wie auch immer, machen wir weiter. Service-Anfragen
beantwortet - eingeschränkt."
"Natürlich geschieht das eingeschränkt! Ich kann mich nicht mehr beim Server der
Nutzerbetreuung anmelden, also habe ich keinen Zugriff auf die Datenbank!"
"Könnte das daran liegen, daß sie ... hm ... >BLÄTTER< eine Ecke der
Netzwerkkarte des Servers abgebrochen haben?"
"Ein Unfall. Ich habe nur versucht, das Vorhängeschloß, das den Rechner davor
schützen soll, geklaut zu werden, herauzuschneiden, da es nicht mehr brauchbar
war."
"Ja, weil jemand mit Epoxid-Harz ein Streichholz in das Schloß geklebt hatte."
"Stimmt, Vandalen gibt es anscheinend überall!"
"Sogar in Räumen, zu denen NUR sie und ihr Assistent Zugang haben, nicht wahr?"
"Ganz besonders dort. Das ist der letzte Ort, wo man etwas derartiges erwarten
würde. Offenbar steckt dahinter eine Strategie, um uns zu schaden!"
"Natürlich! Und deswegen leidet also die Qualität ihrer Arbeit? Weil eine defekte
Netzwerkkarte sie davon abhält, auf eine Datenbank zuzugreifen?"
"Ja. Aber wir kümmern uns um Probleme, die uns schriftlich gemeldet werden?"
"Wie?"
"Wir heften sie ab. Dabei haben wir eine hundertprozentige Erfolgsquote erreicht!"
"Sie haben alle Probleme beseitigt?!?"
"Nein, wir haben sie alle in den Mülleimer geworfen. Ups, ich meine das einfache
Ablagesystem für Problemmeldungen."
"Gut ... ich glaube, ich muß diesen Punkt in *SEHR* beschränkt ändern.
´Beschwerden über die Leistung´ - häufig."
"Bitte? Das kann ich aber nicht glauben!"
"Nun, wie es der Zufall will, liegt mir gerade eine Beschwerde über sie von einem
Manager der Finanzabteilung vor. Er sagt, es hätte Schwierigkeiten beim Versand
bestimmter Dokumente mittels E-Mail gegeben."
"Ja, wir haben für Anhänge von E-Mails eine Grenze von 2 Megybyte eingeführt, die
schnell überschritten wird, wenn ..."
"Sie sagten er solle seinen Terminkalender nehmen und in das Diskettenlaufwerk
seines Rechners stopfen, wenn er seine Termine mit der Sekretärin abstimmen will!!"

"Das ist doch lächerlich!" rufe ich und erinnere mich an den Spaß, den der PJ und ich
in dieser Angelegenheit hatten.
"Wir sind noch nicht fertig!" antwortet er, wobei er etwas lauter wird. "Er behauptet
ebenfalls, sie hätten ein paar Kopien von Red Hat Linux angeschafft und die
Ausgaben unter ´Brandschutz - Feuerwehrhelme´ abgerechnet!"
"Nun, dieses Betriebssystem ist für die Rechner des Wachdienstes bestimmt."
"Also haben sie es installiert?"
"Unglücklicherweise waren die Datenträger in ihren CD-Laufwerken nicht lesbar."
"Kein ISO-Format?"
"Nein, die Laufwerke waren mit eingeklebten Streichhölzern blockiert."
"Das ist einfach lächerlich!" ruft er. "Sie können doch nicht ernsthaft annehmen, sie
könnten all ihre Probleme mit Kleber und Streichhölzern lösen!"
"Stimmt. Deshalb habe ich mir gestern ein Lötset gekauft."
Einmal mehr entschließt sich der Chef, einen ernstgemeinten Hinweis zu ignorieren
und widmet sich stattdessen einer weiteren Anklage.
"Und hier - offenbar haben sie einen Nutzer überfallen?!?!"
"Ach was. Das war ein Irrtum, der jedem einmal passieren kann .... Wir waren dabei,
seinen Netzwerkanschluß zu konfigurieren, und haben ihn gefragt, welche Farbe er
für das Kabel bevorzugt. Und da habe ich ihn wohl nicht richtig verstanden, denn ich
nahm an, er hätte HAU gesagt statt blau."
"Seit wann gibt es denn so eine Kabelsorte?!"
"Jetzt. Bei uns."
"Aber wer würde danach verlangen?"
"Nun, bis jetzt erst eine Person ..."
Ab diesem Zeitpunkt geht es nur noch abwärts mit unserem Gespräch, und ich bin
gezwungen, mich in mein Büro zurückzuziehen, um micht davon zu erholen.
"Soll ich zu ihm gehen und ihn um eine mildere Bewertung bitten?" fragt der PJ und
spielt mit seinem neuen Elektroschocker, den er gerade als ´Unterbrechungsfreie
Stromversorgung´ angeschafft hat.
"Oh, ich denke, die Sache wird sich von selbst entspannen."
"Was, sie wollen den Kampf aufgeben?" fragt der PJ überrascht.
"Nein, es scheint so, als hätte gestern jemand seinen Türgriff festgelötet, so daß er
ihn nicht mehr drehen, und sein Fenster zugeklebt, so daß es nicht mehr geöffnet
werden kann."
"Diese Hunde!" ruft der PJ empört.
"Ja.Wir können nur hoffen, daß sie nicht auch noch seinen Schreibtisch in Flammen
aufgehen lass ..."
>Bimmel< >Bimmel< >Bimmel<


Ein Spezialist wird gerufen ...

"... und in diesem Fall sollten wir einen Spezialisten herbeirufen, der uns helfen
kann." antwortet der Chef auf die schlechte Nachricht, daß weder der PJ noch ich
etwas über ´E-Shopping´ wissen - und auch keine Lust haben, uns damit in der
näheren Zukunft abzugeben. "Und tatsächlich weiß ich auch schon, wer dafür der
geeignete Mann ist! Ich habe mit ihm einmal in Beirut zusammengearbeitet, müssen
sie wissen."
"Beirut ist ja DAS HERZ des elektronischen Handels!" kommentiert der PJ trocken.
"Das hat doch damit nichts zu tun! Wie auch immer, damals hat er sich noch nicht
mit Computern befaßt, sondern Flugzeuge repariert."
"Also ist er eher ein Schraubenzieher-Profi als ein Computer-Spezialist?" lache ich,
da ich der Versuchung, einen Seitenhieb anzubringen, kaum widerstehen kann.
"Natürlich nicht! Das war doch schon vor Jahren! Nein, heute ist er wirklich SEHR
groß in der Computer-Branche."
"Was wohl bedeuten soll, daß er nicht unbedingt GUT darin ist?" fragt der PJ
spitzfindig ...
"WISSEN SIE WAS, ER IST GENAU DER MANN, DEN WIR BRAUCHEN! Und
ich *WERDE* ihn zu uns holen!" ruft der Chef und verkündet uns das Ergebnis
seines Entscheidungsprozesses.
...
"Das sieht nach Arbeit aus!" erkläre ich dem PJ, als wir uns in die Sicherheit unseres
Büros zurücgezogen haben.
"Aber er klang doch gar nicht SO schli ..."
"Merken sie sich meine Worte. Er wird seinen eigenen Satz Schraubenzieher
mitbringen, den er seit den Flugzeug-Tagen besitzt UND den er benutzt hat, um
Computer zusammenzuschrauben, als er davon leben mußte - und er wird einen
kompletten Satz neuer Schlagworte mitbringen, die vorher noch niemand gehört hat."
"Ach, ich glaube trotzdem ni ..."
"Er gehört zu der Sorte, die sich beim Management anbiedern und sich für Ausfälle
entschuldigen. Er wird nach einer Woche wieder verschwinden, sein Projekt wird
toter sein als das Beta-Format für Videos UND man wird uns beschuldigen, nicht
genügend mit ihm zusammengearbeitet zu haben!"
"Warum warten wir nicht einfach ab, wie ..."
"100 Pfund?" frage ich, um meine Vorhersage mit handfesten Argumenten zu
untermauern.
"Die Wette gilt!" ruft der PJ, dessen Verstand bei der Aussicht auf das Geld
offenbar aussetzte.
...
Ich weiß auch nicht, wieso der PJ so süchtig nach Wetten ist. Was auch immer dafür
verantwortlich ist, es kann nicht gut für ihn sein. Und deshalb fühle ich mich immer
wieder verpflichtet, sein Geld anzunehmen, damit er daraus lernt.
...
Und für MEIN Geld sieht es sehr gut aus, als Jim, unser neuer Experte, am
folgenden Tag eintrifft - wie es der Zufall wollte, hatte er gerade Zeit zwischen zwei
Aufträgen, erklärt er uns.
Das überrascht mich nicht.
"Man hat mir gesagt, sie seien ein wahres Genie, wenn es um diese
Online-Handels-Geschichte geht?" frage ich ihn beiläufig, als wir die
Begrüßungsformalitäten hinter uns gebracht haben.
"Online-Handel?" fragt er ahnungslos.
"Ja, sie wissen schon, E-Shopping, E-Commerce - all das."
"Nein, ich - OH! Sie meinen internetgestütztes kommerzielles Marketing! So nennen
wir es nämlich."
"´Wir´ ist wer?"
"Oh, wir Leute im Handel."
Der PJ kann dabei zuschauen, wie seine 100 Pfund den Bach hinuntergehen und
entscheidet sich, Jim mit ein paar Hinweisen zu unterstützen.
"Kann ich ihnen vielleicht unsere Serverplattformen für den Handel zeigen, unsere
zertifizierten Server-Programme und die Benutzerschnittstellen vorführen?"
Was für ein Schummler!
"Nein, nein. Ich bin sicher, daß das auch von selbst läuft. Was wir brauchen, sind
leuchtende blinkende Bilder als Blickfänger auf der Firmen-Website, um die
Besucher auf den elektronischen Handel hinzuweisen."
"Animierte Bildchen sorgen dafür, daß Leute von nah und fern unsere Website
besuchen?" frage ich ihn, während ich dem PJ schon einmal zeige, daß ich in meiner
Geldtasche schon Platz für sein Geld geschaffen habe. "Das klingt doch recht
abenteu ..."
"Offensichtlich erhöht eine maßgeschneiderte Portalseite das Vertrauen der Kunden
in unsere Firma." meint der PJ, als der Chef hereinkommt.
"Das sehen sie es!" ruft der Chef, der glaubt, semi-positive Argumente zu hören.
"Ich wußte doch, da Jim unser Mann ist. Nun, über welchen Zeitrahmen reden wir
eigentlich?"
"In einer Woche sollte es laufen", antwortet Jim und nennt eine Zahl, die er wohl aus
seinem Hintern gezogen hat.
EINE WOCHE SPÄTER
"... weil sie mich nicht ausreichend bei der Installation der Programme unterstützt
haben!" plappert Jim. "Aber ich BIN SICHER, da ich es in einer Woche geschafft
hätte, wenn ich alles SELBST gemacht hätte ..."
"Oh, ich bin sicher, daß sie sich auf diese beiden Herren VERLASSEN können",
murmelt der Chef mit einem drohenden Unterton in der Stimme, die uns bedeutet, daß
wir keine Wahl haben.
EINEN TAG SPÄTER
"Das ist fantastisch!" ruft der Chef, als er sich die Website anschaut, die mehr
geklaute Informationen anbietet, als eine durchschnittliche Website mit Raubkopien.
"Diese bewegten Bilder SIND wirklich ein Blickfänger, nicht wahr?"
"Wie ein Verkehrsunfall", stimme ich ihm zu. "Es ist nur schade, daß Jim nicht mehr
hier ist. Was hat er doch gleich geschrieben?"
"Oh, er hinterließ eine Nachricht, in der er sagte, daß er zurück nach Beirut fliegen
will - anscheinend hat er schon gepackt und ist abgeflogen - immerhin hat er noch
die Arbeit hier fertiggestellt."
EINE MINUTE SPÄTER
"Und sie wollen wirklich den ganzen Ruhm Jim überlassen?"
"Für eine Website, die massenweise urheberrechtlich geschützte Bilder und andere
Inhalte anbietet, was uns zwangsläufig rechtliche Probleme einringen wird? Ja, ich
glaube schon."
"Aber dann wird er dafür bezahlt!" wendet der PJ ein.
"Stimmt. Aber wenn er in Beirut ankommt, wird er sich sicher über das Geld freuen."
"Aber fliegt er wirklich nach Beirut?" fragt der PJ nachdenklich. "Für mich sieht das
alles etwas zweifelhaft aus."
"Ich bin mir ganz sicher, daß er unterwegs ist nach Beirut."
IN DER ZWISCHENZEIT IN EINER HOLZKISTE MIT DER AUFSCHRIFT
"LEBENDES TIER" IN EINER LAGERHALLE DES FLUGHAFENS
"MMMmmmMMMMF!!!"
"MMMMMmmmMMMMMMMMM MMM M MMMMMMFFF!"
"MMMMMMMMMFMFMFMMMMFFF!"
Wissen sie, 100 Pfund sind nun einmal 100 Pfund ...


Der B.O.F.H. übernimmt die Reiseplanung für den Firmenwanderer ...

Ich bin gerade dabei, ein Programm zu testen, das ich eben zusammengetippt habe,
mit dem ich die vom Management besuchten Webseiten auswerten will, denn es
stehen einmal wieder Verhandlungen über Lohnerhöhungen an, in die ich nicht
unvorbereitet gehen will.
Und ich hasse den Firmenwanderer. Jede Firma hat einen - es ist die Person, die
neben dem Spielen von Solitär keine wirkliche Aufgabe hat. Und um dies zu
verbergen, verbringt diese Person die meiste Zeit damit, mit anderen in deren Büros
zu "arbeiten".
"Morgen", murmelt er und ignoriert die Tatsache völlig, daß er ungefähr so
willkommen ist, wie Bill Gates auf einer Party von Linux-Nutzern. "Was machen sie
gerade?"
"Ah, ich suche Programmfehler." antworte ich und versuche, mich weiter auf meine
Tätigkeit zu konzentrieren.
"Wissen sie was? Ich habe früher auch selber programmiert", legt er los, wobei er
sich zweifellos an die technischen Höchstleistungen erinnert, die er erreichte, wenn
er sich daran erinnerte, am Zeilenende die ´Return´-Taste zu drücken.
Nennen sie mich einen Pedanten, meinetwegen auch ein ELITÄRES GROSSMAUL,
doch wenn es etwas gibt, das mir *WIRKLICH* auf die Nerven geht, dann ist das
jemand, der meint, er sei ein ´Programmierer´, weil er beim Gang zum Geldautomaten
eine Geheimzahl eintippen muß, Texte mit einer Textverarbeitung erstellt und dabei
nur dummes Zeug von sich gibt. -
Wir haben die alten Black Boxes benutzt", fährt er fort. Offenbar hat er aber
niemals auch nur eines dieser Dinger benutzt, die nicht voller Hilfeseiten und
Assistenten sind, während es damals nur die Funtionstasten gab, die aber meistens
wenig Hilfe boten, so daß man alles selbst herausfinden mußte ...
Ziellos plappert er ohne Punkt und Komma weiter und ich frage mich, wie lange er
wohl noch braucht, um zur großen Tabulator-Tasten-Krise von 1983 zu kommen und,
noch wichtiger, ob wohl jemandem ein 6 Fuß hoher Schrank für Rechentechnik im
Müllcontainer neben dem Firmengebäude auffallen würde ....
"... so oft, wie wir mit der F2-Taste das Dokument neu anlegen mußten - ich kann
mich nicht mehr genau daran erinnern, aber das war der letzte Ausweg, zu dem wir
manchmal greifen mußten. Ich sage ihnen was - soll ich ihnen nicht bei ihrem
Programm helfen. Früher war ich ziemlich gut mit Computern - ich habe ein wenig
mit dem Editor programmiert und all diese Sachen ...!"
"In Ordnung", antworte ich und frage mich, ob er mich wohl in Ruhe läßt, wenn er
merkt, daß er keine Ahnung von dem hat, was ich mache. "Was wissen sie über
Perl?"
"Pearls? Perlen, hm, die gibt es zum 30jährigen Firmenjubiläum." plappert er stolz.
"Nein, Perl, die Skriptsprache", sage ich mit spitzer Zunge.
"Ist das wie vi?" erwidert er. "Ich habe ein paar Sachen in vi programmiert - kein
großer Meister, natürlich, aber ein talentierter Amateur, würde ich sagen."
Arghhhh ...
Mein Geist ist nun leerer als ein leeres Blatt Papier und begrüßt die Unterbrechung,
die der Anblick des PJs in der Tür bietet. Er und meine letzte Hoffnung verschwinden
schneller als die Alkoholvorräte auf einer Pressevorstellung, noch BEVOR der
Firmenwanderer überhaupt mitbekommt, daß der PJ da war und die Gelegenheit daher
nicht nutzen kann, ihn mit Geschichten aus der Zeit zu nerven, als er ein Assistent
war und die Schraubenzieher damals viel einfacher zu bedienen waren als die
heutigen Elektro-Schrauber.
Dieser Bastard!
"Nun, es hat mit vi NICHT viel zu tun - ich versuche herauszufinden, wieso ein
Datenfeld überzulaufen scheint, obwohl es nur eine gewisse Anzahl von Einträgen
speichern SOLL, die alle aus mehr als einem Zeichen bestehen."
"Ähm ..."
Ich bin mir sicher, daß er mir bis zum Begriff ´Datenfeld´ folgen konnte, also kann es
nicht schaden, noch etwas weiter zu bohren ...
"Haben sie etwas derartiges shon bei ihrer Arbeit mit vi erlebt?"
"Äh ..."
"Oder hatte ihre Arbeit eher etwas mit der Skalierbarkeit zu tun?"
"Nun, wie ich schon sagte, ich habe die Black Boxes programmiert, die im alten
Gebäude standen - und ich kann ihnen sagen, daß wir damals manchmal nicht
wußten, WELCHE Tasten wir eigentlich drücken sollten!"
Mir wird klar, daß mein Dummy-Modus-Plan gescheitert ist - er *LEBT* diesen
Modus, also ist er immun gegen dessen Wirkungen. Was mich zum Ersatzplan
übergehen läßt ...
"Das kann ich mir gut vorstellen", stimme ich ihm zu. "Tatsächlich glaube ich zu
wissen, daß das Problem vom dritten Datenfeld-Desynchronisations-Zähler
verursacht wird. Und dafür liegt die Ursache in der Hardware!"
"Hardware!!" keucht er. "Also, *DAMIT* kenne ich mich aus!"
Ich irgnoriere die Erinnerung daran, wie oft wir gerufen wurden, nachdem er
jemandem mit PC-Problemen ´geholfen´ hat und rede weiter. "Da könnten sie mir
sicher wirlich helfen. Hier, ich zeige es ihnen ..."
"Das ist ein leere Computerschrank!" sagt er, als ich auf den besagten Schrank
zeige.
"Nein, der Desynchronisationszähler ist an der Rückseite angebracht. Das ist nur
der Kühlraum!"
"Oh, das ist mir klar >hineinkletter<. Und das was aussieht wie eine
geräuschdämmende Verkleidung ist eine Form von thermischer Isol ..."
>*KLATSCH*<
Und so werden meine Bemühungen, ein Programm, das ich eben zusammengetippt
habe, nach Fehlern zu durchsuchen, noch einmal unterbrochen, als ein großer
Müllwagen unter meinem Fenster vorbeidonnert.
Zum Glück habe ich seine Ladefläche nicht verfehlt.
So, aber nun zurück zu meinem Programm und zur Frage, was *strptr++ WIRKLICH
macht ...


Licht aus für den Spezialisten ...

Ich bin dabei, einen Routinefehler ("Mein Rechner funktioniert nicht.") im
Erdgeschoß zu untersuchen - was ich wegen der seltsamen Typen, die dort in
Massen auftreten, hasse wie die Pest - als meine Untersuchungen mich dazu
bringen, erstmalig den Serverraum im Erdgeschoß zu betreten.
Mit einigen Befürchtungen - ich habe schließlich dieses Räume in den anderen
Etagen des Gebäudes schon gesehen - öffne ich die Tür, werfe schnell einen Blick
hinein und schmeiße die Tür wieder zu.
Nun, ich VERSUCHE, die Tür wieder zu schließen, doch bei all den Kabeln, die mir
entgegenquellen, kann ich das nur dadurch sichern, daß ich einen Keil unter die Tür
schiebe, bevor noch mehr Kabel ihren Weg in die Freiheit suchen. Dann mache ich
mich auf die Suche nach dem Chef.
"Was", frage ich ihn, als er schnaufend im Erdgeschoß ankommt. "Was *ZUM
TEUFEL* ist DAS?"
"Das ist ein SERVERRAUM!" bricht er seinen bisherigen Rekord im Entziffern der
Türbeschriftung ohne sich auf die Zunge zu beißen.
Ich öffne die Tür, um ihm den Schrecken des Raumes dahinter zu enthüllen. Ein
Rattennest voller Kabel, Thinwire und Thickwire, Kabeln, die aussehen, als seien sie
serielle Kabel ohne Abschirmung, Twisted Pair und - großer Gott! - etwas, das
aussieht, wie ein mißglücktes Token Ring-Experiment ...
"Offensichtlich muß hier etwas aufgeräumt werden ...." stimmt der Chef widerwillig
zu.
"Etwas?"
"Nun, sie dürften es schaffen, ohne einen Ausfall zu verursachen, aber vielleicht
könnten sie dabei gleich, nun, die Nutzer neu verkabeln, immer ein paar gleichzeitig."
Ein paar Minuten und eine "So ist das Leben"-Beratung später ist der Chef über die
unendlich kleine Wahrscheinlichkeit unterrichtet, das Chaos ohne einen spürbaren
Ausfall beseitigen zu können.
"Na gut. Also schaffen sie es in der Nachtschicht?"
"Eine Nacht würde es schon dauern, um die Kabel aus den Maschinen
herauszuziehen - wenn wir einen Rasenmäher und eine Axt benutzen würden.
Nebenbei, wir können ohnehin nur raten, was hier womit verbunden ist."
"Was schlagen sie vor?"
"Jemand muß herkommen und sich darum kümmern."
"Jemand?"
"Jemanden, der sich mit Netzwerktechnologie auskennt ..."
Der PJ blickt sich heimlich nach einem Ausweg um.
"... und etwas jünger und beweglicher ist als ich ...."
Der PJ beginnt zu schwitzen ...
"... jemanden, der für ein paar Tage verschwinden kann ohne daß jemand es bemerkt
und sich Sorgen macht!"
"EIN SPEZIALIST!" rufen der PJ und der Chef gemeinsam, beide froh darüber, daß
die genannten Kriterien auf sie nicht exakt zutreffen ...
"Ja, und wer wäre besser geeignet, als jemand, der die Verkabelung aus erster Hand
KENNT, jemand, der sie möglicherweise SELBST verlegt hat", rufe ich, als ich einen
Werbeaufkleber auf der Rückseite der Tür ertaste.
"DER ORIGINAL-SPEZIALIST!" leuchtet eine Glühbirne über dem Kopf des Chefs
auf.
BINGO!
... AM NÄCHSTEN TAG ...
Es sind ein paar Stunden vergangen, seitdem der Kabel-Spezialist gekommen
ist - natürlich hat er sich abwertend zum Chef über die ´heutigen IT-Ahnungslosen´
ausgelassen, als er annahm, wir könnten ihn nicht mehr hören. Nachdem er einen
enorm hohen Stundensatz ausgehandelt und den Vertrag unterschrieben hatte, ging
er schließlich tatsächlich an die Arbeit.
"Der arme Hund", murmelt der PJ leise und schüttelt nachdenklich den Kopf, womit
er einmal mehr beweist, daß er keine Abneigung gegenüber Leuten empfindet, die
seinen guten Namen verunglimpfen.
"Aber nicht arm genug, um den Keil nicht trotzdem unter die Tür zu schieben, als er
den Raum betreten hatte ..."
"Ich war besorgt wegen ... hm ... hm ... möglicher Schwierigkeiten mit dem Kühler im
Lüftungsschacht über dem Raum." improvisiert er.
"Wir HABEN keine Kühlaggregate in dem Lüftungsschacht ...."
"Oh. Na gut."
...
Schließlich öffnen wir die Tür, nachdem es Beschwerden über den "Ausfall des
Internets" bekamen, und stellen fest, daß die arme Sau ziemlich verwirrt zu sein
scheint.
"Welcher Hund von ihnen beiden hat das Licht abgeschaltet?" schreit er uns etwas
hysterisch an.
"Sind sie sicher, daß das kein Ausfall der Sicherung war - das passiert hier ständig!"
schlägt der PJ hilfsbereit vor. "Vielleicht haben sie ja minderwertige Kabel
verlegt ..."
"Natürlich! Und es ist auch REINER ZUFALL, daß der Türgriff an der Innenseite der
Tür fehlt UND eine Kiste mit Verbindungsstücken GANZ ZUFÄLLIG durch den
Lüftungsschacht herabstürzte."
"Da sind sie also gelandet!" antwortet der PJ. "Ich habe sie wirklich überall gesucht!
Natürlich war es dunkel, im Lüftungsschacht gibt es kein Licht, so daß ich sie
möglicherweise durch einen Spalt gestoßen haben könnte ...."
"... dann stürzte ich über die Abdeckung des Bodenventilators, die nicht korrekt
gesichert war!" jammert unser Spezialist weiter.
"Und mein Gott, sie haben eine kleine Unordnung produziert!"
"Es herrschte schon Unordnung, als ich begann!"
"Ja, aber das war eine FUNKTIONIERENDE Unordnung. Deshalb stehen ja auch
umfangreiche Haftungsklauseln in den Standardverträgen unserer Firma - um in
einer solchen Situation für die entgangenen Gewinne entschädigt zu werden. Ich will
gar nicht darüber nachdenken, was sie dafür zahlen müssen!"
"Aber das hat doch alles nichts mit mir zu tun!"
"Die Kabel haben sich von selbst aus den Steckdosen und dem Switch gezogen?"
"J-Nein, aber das war nicht mein Fehler!"
"Natürlich nicht. Sie waren es ja auch nicht, der all die Kabel ursprünglich verlegt
hat, eine Unsumme dafür verlangt hat, indem er die längstmöglichen Kabelstücke
benutzt hat, die die Technologie zuläßt. Sie waren es natürlich auch nicht, der ihre
damalige Arbeit nicht dokumentiert hat, keines der Geräte beschriftet und keinen
Ersatz bereitgestellt UND sich nicht an die elektrischen Vorgaben gehalten hat. Ich
bin ganz sicher, daß das Gericht in ihrem Sinne entscheiden wird."
"GERICHT?!"
"Nun, diese Angelegenheiten landen immer vor Gericht, wenn es zu Ausfällen in
diesem Ausmaß gekommen ist. Und die Neuverkabelung wird sie noch weitere Tage
kosten, was weitere Ausfälle bedeu ..."
"Was soll ich nur tun?"
"Nun, ich vermute, daß sie ein paar Leute anheuern sollten, die über intime
Kenntnisse der Netzwerkstruktur verfügen und ihnen helfen könnten. Allerdings wird
das so kurzfristig sicher nicht billig ..."
"Ich werde zahlen!!!"
"Nun, ich glaube, dann könnten wir ihnen aushelfen. Natürlich brauchen wir
jemanden, der die Glasfaserkabel in der gesamten Etage neu verlegt ...."
Und so kommt es, daß er uns seine helfende Hand reicht. Und kaum hat er den
Scheck über eine größere Summe unterzeichnet, erklären wir, daß es sich um einen
angekündigten Ausfall für Wartungsarbeiten gehandelt hat, damit er die
Glasfaserkabel im Kellergeschoß verlegen kann.
Und während der PJ die Sicherung im Keller gegen eine mit Wackelkontakt
austauscht, staple ich ein paar Kisten mit Terminatoren im Lüftungsschacht.
Es funktioniert alles wie ein Uhrwerk ...


Wenn sie denken, der B.O.F.H. sei verschwunden ...

Es läuft schon eine ganze Weile alles normal und ohne größere Probleme, und es gibt
Gerüchte, daß sie ihre Schärfe verloren hätten! Wissen sie wirklich noch, was eine
vollständige Ausgabe von Handbüchern ist und wie heftig sie damit auf Nutzer
einschlagen müssen, die nerven?
Dieser einfache Test kann ihnen helfen, ihr Niveau wiederzuerlangen ...

1. Sie kommen um 8:17 Uhr zur Arbeit, wo sie schon ungeduldig von jemandem
erwartet werden. Jeder weiß jedoch, daß sie erst um 8:30 Uhr mit der Arbeit
beginnen, nachdem sie das Zeitungsstudium beendet haben. Doch ihr Gast ist neu
und sie spüren Mitleid mit ihm.

A.Sie helfen ihm, sein Problem zu lösen.
B.Sie klären ihn über ihre normalen Arbeitszeiten auf und helfen dann bei der
Problemlösung.
C.Gehen zur Routine über, um den geregelten Ablauf des restlichen Tages
nicht zu gefährden.wird in den Mülleimer geworfen.
D.Studieren bis 9:00 Uhr die Zeitung, um ihre Haltung zu untermauern.
E.Sie bringen ihm bei, was sie unter ´nur ein paar Augenblicke Geduld´
verstehen, indem sie mit ihm einen Ausflug in den Serverraum unternehmen
und ihn die Wirkung des Feuerlöschgases spüren lassen.

2. Ein Nutzer, der mit den einzelnen Innenteilen seines PC herumgespielt hat, um
herauszufinden "wie sie funktionieren" wird bezeichnet als:

A.ein Hacker?
B.ein Herumpfuscher?
C.ein Idiot?
D.ein Techniker?
E.Patient in einer Klinik. Möglicherweise?

3. Der Film über jemanden, der den System-Administrator genervt hat, hieß

A.Das Netz?
B.Matrix?
C.Marry Poppins?
D.Eine Frage der Ehre?
E.E. Todessehnsucht II?

4. Sie gehen mit ihrem Chef, einem Verkäufer und einem Erbsenzähler asiatisch
essen. Ihre größte Sorge ist:

A.daß der Erbsenzähler das großartige Geschäft, das sie gerade gemacht
haben, absegnet.
B.daß ihr Atem nach dem Essen noch gut ist.
C.daß sie rechtzeitig wieder in ihrem Büro sind.
D.wie viele kalte Eisvögel sie in einer Stunde verdrücken können.
E.wie sie eine Handvoll gehacktes Chili ins Essen des Erbsenzählers
schmuggeln können ohne dabei aufzufallen.

5. Die Arbeitsschutzinspekteure besichtigen ihren Arbeitsplatz und stellen eine
extreme Gesundheitsgefährdung fest.

A.Sie meinen damit offensichtlich die scharfen Kanten an den Metallschränken
und Regalen.
B.Sie meinen damit den Rechner, den sie reparieren ohne die Stromversorgung
unterbrochen zu haben.
C.Sie meinen damit die entfernten Bodenabdeckplatten im Rechnerraum.
D.Sie sind schockiert über die fehlende externe Frischluftzufuhr.
E.Sie haben offenbar übersehen, daß sie die Beschriftung der Knöpfe zum
Öffnen der Tür und zum Auslösen des Feuerlöschgases vertauschten, als sie
den Raum betraten.

6. Ihr Lieblings-Ingenieur hat Geburtstag. Sie wollen ihm ein Geschenk machen, das
er sich schon immer am meisten gewünscht hat. Sie schenken ihm:

A.einen entmagnetisierten Minischraubenzieher, in dessen Schaft sein Name
eingeritzt ist.
B.ein Buch mit dem Titel "Elektronik für Anfänger".
C.ein "Windows für Einsteiger"-Buch.
D.eine Wartungsanleitung für die Technik, für deren Funktionieren er zuständig
ist.
E.einen größeren Hammer.

7. Ein Nutzer hat sie schon dreimal in einer Woche damit genervt, daß er sein
Passwort vergessen hat.

A.Sie ändern es für ihn.
B.Sie ändern es in etwas wie: ´IchliebeAnalsexOhja´.
C.B., dann entziehen sie ihm die Rechte, es wieder zu ändern.
D.C., dann sorgen sie dafür, daß sein Passwort im Klartext und groß auf seinem
Bildschirm angezeigt wird.
E.D., dann holen sie ihren Lötkolben und ihr ´Handbuch für Tätowierer´ hervor.

8. Ihr Chef kommt vorbei, um sich mit ihnen darüber zu unterhalten, daß sie zuviel
Zeit im Internet verbringen.

A.Sie geben zu, daß es in der letzten Zeit doch etwas viel war.
B.A., aber sie sagen, daß alles Seiten, die sie angeschaut haben, etwas mit
ihrer Tätigkeit zu tun hatten.
C.Sie leugnen alles.
D.Sie leugnen alles und machen einen anderen für das erhöhte
Datenaufkommen verantwortlich.
E.Sie geben alles zu, lassen dann auf ihrem Monitor die Protokolle anzeigen,
wer alles die einschlägigen Pornoseiten besucht hat und versprechen, Namen
zu nennen.

9. Jemand hat den Schlüssel zum Aufbewahrungsschrank für die Sicherungskopien
verloren. Sie sind jetzt extrem besorgt:

A.weil sie nun keinen Aufbewahrungsort mehr für die Sicherungskopien haben.
B.weil sie nun nicht mehr an die Sicherungskopien herankommen, wenn sie
gebraucht werden.
C.weil sie gar nicht gewußt haben, daß es Schlüssel für den Schrank *GAB*.
D.weil der Interessent, dem sie den Schrank angeboten haben, jeden Tag
auftauchen kann.
E.weil der Inhalt ihres Spirituosenlagers nun für jedermann zugänglich ist.

10. Sie treffen sich mit ihren Benutzern, wo sie gefragt werden, wieso sie so häufig
ihr Hochspannungswerkzeug zur Fehlersuche verwenden.

A.Sie stimmen zu, es niemals wieder einzusetzen.
B.Sie stimmen zu, es nur noch mit einer Spannungsbegrenzung einzusetzen.
C.B., und sie versprechen, es niemals bei Datenträgern anzuwenden.
D.C., und sie versprechen, auch die Schaltkreise der Telefon zu verschohnen.
E.B. und C., solange Geschlechtsteile nicht verboten sind.

Wie lautet die Antwort?
Wie bei den meisten Tests dieser Art gibt es keine richtige Antwort, nur Antworten,
über die sie selbst nachdenken müssen und ihre Schlüsse ziehen sollten. Es sei
denn, sie sind ein Microsoft Certified Engineer (MSCE), denn in diesem Fall wird
ihnen die Auswertung in leichtverdaulichen Häppchen serviert werden.
Wir danken für ihren Anruf beim Bastard-Service, sie sind Anrufer Nummer 473.


Wer gab dem Trottel diesen Posten?

Der Chef sieht aus wie ein Außerirdischer, als er mit seinem brandneuen Spielzeug
auf dem Kopf, einem Headset, in unser Büro spaziert. Und dummerweise gehört er
nicht zu den Außerirdischen, die man zur Erde geschickt hat, um die Ursache für das
seltsame Klappern zu finden. Und das geht mir langsam wirklich auf die Nerven.
"Wo kommt diese Klappern eigentlich her?" frage ich den PJ und ertappe mich dabei,
laut zu denken.
"Welches Klappern?" fragt der Chef.
Nun, die Gelegenheit will ich mir dann doch nicht entgehen lassen ....
"Ein klapperndes Geräusch. Beinahe so, als wackle etwas in einer Verankerung ..."
"Das ist ein Gebäude, das ist nicht mit Ankern am Boden befestigt." antwortet er.
"Oh, mein Fehler", seufze ich.
Schade.
"Ja, ja", murmelt der Chef dann in sein Mikrofon, das an einem Kabel baumelt. "Uh,
hmmm ... Richtig!"
Der PJ und ich warten gespannt auf die Neuigkeiten, die *ENORM* wichtig zu sein
scheinen, wenn sie eine mobile Konversation wie diese nötig machen.
"Dieser Virus ist wieder da!" ruft der Chef schließlich.
"Welcher?"
"Dieses Liebesding. Sie hatten ihn vor einer Weile schon einmal - unter einem
meiner Vorgänger." antwortet er selbstgefällig.
"Ach so, der Virus, der sich selbst an alle Adressen verschickt, die er im
Adressbuch findet, wenn man so blöd ist, die Nachricht aufzurufen. Wenn man so
blöd ist, Outlook zu benutzen, wenn man blöd genug ist, keinen aktuellen
Virenscanner installiert zu haben ..."
"Kann denn wirklich jemand SO blöd sein?" fragt der Chef, der uns mit dem, was er
unter technischer Kompetenz versteht, beeindrucken will.
"Nun, Bill Gates lebt von solchen Leuten. Und das nicht schlecht." wirft der PJ ein.
"Programmiert er etwa auch die Viren?"
Was uns zum Kern des Problems führt. Noch SCHLIMMER als ein Chef, der etwas
von Technik versteht, ist ein Chef, der glaubt, Erfahrung und Sachverstand werden
mit dem Titel verliehen - also zum Beispiel glaubt er, er könne ein Netzwerk
betreuen, weil er zum IT-Manager ernannt wurde ... Ähnlich ist es mit dem Headset.
Und dem brandneuen PC und dem Laptop, die er als ´IT-Profi´ angefordert
hat - komplett mit einem externen Wartungsvertrag für die installierte
Antiviren-Software. Ähnlich ist es mit seinem eingebildeten Sachverstand ...
Seufz.
"Nein, nicht wirklich. Wie auch immer, wir benutzen ein Programm, das eingehende
E-Mails automatisch prüft, so daß wir relativ sicher sind, was diesen speziellen
Virus und seine Varianten betrifft." antworte ich. >GEISTESBLITZ< "... aber wir
sind ein wenig besorgt über die Menge an pornographischen Bildern, die täglich an
unsere Nutzer geschickt wird."
Das ist ein Thema, bei dem er mitreden kann, also widmet er uns nun seine volle
Aufmerksamkeit. Und dabei ist er so schnell, daß es aussieht, als hätte er gerade
das Geheimnis der Teleportation entdeckt. Aber natürlich ist er als IT-Manager eher
an dem Problem interessiert und nicht an der Pornographie ... Seufz.
"PORNOGRAPHIE sagten sie?"
"Ja, ganze Ladungen davon!" antworte ich. "Und ich glaube ´Ladung´ ist der richtige
Begriff. Ich bin gerade dabei, die Daten bei dem betreffenden Nutzer zu löschen und
ihn zu warnen, doch es scheint so, als hätte er das Verzeichnis mit der Hälfte seiner
Abteilungskollegen geteilt!"
"Wäre es nicht besser ... ein paar Beweise zu sichern?" dessen Neugier mit seiner
professionellen Zurückhaltung zu kämpfen schein. "Nur für den Fall, daß er es
leugnet?!"
Der Köder ist ausgelegt, und er hat angebissen ...
"Nein, dafür haben wir nicht genügend Speicherplatz. Sehen sie, es sind Gigabytes!"
Ich zeige ihm ein Netzlaufwerk, auf dem sich ein paar hundert Megabytes mit
Pornographie befinden und zeige ihm ein paar Bilder, um sein Interesse in die richtige
Richtung zu lenken.
"Er hat sie sogar nach Kategorien sortiert!" ruft der PJ überrascht.
"Das stimmt!" fügt der Chef hinzu, der offenbar überrascht ist, wie schnell der PJ zu
diesem Schluß kam.
(Wenn wir einmal davon ausgehen, daß wir gerade das Archiv des PJs anschauen,
ist das freilich nicht besonders überraschend.)
"Wie auch immer, es wäre sicher besser, wenn wir sie löschen, um Speicherplatz auf
dem Server freizugeben", schlage ich vor und ziehe die markierten Dateien auf das
Papierkorbsymbol.
"ICH GLAUBE, wir sollten einen Beweis sichern. Was ist, wenn dort irgendwo
Dateien gespeichert sind, die wirklich arbeitsrelevant sind? Was ist, wenn er alles
leugnen würde und behaupten, die Bilder seien niemals vorhanden gewesen?"
"Ich kann sie ja verstehen, aber wir haben wirklich nicht genügend Speicherkapazität
auf dem Server, wie sie sehen können ..."
"Ah, stimmt. Aber wir könnten meine Maschine nehmen - ich habe eine 18
Gigabyte- Festplatte mit einem Pentium III 866!" ruft er und leiert die
Ausstattungsmerkmale seines PCs runter (offenbar ein beliebtes Party-Spiel) wie
ein Maschinengewehr. "Und 256 Megabyte Arbeitsspeicher!"
(Wenn das nur der Fall wäre - nach dem großen Hardware-Raub in der vergangenen
Woche ... Gut, das Umprogrammieren des BIOS, damit es falsche Informationen
liefert, dauerte länger als das Austauschen des Prozessors und des
Arbeitsspeichers, aber die Mühe hat sich gelohnt ...)
"Nun, ich glaube, wir könnten darauf die Bilder für ein Weile speichern ..." stimme ich
zu. "Nur für den Fall, daß jemand nachfragt."
... Zwei Tage später ...
"Der Chef arbeitet ziemlich lange." meint der PJ später, als wir den Pub unter dem
Einfluß eines gewissen Hopfenderivats verlassen und einen leichten Lichtschimmer
hinter den Gardinen seines Büros bemerken.
"Ja, aber er ist ein gefeuerter Mann!" stimme ich ihm zu. "Nicht jeder würde Beweise
so gründlich ´katalogisieren´ ..."
"Sie glauben, er geht in dieser Nacht nach Hause ..."
"Zumindest um sich zu waschen und die Kleidung zu wechseln ...."
... Weitere zwei Tage später ...
"Und als sie seine Bürotür öffneten fanden sie ihn splitterna ..." schwatzt seine
Sekretärin Sharon mit ihrer Freundin in der Kantine, wobei sie ein Headset benutzt,
daß uns recht bekannt vorkommt. Sie unterbricht sich, denn offenbar stören wir nur
mit unserem Wunsch, unsere Post abzuholen.
... andererseits erklärt das aber auch den ´Versiegelt durch den
Wachdienst´-Aufkleber auf dem Türschloß des Chefs ....
"Kann ich ihnen helfen?" fragt Sharon mürrisch, nicht gerade erfreut darüber, mitten
im Tratsch untebrochen zu werden.
"Ja, ich frage mich, ob sie dieses Klappergeräusch der Verankerung des Hauses
prüfen könnten und bei Bedarf die Hausmeister informieren könnten."
"Warum machen sie das nicht?"
"Weil sie den einzigen Generalschlüssel haben - aber wenn sie ihn mir leihen
könnten ..."
"NIEMAND bekommt den Generalschlüssel!" ruft sie ihr Reich verteidigend. "Also
werde ich mich um die Sache kümmern, wenn ich etwas Zeit habe. Wo ist diese
Verankerung?"
"Nun, sie wissen doch, wo der Ausgang des Müllschluckers im Erdgeschoß ist?"
"Nein?"
"Ich zeichne ihnen eine Karte ..."


Der B.O.F.H. kümmert sich um den Ausverkauf ...

"Sie sagen also, daß ihr Angebot die zuverlässigste Technik umfaßt, die wir jemals
kaufen können, und die Angebote ihrer Konkurrenten von ausgebeuteten Kindern in
der Dritten Welt aus Teilen zusammengeschraubt werden, die durch ihre
Qualitätskontrollen gefallen sind?" murmelt der PJ undeutlich.
"Ja", murmelt unser Gastgeber und Zulieferer und zeigt mit seinem Glas in der Hand
auf die ausgestellten Rechner, wobei das überschwappende Bier auf dem Boden
aufklatscht. "Wir stellen die beste Technik her!"
Ich liebe Weihnachtsparties bei den Lieferanten - sie entlarven auf so herrliche
Weise deren leere Versprechen und enthüllen die Wahrheit.
"Das klingt gut!" ruft der PJ. "In diesem Fall sollten wir die gestrigen Bestellungen
stornieren und so schnell wie möglich hier bestellen."
"Schneller, wenn das möglich ist", antwortet unser Verkäufer, der mit einem
Geschäft, das er vor Weihnachten abschließt, noch auf eine höhere
Weihnachtsprämie hoffen kann.
"Nun, wenn sie einen Vordruck hätten, könnte ich ihn ausfüllen und dem Chef zum
Unterschreiben vorlegen." antwortet der PJ keinen Moment zu früh, um unsere
Alkoholversorgung zu sichern.
"Ich werde sofort ein Bestellformular ausdrucken!" murmelt unser Verkäufer und
wankt davon.
Als er zwei unbetreute Kunden, die schon einiges an Getränken hatten, sieht, stürzt
sich der Verkaufsgeier Nummer 2 auf uns, der sich die Chance auf einen
Weihnachtsbonus ebenfalls nicht entgehen lassen will.
"Wohin ist John verschwunden?" will er den freundlichen Kollegen heuchelnd
wissen.
"Ah, er hat gesagt, er fühle sich nicht besonders. Dabei habe ich nur gefragt, ob er
noch Lust auf eine weitere Runde hat", antworte ich und schwenke mein leeres Glas
vor seinem Gesicht. "Wir haben vor, noch ein wenig einzuka ...."
"Ich lade sie beide ein", ruft er.
"Ausgezeichnet. Ich nehme ein Bier und einen Tequila Wallbanger, wenn es den hier
gibt."
"Ich auch." fügt der PJ hinzu.
Abgang von Verkäufer Nummer 2 ...
"Tequila Wallbanger?"
"Ja, sie werden sich fragen, ob wir einen Tequila Sunrise oder einen Harvey
Wallbanger wollten und schließlich beides nehmen."
"Ich glaube kaum, daß ich auch nur eines von beiden verkraften kann!"
"Oh, ich habe auch nicht vor, es zu trinken - damit kaufe ich uns nur etwas Zeit."
"Zeit? Wofür?"
"Hallo, ich bin Dave, der Verkaufsdirektor für Geschäftskunden. Hatten wir schon
das Vergnügen?"
[Geier Nummer 3 ist im Spiel]
Der PJ begreift meinen Plan, als der Verkaufsdirektor verschwindet, um sich nach
dem Essen zu erkundigen und ein paar Biere und Scotch und Tonic zu holen ... und
prompt stürzt ein weiterer Geier auf uns herab.
"Eine Art Wettbewerb, wenn ich mich nicht irre?" murmelt der PJ leise.
"Ja, ich glaube, es geht bei dieser Party um die Erhöhung der Weihnachtsprämien ..."
Nummer 4 verschwindet, um die technischen Daten für die Lüfter
zusammenzusuchen, mit denen wir die Wagenladung Rechner kühlen können, die wir
bestellen wollen - wir wollen schließlich sicherstellen, daß ihre vereinte Kühlkraft
unsere Klimaanlage nicht aus dem Tritt bringt. (In Ordnung, ich klammere mich jetzt
schon an die billigsten Ausreden wie an einen Strohhalm, aber es funktioniert.)
"Da bin ich wieder", freut sich Geier Nummer 1, der mit einem Stapel Papier wedelt.
"Sie müssen nur noch die Anzahl der Rechner eintragen und an den markierten
Stellen unterschreiben!"
"Ausgezeichnet!" ruft der PJ. "A-aber wo sind die Infrarot-Mäuse? Und die
ergonomischen Tastaturen?"
"Bin gleich wieder da", murmelt er und steuert die Tür an mit Warp-Faktor 0.003 an,
nachdem er einen unangenehmen Zusammenstoß mit dem Türrahmen hatte, den
seine Augen wohl etwas weiter links vermutet hatten, als er wirklich war.
Nummer 3 kommt zurück. Mit Bier, Gin und Tonic. Und als Verkaufsdirektor hat er
sich offenbar schon Gedanken darüber gemacht, was wir wirklich
brauchen - nachdem er gesehen hat, daß ihm ein anderer zuvorkommen könnte. Er
verschwindet wieder, um nähere Informationen über die angebotenen Speisen zu
sammeln, nachdem wir ihm versichern konnten, daß Nummer 1 uns nur die ersten
Kapitel seines Buches gezeigt hat, in dem es um einen Manager von Microsoft und
ein paar Callgirls geht.
Nummer 2 und 3 haben ein paar Probleme, aneinander vorbeizukommen, als Nummer
2 mit 3 Gläsern für jeden von uns zurückkommt, wie ich es prophezeit hatte.
"Sie haben sicher über die gewünschte Technik nachgedacht, oder?" fragt er und
bemüht sich, nicht zu gierig zu erscheinen. Er legt uns einen Katalog in dem Moment
vor, als Nummer 4 mit den Daten zur Schubkraft der Kühler zurückkommt ...
...
"Sie haben eine Schlägerei unter den Verkäufern unseres Hauptlieferanten
provoziert?!" keucht der Chef ungläubig. "Ein Kampf, der damit endete, daß ein
Verkaufsdirektor mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus eingeliefert werden
mußte!!!!"
"Das waren wir nicht!" antwortet der PJ schnell. "Er hat plötzlich verlangt, daß die
Hälfte der Belegschaft sich ausziehen soll. Das mochten wohl die weiblichen
Angestellten nicht besonders."
"Sie wissen aber schon, daß sie damit deren Verkaufschancen für die Zeit der
Zwangsbeurlaubung verringert haben? Möglicherweise gehen ihnen nur ein paar
tausend Pfund durch die Lappen!"
"Ja, das könnte passieren", gebe ich zerknirrscht zu und warte auf das
unausweichliche Donnerwetter ...
"VERDAMMT AUSGEZEICHNET!" ruft der Chef und zaubert eine Flasche Brandy
hervor, die er in seinem Schreibtisch versteckt hat.
Dieser hinterhältige Bastard.
"DIESE Nachricht ist unbezahlbar!" fährt er fort und füllt weihnachtlich-großzügig
ein paar Gläser.
"Sie hassen sie, oder?"
"Ja, ich habe einmal für sie gearbeitet. Sie haben Bristol zu meinem Verkaufsgebiet
gemacht und mich dann gefeuert, weil da nichts zu verkaufen war. Jetzt müssen sie
mir aber noch sagen, ob sie etwas gekauft haben."
"Nun, wir fühlten uns nach all den Vorfällen verpflichtet, wenigstens ein paar PCs zu
bestellen. Ich schätze, sie sollten die Bestellungen stornieren, da wir nicht zu
solchen Einkäufen berechtigt waren."
"Ganz sicher nicht! Haben sie die Standardverträge unterschrieben?"
"Ich glaube schon." antworte ich und hole unser Exemplar der Bestellung hervor.
"Ausgezeichnet - sie garantieren die Lieferung innerhalb von 10 Arbeitstagen! Wir
werden sie deswegen im nächsten Jahr wegen Nichteinhaltung vor Gericht
belangen."
"Woher wissen sie, daß sie nicht liefern werden?"
"Oh, es ist gängige Praxis, daß die Bestellungen von beurlaubten Mitarbeitern
blockiert werden, bis sie vom Kunden ausdrücklich bestätigt wurden. Also, denken
sie daran, ab jetzt keine Anrufe mehr annehmen! Nur noch eins: sind sie für
irgendeine Verletzung meines ehemaligen Chefs verantwortlich?"
"Nun, eine oder zwei", weicht der PJ aus.
"Er wollte uns gebrauchte Pentium II-Rechner mit 300 Megahertz als hochmoderne
Geräte andrehen." füge ich hinzu.
"Eine oder zwei, sagten sie?"
"Jeder von uns."
"Ausgezeichnet! Wollen sie noch einen Brandy?"
Und so bestätigt sich einmal mehr, daß die Weihnachtsstimmung das Management
und die Untergebenen näher zusammenbringt ...